Montag, 16. Januar 2017

Wieder gefährlicher Brand in Bunker

10. August 2015 von  

Hamburg – In Hamburg hat am Samstag erneut ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gebrannt. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren von 2.30 Uhr im Stadtteil Bahrenfeld über Stunden im Einsatz. Brisant: Im Inneren lagerten 5,5 Tonnen professionelles Feuerwerk, ein Teil davon explodierte. Erst am Dienstag war ein Bunker im Stadtteil Rothenburgsort in Brand geraten, fast 50 Menschen, darunter 15 Feuerwehrleute, wurden verletzt, als es eine Durchzündung und eine massive Rauchentwicklung gab.

„Das ist hier ein Einsatz, der nicht ungefährlich ist“, sagte Hendrik Frese, Sprecher der Feuerwehr Hamburg, am Einsatzort gegenüber feuerwehrmagazin.de. Jederzeit konnte weiteres Feuerwerk explodieren. Um im Innenangriff nichts unnötig zu riskieren, wurde das Innere des Bunkers von außen über kleine Lüftungsöffnungen in der Fassade gekühlt, außerdem wurden so die noch nicht gezündeten Teile des Feuerwerks durchfeuchtet. Etwa 150 Anwohner aus der drirekten Nachbarschaft mussten ihre Wohnungen vorsichtshalber verlassen.

Kampfmittelräumdienst und Landeskriminalamt vor Ort

Neben einem Großaufgebot der Feuerwehr Hamburg waren auch Experten des Kampfmittelräumdienstes und des Landeskriminalamtes an der Einsatzstelle. Eigentlich sollte ein ferngesteuerter Roboter Aufnahmen aus dem Inneren liefern. „Das brachte aber nichts, es lagen zu viele Trümmer im Weg, vermutlich sind nachträglich eingezogene Wände eingestürzt“, so Frese.

Erst gegen 17 Uhr, als sich der meiste Rauch verzogen und die Temperatur gesunken war, konnten im Innenangriff durch Einsatzkräfte direkt die Nachlöscharbeiten aufgenommen werden. Der Einsatz zog sich bis spät in die Nacht hin. Die ganze Zeit über wurde die Umgebung mit einem speziellen System zur Schadstofferkennung und -ausbreitung (SIGIS) überwacht. Das Gerät war im Korb des 53 Meter hohen Teleskopmastfahrzeugs installiert.

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Hamburgs Innensenator Michael Neumann kündigte nach einer Krisensitzung mit Feuerwehrchef Klaus Maurer und anderen Beteiligten an, dass man umgehend alle Hamburger Bunker auf ihre Nutzung und Standfestigkeit überprüfen werde. Viele der Bunker stehen in Wohngebieten und sind mittlerweile in die normale Bebauung integriert. Im Zweiten Weltkrieg sollten die oberirdischen Hochbunker der Zivilbevölkerung bei Luftangriffen als Schutzraum bieten. Die Außenwände bestehen teilweise aus 1,5 Meter dickem Stahlbeton, es gibt keine Fenster.

Die Ursache der beiden Großbrände in den Bunkern sind unklar.

Das Feuerwehr-Magazin wird in einer der nächsten Ausgaben ausführlich über die beiden Einsätze berichten.

Hamburg: Wieder Brand im Bunker. Foto: Timo Jann

Hamburg: Wieder Brand im Bunker. Foto: Timo Jann

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