Donnerstag, 8. Dezember 2016

Neue Gefahrstoffdatenbank GSA für Einsatzkräfte

6. Januar 2015 von  

Bonn (NW) – Einsatzkräfte der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen oder der Polizei können bei chemischen Unglücksfällen mit einer Vielzahl chemischer Substanzen konfrontiert werden. Mehr als 20.000 Substanzen werden täglich weltweit produziert und transportiert. Da solche Einsatzlagen nicht vor Gemeinde- oder Ländergrenzen Halt machen, ist eine bundesweit einheitliche Datengrundlage zur Bewertung chemischer Unglücksfälle empfehlenswert. Hierzu haben das Umweltbundesamt (UBA), das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge (IBK) und Endanwender der Feuerwehren in einem BBK-finanzierten Projekt die neue Gefahrstoffschnellauskunft (GSA) entwickelt.

Um aus den an der Einsatzstelle gewonnenen Daten (Messergebnisse, Beschriftungen von Gebinden, Warntafeln und ähnlichem) eine belastbare Lagebewertung ableiten zu können, ist der Zugriff auf zuverlässige Stoffdatensammlungen unverzichtbar. Eine solche Stoffdatensammlung stellt der Gemeinsame zentrale Stoffdatenpool des Bundes und der Länder (GSBL) dar. In Zusammenarbeit mit derzeit 14 Bundesländern werden seit 1994 hochwertige Stoffdaten zusammengetragen und den verschiedensten Behörden und Institutionen zur Verfügung gestellt. Ein Vorteil des GSBL ist die Validitätsprüfung unter anderem der physikalisch-chemischen Daten vor Übernahme in den Datenbankbestand mit zirka 380.000 Stoffen.

Aus­zug aus Er­geb­nis­sei­te „Feu­er­wehr“ für den Stoff To­lu­ol. Quelle: BBK

Aus­zug aus Er­geb­nis­sei­te „Feu­er­wehr“ für den Stoff To­lu­ol. Quelle: BBK

Übersichtliche Benutzeroberfläche

Aus den GSBL-Stoffdaten wurden nun im BBK-finanzierten Forschungsvorhaben „GSA-Endanwendersicht“ gemeinsam vonUBA, IBK, Endanwendern aus Feuerwehren und BBK die für die die Erstbewertung einer chemischen Einsatzlage wichtigen Daten mit einer speziellen, übersichtlichen Benutzeroberfläche in die Gefahrstoffschnellauskunft (GSA) überführt. In der Suchmaske kann sowohl nach den gängigen Stoffdaten (Stoffname, UN-Nummer, Gefahrnummer), aber auch durch Auswahl von an der Einsatzstelle vorgefundenen ADR-Kennzeichnungen gesucht werden. Die Ergebnisse werden in drei verschiedenen auswählbaren Anzeigen dargestellt. Ersteinsatzkräfte erhalten in der Ergebnisseite „Feuerwehr“ diejenigen Daten, die sie zur schnellen Bewertung der Gefahrenlage und zum Beispiel zur Auswahl geeigneter Schutzausstattung und Löschmittel an der Einsatzstelle befähigen. Für Fachberater stehen weitergehende Stoffinformationen zur Verfügung. Die Ergebnisseite „Rettungsdienst“ zeigt zudem relevante toxikologische Daten an.

Ergebnisse als PDF drucken, speichern oder versenden

Die Suchergebnisse lassen sich mit nur einem Mausklick in ein Stoffdatenblatt mit allen relevanten Stoffinformationen als maximal zweiseitige PDF-Datei umwandeln. Das Design des Stoffdatenblatts wurde von den Feuerwehren, die als Projektpartner beteiligt waren, auf Einsatztauglichkeit und Übersichtlichkeit hin optimiert. Alle Stoffinformationen erscheinen stets an derselben Position im Dokument und sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert bei den Anwendern der GSA-Schnellauskunft.

Zugang nur nach Anmeldung

Berechtigte Nutzer können den Zugang zur GSA beantragen. Berechtigt sind Einsatzkräfte von Bundesbehörden, Einsatzkräfte aus den Ländern, die der Verwaltungsvereinbarung zuGSBL beigetreten sind (Stand Dezember 2014: alle außer Bayern und Brandenburg) sowie alle Einsatzkräfte, die einer Analytischen Task Force (ATF) angehören oder ein CBRN-Fahrzeug (CBRN-ErkW,GW Dekon P oder zukünftig MLK) des Bundes besetzen. Für diesen Nutzerkreis ist dort zusätzlich die GSAapp herunterladbar, die auf mobilen Endgeräten mit den Betriebssystemen Android und IOS (Apple) installiert werden kann. Sie bietet offline Daten zu zirka 16.000 chemischen Stoffen und ermöglicht die Suche nach Name, UN-Nummer, CAS-Nummer und Kemler-Zahl. In komprimierter Form zeigt die App auf der Ergebnisseite alle wichtigen physikalisch-chemischen Daten und auf einen Blick die entsprechenden Gefahrenschilder.

Weitere Informationen:

Kommentare

1 Kommentar zu “Neue Gefahrstoffdatenbank GSA für Einsatzkräfte”
  1. Jonathan sagt:

    Ich muss sagen, dass ist schon eine feine Sache. Dennoch fände ich es toll, wenn man den Zugang für alle Feuerwehrmitglieder öffnet.

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!