Samstag, 25. März 2017

Verzweifelte Rettungsversuche bei Großbrand

16. Dezember 2016 von  

Heide (SH) – Am Donnerstagmorgen ist in einem Wohn- und Geschäftshaus in Heide (Kreis Dithmarschen) ein Großbrand ausgebrochen. Mehrere Erwachsene und Kinder gerieten dabei in Not. Passanten hörten die panischen Hilferufe der Bewohner und leiteten verzweifelte Rettungsversuche ein. Insgesamt wurden mindestens zehn Menschen verletzt, darunter auch ein Feuerwehrmann.

Gegen 9 Uhr brach das Feuer in der Heider Innenstadt in einem Mehrfamilienhaus oberhalb einer Buchhandlung aus. Rauch und Flammen breiteten sich schnell aus, griffen auch auf ein benachbartes Gebäude über und versperrten mehreren Bewohnern die Fluchtwege. Sie machten an den Fenstern auf sich aufmerksam und riefen laut um Hilfe. Eine Frau an der Gebäudevorderseite hatte einen Säugling auf den Arm und rief den Menschen auf der Straße zu. Auf der Rückseite schrie ein Mann ebenfalls den Ersthelfern laut zu, dass sich noch Kinder in dem Haus befinden.

Passanten wollen Bewohner retten

Die Passanten fackelten allesamt nicht lange. Verzweifelt versuchten sie, die Eingeschlossenen noch vor Eintreffen der bereits benachrichtigten Feuerwehr zu retten. Ein Helfer fuhr einen Kastenwagen an das Haus heran, doch ein Überstieg aus dem Haus auf das Fahrzeugdach scheiterte. Auch der Versuch, aus Brotkörben und einem Tisch einen Turm zu bauen, misslang.

Notruf überlastet

Immer mehr Menschen wurden auf die sich anbahnende Katastrophe aufmerksam und wählten den Notruf. Doch die Leitungen waren wegen der Vielzahl an Anrufern überlastet. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst aus Heide und Umgebung rückte aus. Ihnen gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, ehe es auf noch weitere Häuser übergriff. Bei den Löscharbeiten kamen auch zwei Drehleitern zum Einsatz.

Feuerwehrmann unter den Verletzten

Die Frau konnte zwei Kinder an Helfer auf der Straße heruntereichen. Die übrigen Bewohner brachten sich teilweise selbst in Sicherheit oder wurden durch die Feuerwehr gerettet. Darunter auch eine bettlägerige Person. Die Feuerwehrleute hatten Schwierigkeiten, in das Gebäude vorzudringen, da das Treppenhaus nur durch eine sehr schmale Lohne (norddeutsch für eine kleine Gasse) zwischen den Häusern zu erreichen war. Durch die Brandintensität stieg das Risiko für die Atemschutzgeräteträger derart an, dass der Innenangriff abgebrochen werden musste. Zu den insgesamt zehn Verletzten zählen drei Kinder und sechs erwachsene Bewohner sowie ein Feuerwehrmann. Er erlitt einen Stromschlag. Die Brandursache ist unklar.

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