Freitag, 21. Juli 2017

Weihnachten 2015: viele Einsätze der Feuerwehr

28. Dezember 2015 von  

Lüdenscheid (NW), Bremerhaven (HB), Bremen, München, Hainichen (SN), Münster (NW), Hattingen (NW) – An den Weihnachtstagen und am Sonntag forderten viele Einsätze – Brände sowie Unfälle – bundesweit die Feuerwehren. Besonders in München kamen die Einsatzkräfte kaum zur Ruhe. Eine Übersicht.

Heiligabend ging die Einsatzserie in der bayrischen Landeshauptstadt los. Ein Weihnachtsbaum war gegen 19.20 Uhr in einer Wohnung in Brand geraten. Die Flammen schlugen in Sekundenschnelle auf die Möbel über. Die 49-jährige Bewohnerin erlitt bei eigenen Löschversuchen schwere Brandverletzungen, ihre 16-jährige Tochter bekam eine Rauchvergiftung. Mit einem Rettungshubschrauber wurde die brandverletzte Mutter in eine Spezialklinik geflogen. Ihre Tochter wurde vom Rettungsdienst in ein anderes Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr ging mit einem Atemschutztrupp zum Innenangriff vor und löschte das Feuer innerhalb von wenigen Minuten.

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Noch während der Einsatz nach dem Christbaumbrand lief, rückten weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr München auf die Autobahn A 95 aus. Dort brannte zwischen den Anschlussstellen Oberdill und Forstenried ein Porsche GT4. Der Fahrer hatte die Kontrolle über den Sportwagen verloren und war durch die Leitplanke geschlagen. Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die beiden 37-jährigen Insassen bereits aus dem Pkw gerettet, der Porsche stand in Vollbrand. Aufgrund schwerer Verbrennungen mussten die Personen mit zwei Rettungshubschraubern in unterschiedliche Krankenhäuser transportiert werden.

250 Kräfte bei Großbrand in Lüdenscheid

Den gesamten ersten Weihnachtstag verbrachten rund 250 Feuerwehrleute bei einem Großbrand in Lüdenscheid (Märkischer Kreis). Es brannte in einem Galvanik-Betrieb. Gegen 9.30 Uhr wurden die Kräfte alarmiert. Die Feuerwehr baute umgehend einen umfassenden Löschangriff auf. Doch sie konnten nicht verhindern, dass sich der Brand auf das gesamte Gebäude ausbreitete. Wenige Augenblicke später griffen die Flammen auch auf ein Öl-Tanklager über. Erst gegen Mittag meldete der Einsatzleiter der Leitstelle „Feuer unter Kontrolle“. Die Löschmaßnahmen dauerten bis in die Abendstunden. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

Um 17.25 Uhr gingen am ersten Weihnachtstag in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Bremen Notrufe aufgrund eines Parzellenbrandes im Stadtteil Findorff ein. Kräfte der Berufsfeuerwehr von den Feuer- und Rettungswachen 1, 2 und 4 sowie die Freiwillige Feuerwehr Lehesterdeich kamen zum Einsatz. Sie verhinderten eine Brandausbreitung auf ein so genanntes Kaisenhaus. Aber das Brandobjekt, ein 5×6 Meter großes Häuschen fiel den Flammen zum Opfer. Das Feuer beschädigte auch ein benachbartes 4×10 Meter großes Parzellenhaus.

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Dachstuhlbrand in Münchens Innenstadt. Foto: Feuerwehr München

Am frühen Freitagabend, dem ersten Weihnachtstag, forderte ein Dachstuhlbrand in der Innenstadt die Feuerwehr München. Gegen 17.30 Uhr wurden die Kräfte alarmiert. Es brannte im fünften Obergeschoss in einem Mehrfamilienhaus. Als die ersten Kräfte am Einsatzort eintrafen, hatte sich das Feuer bereits auf den Dachstuhstuhl ausgebreitet. Die Feuerwehr brachte zwei Drehleitern von der Vorderseite und eine von der hinteren Gebäudeseite für die Riegelstellung und Brandbekämpfung in Position. Atemschutztrupps gingen zum Innenangriff vor, konnten aber nicht alle vom Feuer beaufschlagten Räume erreichen. Die Feuerwehr räumte das gesamte Gebäude, drei Bewohner zogen sich Rauchvergiftungen zu. Insgesamt richtete der Brand einen Schaden in Millionenhöhe an.

