Dienstag, 28. März 2017

Wohnung in Vollbrand: Feuerwehr Köln rettet Bewohner aus Dachrinne

Köln (NW) – Am Sonntagmorgen zerstörte ein Brand eine Dachgeschosswohnung im Stadtteil Nippes der Rheinmetropole Köln. Die Feuerwehr musste den Bewohner mit tragbaren Leitern vom Dach retten, wo er sich in die Dachrinne gerettet hatte.

Gegen 7.45 Uhr gingen die Notrufe in der Kölner Feuerwehr- und Rettungsleitstelle ein. Die Anrufer meldeten, dass es in einer Dachgeschosswohnung im Hinterhof brennen würde. Außerdem berichteten die Meldenden übereinstimmend, dass eine Person auf das Dach geflüchtet wäre.

Zwei Löschzüge rückten zu dem Einsatzort im Stadtteil Nippes aus. Als erstes trafen die Kräfte der Feuerwache Weidenpesch ein. Zu dem Zeitpunkt stand die Wohnung bereits in Vollbrand. Fünf Meter von einem Fenster der Wohnung versetzt stand ein Mann in der Dachrinne. Der Einsatzleiter forderte einen dritten Löschzug nach.

Titel_FM_eDossier2015_BF-KoelnWertvolle Zeit sparen durch Voralarm

In der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle wird durch die strukturierte Notrufabfrage direkt der Einsatzort und danach die Art des Notfalls erfragt. Daraus resultiert der Voralarm. Die Kräfte auf den Wachen erkennen am Ton, ob Löschzug oder Rettungsdienst alarmiert werden und laufen zu den Fahrzeugen. In dieser Zeit intensiviert der Disponent das Gespräch mit dem Anrufer. In der Folge werden das Einsatzstichwort und die konkreten Einsatzmittel durchgegeben.

„Wir gewinnen dadurch je nach Situation zwischen 30 und 90 Sekunden“,  erklärt Leitstellenchef Sebastian Brandt. So konnte auch der Weidenpescher Löschzug bei diesem Einsatz schneller vor Ort sein.

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„Da die Dachverkleidung bereits stark erhitzt war, konnte sich die Person nicht sicher an der Traufe festhalten, so dass schnellstmöglich eine Rettung über tragbare Leitern eingeleitet werden musste. Dazu war es notwendig, insgesamt drei verschiedene tragbare Leitern einzusetzen. Denn ein unmittelbares Anleitern der Person vom Innenhof war auf Grund eines weiteren eingeschossigen Anbaus nicht möglich. So musste eine vierteilige Steckleiter und eine dreiteilige Schiebleiter zunächst auf das Dach dieses Anbaus geschafft werden, um sie in Stellung zu bringen. Binnen weniger Minuten gelang es, die Person zu retten, über die tragbaren Leitern nach unten zu führen“, beschrieb die Feuerwehr Köln die Rettung in ihrer Pressemitteilung.

Der Bewohner hatte Brand- und Schnittverletzungen erlitten und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus transportiert. Parallel zu der Menschenrettung gingen weitere Kräfte zum Innenangriff vor. Die Angriffstrupps konnten den Brand in der Wohnung schnell löschen. Aufgrund der Rauchentwicklung hatte ein weiterer Bewohner eine Rauchgasvergiftung erlitten und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Im Einsatz waren 57 Kräfte der Feuerwachen Weidenpesch, Innenstadt, Ehrenfeld, Deutz und Marienburg sowie des Führungsdienstes. Nach Abschluss der Löscharbeiten nahm die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache auf.

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Atemschutztrupps mussten eine Person über tragbare Leitern retten. Foto: Feuerwehr Köln

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