Dienstag, 17. Januar 2017

Feuerwehr-Magazin-Redakteur als Fahrzeugexperte in Japan

19. November 2015 von  

Tokyo/Bremen – „Stillgestanden“, schallt der Ruf des Schichtführers über den Hof der Hauptfeuerwache in Chiba, einer Nachbarstadt von Tokyo. An diesem Dienstagmorgen haben sich zwei Besucher angekündigt. Unser Redakteur Olaf Preuschoff sowie Firefighter Bryan Martin aus Redmond (Washington) inspizieren an diesem Tag die Fahrzeuge und wollen auch einen Blick auf die Ausbildung der japanischen Feuerwehrleute werfen.

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Stillgestanden zur morgendlichen Schichtübernahme. Vor der Fahrzeughalle der Hauptfeuerwache Chiba ist die diensthabende Wachabteilung angetreten – militärisch stramm. Foto: Preuschoff

Beide sind auf Einladung des japanischen Fernsehsenders TV Asahi aus Tokyo im Land der aufgehenden Sonne und werden bei ihrem Besuch von mehreren Kameraleuten und Produktionsmitarbeitern begleitet. Die Aufnahmen sind für die Fernsehshow „Sugoidesune Shisatsudan“ (auf Deutsch etwa „fantastische Forscher“) vorgesehen. Diese zirka zweistündige Sendung zeigt Technik und Handwerk und ist eine beliebte Doku-Serie in Japan. Zusammen mit einem weiteren Thema wird der Beitrag über Feuerwehrfahrzeuge in einer der kommenden Folgen ausgestrahlt werden.

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Sehr gefreut haben sich die japanischen Feuerwehrleute über den Besuch von Bryan Martin aus Redmond (USA, 2. von rechts) und Feuerwehr-Magazin-Redakteur Olaf Preuschoff. Der musste gleich das Hohlstrahlrohr japanischer Bauart testen. Handschuhe und Einsatzjacke waren nicht so wichtig, aber der Helm musste sein. Foto: Feuerwehr-Magazin

Neben dem Besuch beim Chiba City Fire Department steht am Donnerstag und Freitag ein Besuch des japanischen Fahrzeugherstellers Morita auf dem weiteren Programm. Dort wird ein Großteil der Feuerwehrfahrzeuge für den einheimischen Markt gefertigt. Das Unternehmen war auch mit einigen Exponaten auf der Interschutz 2015 in Hannover zu sehen.

Die Produzenten der Sendereihe hatten sich Fahrzeugexperten aus den USA sowie aus Deutschland gewünscht. Als Mitglied des Arbeitskreises Fahrzeugbeschaffung des Redmont Fire Departments bringt Bryan Martin auf diesem Gebiet das notwendige Fachwissen mit. Seine Meinung sowie die unseres Fahrzeugexperten Olaf Preuschoff stießen bei den Führungskräften der Feuerwehr Chiba auf großes Interesse.

Dieses wendige Löschfahrzeug auf Isuzu-Basis ist eines der vier Fahrzeuge des Löschzugs. Besatzung an diesem Morgen: drei Mann. Bis zu fünf Einsatzkräfte können damit ausrücken. Das Fahrzeug besitzt keinen Tank, hat aber eine Pumpenleistung von 2.000 l/min. Foto: Preuschoff

Dieses wendige Löschfahrzeug auf Isuzu-Basis ist eines der vier Fahrzeuge des Löschzugs. Besatzung an diesem Morgen: drei Mann. Bis zu fünf Einsatzkräfte können damit ausrücken. Das Fahrzeug besitzt keinen Tank, hat aber eine Pumpenleistung von 2.000 l/min. Foto: Preuschoff

Ein erstes Fazit der beiden lautet übereinstimmend: „Auch wenn das Äußere der japanischen Fahrzeugtechnik für den europäischen oder amerikanischen Betrachter ungewöhnlich anmuten mag, sind Einsatzwert und Ausstattung durchaus mit unseren bekannten Fahrzeugen zu vergleichen.“ Ein Problem hatten hingegen die beiden japanischen Dolmetscherinnen: Während auch die Japaner in Litern und Millimetern rechnen, stellte die bildsynchrone Umrechnung auf Gallonen und Fuß ein unerwartetes Problem dar.

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