Ebenfalls am Freitagabend rückte die Feuerwehr Bremerhaven aus, weil ein Anwohner per Notruf meldete, dass der Rauchmelder seines Nachbarn ausgelöst hatte. Beim Eintreffen stellte die Feuerwehr tatsächlich Brandgeruch fest. Ein Angriffstrupp drang in das Brandobjekt, ein Einfamilienhaus, ein. Im Wohnzimmer brannte ein Weihnachtsbaum, aber die Bewohner waren nicht zu Hause.

Schwerer Unfall mit TLF auf Einsatzfahrt

Gegen 15.30 Uhr ereignete sich am zweiten Weihnachtstag in Hainichen (Kreis Mittelsachsen) zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF). Auf dem Weg zu einem Brandeinsatz kippte das TLF auf einer Kreuzung aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts um. Drei Feuerwehrmänner, der 30-jährige Maschinist sowie ein 52-jähriger und ein 30-jähriger Insasse , erlitten leichte Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte die Kameraden in ein Krankenhaus. Auf rund 125.000 Euro beläuft sich nach ersten Schätzungen der Schaden an dem TLF.

Feuerwehr auf Einsatzfahrt verunglückt Hainichen - Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen 15:30 in Hainichen. Ein sich auf einer Einsatzfahrt befindendes Tanklöschfahrzeug kippte beim queren der Kreuzung Ahornstraße / B169 nach rechts um. Dabei wurden drei Feuerwehrmänner im Alter von 30 (Fahrer), 52 und 30 Jahren leicht verletzt. Sie wurden in ein Krankenhaus verbracht. Im Einsatz befanden sich der Rettungsdienst, die Feuerwehr Hainichen, sowie ein ortsansässiges Bergeunternehmen und die Polizei. Der Sachschaden beläuft sich anch ersten Schätzungen der Polizei auf rund 125.000€. Warum das Tanklöschfahrzeug umkippte muss nun ermittelt werden. (wto)

In Hainichen ist ein Tanklöschfahrzeug (TLF) auf einer Einsatzfahrt verunglückt. Foto: xcitePRESS/Wunderlich

Auch in München brannte am Abend des zweiten Weihnachtstages erneut ein Tannenbaum in einer Dachgeschosswohnung im Stadtteil Forstenried. Die Bewohner, eine 60-jährige Frau und ihr 62-jähriger Ehemann, konnten sich nach erfolglosen Löschversuchen noch rechtzeitig ins Freie retten. Die Frau erlitt eine Rauchvergiftung, der Ehemann Verbrennungen im Gesicht und an den Armen. Sie wurden vom Rettungsdienst erstversorgt und umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Als der erste Angriffstrupp in die Brandwohnung eindrang, stand der Christbaum lichterloh in Flammen. Doch die Kräfte brachten den Brand schnell unter Kontrolle. Die Wohnung und der Dachstuhl wurden durch das Feuer und den Ruß jedoch stark beschädigt.

Die großen Feuerwehr-Reportagen:

In Münster (NW) kam es am Samstag ebenfalls zu einem verheerenden Dachstuhlbrand. Schon auf der Anfahrt zum Einsatzort nahe des Münsteraner Hauptbahnhofes konnten die Kräfte die starke Rauchentwicklung erkennen. Es brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Wolbecker Straße. Es befanden sich jedoch keine Personen mehr im Gebäude. Mit sechs Trupps unter Atemschutz ging die Feuerwehr zum Innenangriff vor. Zudem verhinderte sie mit einem Außenangriff über zwei Drehleitern eine Brandausbreitung auf die Nachbargebäude. Zirka 45 Feuerwehrleute kamen zum Einsatz.

Am späten Sonntagabend mussten mehr als 100 Feuerwehrleute in Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) einen großen Strohballen-Brand bekämpfen. Auf einer Fläche von knapp 2.500 Quadratmeter standen zirka zehn Meter hoch gestapelte Ballen in Flammen. Die Rauchwolke war kilometerweit sichtbar. Als erste Maßnahme richteten die Einsatzkräfte eine Riegelstellung zu angrenzenden Stallgebäuden ein, um eine Brandausbreitung zu verhindern. Dann bauten sie einen umfassenden Löschangriff auf. Dafür mussten sie Wasser aus Zisternen auf landwirtschaftlichen Anwesen saugen und eine ein Kilometer lange Schlauchleitung zu einem Bach legen. Außerdem brachten Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Löschwasser an die Einsatzstelle. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Montagvormittag an.

Weitere Weihnachtseinsätze der Feuerwehren?

Sind auch Sie mit Ihrer Feuerwehr im Einsatz gewesen, berichten Sie gerne darüber in der Kommentarfunktion.

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