Dienstag, 25. Juli 2017

Zwei Fahrgastschiffe auf Grund gelaufen

Amrum (SH) – Gleich zwei Fahrgastschiffe sind am Samstag in der Nordsee hintereinander auf Grund gelaufen. Auf dem Weg von der Hallig Hooge zur Nachbarinsel Amrum war die „Adler Express“ bei ablaufendem Wasser auf eine Sandbank gefahren und dort stecken geblieben. Die „Hauke Haien“, ein etwas kleineres Fahrgastschiff, kam zur Hilfe. Doch auch das Schiff fuhr sich auf der Erhebung im nordfriesischen Wattenmeer fest. Am Ende standen fast 300 Menschen auf der Sandbank und mussten die Hilfe der Seenotretter und anderer Helfer in Anspruch nehmen.

Eigentlich haben die Seehunde auf den Sandbänken im Wattenmeer ihre Ruhe und werden von Menschen höchstens mit vorbeifahrenden Booten und Schiffen gestört. Am Samstag bekamen die Seehunde jedoch unerwarteten Besuch von einer größeren Menschengruppe. Aber auch für die Menschen kam der Zwischenstopp unerwartet.

Helfer fährt sich auch fest

Die Fähre „Adler Express“ war gegen 11.25 Uhr auf der als „Schweinsrücken“ bezeichneten Sandbank aufgelaufen. An Bord befanden sich 239 Gäste sowie sechs Besatzungsmitglieder. Bei dem abrupten Stopp kam niemand zu Schaden. Die Crew rief die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zur Hilfe. Das Ausflugsschiff „Hauke Haien“ wollte noch Schlepphilfe leisten, lief dabei selbst auf Grund und steckte dann selbst fest.

Schiffsunglück-Nordsee-13-07-2015

Die beiden Fahrgastschiffe „Adler Express“ und davor die „Hauke Haien“ sind auf einer Sandbank zwischen der Insel Amrum und der Hallig Hooge gestrandet. Foto: DGzRS

Seehunde stört Rettungsaktion nicht

Alle Passagiere, darunter Erwachsene, Kinder sowie Senioren mit Rollatoren, beider Schiffe wurden von Bord auf die Sandbank gebracht, um von dort auf andere Boote und Schiffe zu gelangen. Bis dahin konnten die Ausflügler das schöne Wetter mitten im Wattenmeer genießen. Ein paar Seehunde ließen sich von der Rettungsaktion nicht stören und rekelten sich nur wenige Meter hinter den Schiffen in der Sonne.

Erster größerer Einsatz für neuen Seenotkreuzer

Der Amrumer Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ und sein Tochterboot „Lotte“ waren 20 Minuten nach dem Hilferuf vor Ort. Die kleine „Lotte“ brachte in acht Fahrten 95 Personen zu den Fahrgastschiffen „Adler IV“, „Hilligenlei“ und „Rungholt“, die in sicherer Entfernung im tieferen Wasser warteten. Die übrigen Personen fuhren mit zwei Schlauchbooten der „Adler Express“ sowie des Sylter Catamaran-Clubs „Hörnum“. Für den Kreuzer und sein Tochterboot war das der erste größere Einsatz nach der Indienststellung im vergangenen Monat.

Die Besatzungsmitglieder der beiden Havaristen warteten bis in den Abend hinein auf das Hochwasser. Als das auflaufende Wasser genügend Wasser unter die Kiele gespült hatte, konnten die beiden Schiffe ihre Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen. Die DGzRS blieb so lange vorsichtshalber vor Ort.

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