Donnerstag, 8. Dezember 2016

AbGEFAHRen – Projekt zur Unfallprävention

14. Februar 2014 von  

Nordhorn (NI) – „Krass“ und „abgefahren“, zwei Kraftausdrücke, die besonders im Wortschatz von jungen Leuten geläufig sind. Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim möchte daher mit der Wahl des Titels für ihre Unfallpräventionskampagne „AbGEFAHRen – Wie krass ist das denn“ insbesondere junge Autofahrer erreichen. Die Aktion ist bereits im vergangenen Jahr in der Graftschaft Bentheim und im Emsland angelaufen und ist nun in Nordhorn angelangt. Sie könnte auf ganz Niedersachsen ausgeweitet werden.

Die Erzählungen von Einsatzkräften von ihren Erfahrungen bei schweren Verkehrsunfällen machen das Präventionsprojekt  "Abgefahren - Wie krass ist das denn" zu einer fesselnden Veranstaltung. Foto: Schmalfuß/Feuerwehr NordhornEnde Januar stellte die Polizei ihr Projekt in Werlte (Kreis Emsland) erstmalig der Öffentlichkeit vor. Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann nannte bei der Projektvorstellung bedenkliche Zahlen: 29 Tote und 515 Schwerverletzte sind Opfer bei rund 10.000 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr im Emsland und der Grafschaft Bentheim gewesen. An etwa 25 Prozent der Autounfälle sind Fahranfänger beteiligt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ist das zu viel und initiierten das Projekt.

Das Konzept bezieht Unfallopfer als auch Rettungskräfte mit ein. Beide Personengruppen tragen ihre bei schweren Verkehrsunfällen gemachten Erfahrungen in einem Bühnenstück den Zuhörern vor. Hauptzielgruppe sind junge Fahranfänger aus den 11. Klassen der Gymnasien und Berufsbildenden Schulen in der Region. Die Verantwortlichen wollen so rund 8.000 Leute in den nächsten zwei Jahren erreichen.

Frank van de Kerkhof, stellvertretender Zugführer in der Feuerwehr Nordhorn, zählt zu den Referenten. Er schildert emotional seine Eindrücke, die er als Feuerwehrmann bei einem Unfall mit Todesfolge sammelte und anschließend verarbeiten musste. Van de Kerkhof berichtet unter anderem von den Schreien eines Kindes nach seiner Mutter in Mitten einer chaotisch aussehenden Unfallstelle. Die Mutter des noch so jungen Unfallopfers hat den Unfall nicht überlebt. Die Worte des Nordhorner provozieren Gänsehaut.

Auch die Erzählungen weiterer Einsatzkräfte wie Rettungssanitäter, Notärzte, Notfallseelsorger und Unfallopfer lassen bei den Gästen absolute Ruhe einkehren. Fotos und Filme reichern die 90-minütige Veranstaltung sinnvoll an und leisten so einen Beitrag zum Gelingen der Präventionsmaßnahme. (Foto: Schmalfuß/Feuerwehr Nordhorn)

Kommentare

2 Kommentare zu “AbGEFAHRen – Projekt zur Unfallprävention”
  1. Berthold sagt:

    Ich finde sowas klasse, habe selber zwei Jungs 15 und 18 Jahre und selber einen Neffen der 18 alt wahr und drei Wochen Führerschein hatte und dann tödlich verunfallt ist. Er war selbst Fahrer und sein bester Freund ist auch ums Leben gekommen! Weiter so! Aufklärung ist sehr wichtig!

  2. Anna Stevens sagt:

    Hallo liebes Team für die Aufklärungsarbeit…ich selbst hatte einen Sohn , er wurde leider nur 18 Jahre und 4 Wochen alt…er saß als Beifahrer bei einem 18jährigen Fahrer im Auto…der 18jährige Fahrer geriet durch Eisglätte und nicht angepasster Fahrweise ins Schleudern und direkt vor einen Baum…unseren Son verstarb noch am Unfallort, infolge seiner schweren Verletzungen….Beifahrerseite schlug direkt vor Baum ein…auch der Fahrer verstarb infolge seiner schlimmen Verletzungen Vorort…ich hoffe durch diesen Aufklärungsfilm, werden viele junge Menschen mehr schätzen lernen wie wertvoll das Leben ist und vorsichtiger handeln…ich spreche aus Erfahrung …wie schwer es ist sein Kind so jung zu verlieren…es schmerzt…auch nach 5 Jahren noch genauso sehr…Unser Sohn fehlt!!!

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