Falck übernimmt G.A.R.D.

Köln – Paukenschlag in der Rettungsdienst-Branche: Der dänische Falck-Konzern, auch Anbieter von Feuerwehr-Dienstleistungen, übernimmt zum 1. August 2013 den privaten Rettungsdienst G.A.R.D. Dieser gilt als einer der größten privaten Rettungsdienste in Deutschland.

G.A.R.D. wurde 1983 in Hamburg gegründet. Inzwischen arbeiten hier mehr als 1.000 Mitarbeiter an über 40 Standorten in Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Der Falck-Konzern beschäftigt über 25.000 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als “Europas größtes Rettungsdienstunternehmen und als weltweit größte Privatfeuerwehr”. G.A.R.D.-Geschäftsführer Sven Jarmuth teilte mit, dass alle bisherigen Unternehmen und Marken in der G.A.R.D.-Gruppe unverändert bestehen bleiben. Auch alle Arbeitsplätze blieben erhalten.

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Die Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Runggaldier (Falck, links) und Geschäftsführer Sven Jarmuth (G.A.R.D.-Gruppe) besiegeln den Zusammenschluss per Handschlag. Foto: G.A.R.D.
Die Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Runggaldier (Falck, links) und Geschäftsführer Sven Jarmuth (G.A.R.D.-Gruppe) besiegeln den Zusammenschluss per Handschlag. Foto: G.A.R.D.

16 Kommentare zu “Falck übernimmt G.A.R.D.”
  1. M. Sch.

    Übernahme oder Zusammenschluß? Handschlag?
    Wie lange gelten die bisherigen Konditionen?

  2. Peterchen

    Auch hier wieder die Schreihälse die keine Ahnung haben.
    Von Übernahme kann keine Rede sein, ich würde eher sagen, schlau überlegt und den mit Abstand weltweit grössten Rettungsdienstleister gegründet.

  3. Matthias

    Hoheitliche Aufgaben gehören nicht in die Hand von Privatunternehmen!

    Sonst mache ich mich demnächst als Polizist selbständig und verteile Knöllchen!

  4. Christian Pannier

    >>Hoheitliche Aufgaben gehören nicht in die Hand von Privatunternehmen!

    Der Rettungsdienst ist keine hoheitliche Aufgabe. Das hat der EuGH in C-160/08 deutlich gemacht.

  5. Matthias

    Schön, dass hier gleich die Gerichtsurteile gezückt werden.

    Nach MEINEM Dafürhalten ist die Rettung aus Lebensgefahr bzw. das Abwenden von schweren Schäden für Körper und Gesundheit eine hoheitliche Aufgabe.

    Bekommen wir auf diesem Gebiet noch mehr private Anbieter passiert nämlich nur folgendes: die Rettungsdienste müssen profitorientiert arbeiten und das geht a) zu Lasten der Mitarbeiter und noch schlimmer b) zu Lasten der Patienten. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen im Betätigungsfeld Rettungsdienst wird es nicht hinnehmen, wenn durch diese Tätigkeiten Verluste eingefahren werden. Man kann aber in diesem Bereich nicht nur gewinnorientiert arbeiten und jeden Notfall erst einmal Mittels Kosten-/Nutzenanalyse durchrechnen. Die Auswirkungen daraus können nur negativ sein.

  6. Frank Florian

    Ich halte jede Wette, dass Falck in 20 Jahren der größte Rettungsdienst in Deutschland ist und auch in vielen Kommunen den Brandschutz übernimmt.

  7. Michael

    Und die ganzen gGmbH sind nicht privatwirtschaftlich und dienen dem Zweck Tarifverträge auszuhebeln? Interessant 😉

  8. Reporter112

    Liebe Hilfsorganisationen, Falck führt das mit Erfolg weiter was ihr vor Jahren begonnen habt, um die Feuerwehren aus dem Rettungsdienst zu vertreiben. Ihr habt aus euren gemeinnützigen Gliederungen alle möglichen Formen von Gewerbebetrieben gemacht und mit der Behauptung “Privat vor Staat” und “Vorfahrt für den Wettbewerb” den Rettungsdienst übernehmen wollen. Jetzt zeigen euch die wirklichen Profis von Falck wie Wettbewerb im echten Leben betrieben wird! Das habt ihr einfach verdient.
    Liebe Politiker, ihr wiederum steht am Scheideweg: Je mehr öffentliche Einrichtungen an Firmen wie Falck abgegeben werden, umso überflüssiger werdet ihr selbst. Euer Einfluss schwindet, weil ihr künftig kein eigenes, kompetentes Personal mehr für die Kontrolle der Firmen habt. Denn ihr habt ja auch keinen eigenen Rettungsdienst mehr.
    Liebe Feuerwehrleute, gerade für viele Angehörige von Berufsfeuerwehren erscheint der Rettungsdienst – den die Feuerwehren seit Mitte des 18. Jahrhunderts betreiben (Sanitätskolonnen der freiwilligen Feuerwehr) – eher lästig, weil die Rettungswagen mehr Einsatzzahlen haben als die Löschzüge. Aber eure gesamte Chance befördert zu werden und höhere Besoldung zu bekommen, ist mit den paar Bränden und Unfällen drastisch reduziert.
    Falck kann Deutschland einen doppelten Nutzen bringen: Nach der Übernahme der Rettungswachen (und die sind ja kräftig beim Einkauf der Konkurrenz) ist das Unternehmen groß und stark genug auch die Aufgaben von den freiwilligen Feuerwehren zu übernehmen. Was soll man mit 50 Ehrenamtlichen, die dann tagsüber doch nicht verfügbar sind? Jeweils eine Staffel von zwei benachbarten Falck-Wachen und 90 Prozent der Einsätze sind per se bewältigt.
    Sie alle, verehrte Damen und Herren, haben die Wahl, zum Beispiel am Sonntag, den 22. September. Welche Parteien sind für die Feuerwehr und welche für die Privatisierung? Entscheiden Sie selbst….

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