Montag, 5. Dezember 2016

Was für eine irre Tierrettung

23. Februar 2016 von  

Glinde (SH) – Drei Stunden benötigte die Feuerwehr Glinde (Kreis Stormarn) am Dienstagvormittag, um einen Kormoran aus einer Birke zu befreien. Zwei Fahrzeuge fuhren sich fest, Werfer und Leitern kamen zum Einsatz – und eine Motorsäge.

Gegen 9.55 Uhr erhielt die Feuerwehr Glinde die Meldung, dass an einem Angelteich im Friedericipark ein Vogel in einem Baum festsitzen würde. Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass sich der Kormoran in einer Schnur (Angel- oder Drachenschnur) in den Ästen in etwa 15 Meter Höhe verfangen hatte. Die Birke stand direkt am Ufer des Teiches auf einer Landzunge.

Mit dem Werfer eines Löschfahrzeugs versuchen Feuerwehrleute in Glinde, einen festsitzenden Kormoran zu befreien. Foto: L. Ebner

Mit dem Werfer eines Löschfahrzeugs versuchen Feuerwehrleute in Glinde, einen festsitzenden Kormoran zu befreien. Foto: L. Ebner

Zuerst versuchten die Kräfte, den Ast oder die Schnur mit dem Werfer eines Löschfahrzeugs (LF) zu treffen. „Mit etwas Glück wäre der Kormoran dadurch befreit gewesen“, berichtet Feuerwehr-Pressesprecher Tom Reher. Doch die Entfernung war zu groß. Also wurde die Drehleiter (DLK) positioniert. Aus dem Korb kam zuerst der Monitor zum Einsatz. Als dies nichts brachte, versuchten die Kräfte, mit einer Leine nach der Schnur oder dem Ast zu fischen. Ebenfalls vergeblich. Also dichter ran. Dabei fuhr sich das Fahrzeug auf dem aufgeweichten Untergrund fest.

Mit dem Löschfahrzeug sollte die DLK rausgezogen werden. Wurde nichts. Wenig später saß auch das LF fest. Zum Glück war noch das Hilfeleistungslöschfahrzeug vor Ort. Mit dessen Seilwinde gelang es schließlich, die beiden anderen Fahrzeuge aus dem Morast zu ziehen.

An einer Schnur hatte sich ein Kormoran in einer Birke in Glinde verfangen. Die Feuerwehr benötigte drei Stunden, um ihn zu befreien. Foto: L. Ebner

An einer Schnur hatte sich ein Kormoran in einer Birke in Glinde verfangen. Die Feuerwehr benötigte drei Stunden, um ihn zu befreien. Foto: L. Ebner

Als nächsten brachten die Feuerwehrleute eine Steckleiter an der Birke in Stellung. Doch wirklich erreichen ließ sich der Vogel auf diese Weise auch nicht. Vertreter der Stadtverwaltung beschlossen daraufhin: Die Birke wird gefällt. Gegen 12.30 Uhr stürzte der Baum – wie geplant – ans Ufer des Angelteiches.

Download-Tipp:

Durch die Erschütterung löste sich die Schnur und der Kormoran war frei. Er flog einige Meter und ließ sich auf dem Teich nieder. „Ohne das wir zuvor seine Personalien hätten feststellen können“, so Tom Reher. Vom Wasser aus beobachtete der Vogel, wie die neun Kräfte der Feuerwehr wieder einrückten.

Kommentare

6 Kommentare zu “Was für eine irre Tierrettung”
  1. Jo sagt:

    Ganz unabhängig davon das hier Kameraden ihren Auftrag erfolgreich durchführten.
    Ein Kormoran ist kein seltenes oder schützenswertes Wesen. Für einen Vogel, der erhebliche Schäden bei den Fischern anrichtet sollte ein solche aufwändiger Einsatz nicht durchgeführt werden, hier hätte ein Jäger oder anderer Naturschutzbeauftragter gereicht. Es steht wohl außer Frage, dass man mit einem Wasserstrahl keine Knoten lösen kann.
    Aber vielleicht ist es für eine Ortswehr auch mal ganz schön einen Einsatz fahren zu können, auch wenn er recht wenig sinn hat.

  2. ma sagt:

    Beim Kommentar von Jo hat sich ein wesentlicher Fehler eingeschlichen. Hier die korrigierte Version:
    Ein MENSCH (PER SE) ist kein seltenes oder schützenswertes Wesen. Für einen MENSCHEN, der erhebliche Schäden AUF DEM GESAMTEN PLANETEN ERDE anrichtet sollte ein solche aufwändiger Einsatz nicht durchgeführt werden … usw.

  3. Gerhard F. Nowacki sagt:

    Der / diejenige sog. „ma“ sollte sich schämen, solche
    Menschen verachtende Kommentare gehören nicht in dieses
    Forum.

    Sollten Sie Feierwehrangehöriger sein,empfehle ich Ihnen den sofortigen Rück/Austritt. Sie gehören nicht zu uns und haben sich selbst disqualifiziert. Solche Individien wie Sie haben auf dieser Welt weder Platz, noch eine Daseinberechtigung. Ihr IQ reicht vermutlich nur dazu solch einen Scheiß zu verzapfen.

  4. Si sagt:

    Ersmal muss ich ma recht geben.
    Zweitens finde ich den Lösungsansatz das Tier mittels einem harten Wasserstrahl zu befreien mehr als bedenklich.
    Wofür gibts denn bitte Höhenretter oder andere Hubrettungsfahrzeuge?

  5. Do sagt:

    Großartig!
    Danke, ma, dem ist nichts hinzuzufügen.

  6. Do sagt:

    Lieber Gerhard F. Nowacki,

    nur als kleiner Hinweis: der Kommentar von „ma“ beinhaltet zu 100 Prozent ironische Zuspitzung.

Kommentare

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