Samstag, 10. Dezember 2016

Versperrter Fluchtweg: Panik bei Brand

23. Februar 2015 von  

Stuttgart (BW) – Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt spielten sich am frühen Montagmorgen dramatische Szenen ab. Mehrere Bewohner konnten sich durch die starke Verrauchung des Fluchtweges zunächst nicht selbst ins Freie retten und gerieten dadurch in Panik. Später entdeckte die Polizei eine Marihuana-Plantage in der Brandwohnung.

Als der Integrierten Leitstelle Stuttgart (ILS) um 4.33 Uhr per Notruf ein Wohnungsbrand gemeldet wurde, war das Ausmaß des Brandes noch nicht genau einzuschätzen. Wenig später, noch während sich die ersten Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Stuttgart, des Rettungsdienstes und ein Notarzt auf dem Weg zur Einsatzstelle befanden, meldeten sich weitere betroffene Hausbewohner panisch bei der ILS. Der Treppenraum des Mehrfamilienhauses war bereits zu stark verraucht, um das Haus selbst verlassen zu können – sie seien in ihren Wohnungen eingeschlossen. Die ILS erhöhte das Alarmstichwort und alarmierte weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes sowie die freiwilligen Feuerwehren Untertürkheim und Hedelfingen.

Brand in Bad Cannstatt: mit der Drehleiter wird von außen gelöscht. Foto: 7aktuell/Herlinger

Brand in Bad Cannstatt: mit der Drehleiter wird von außen gelöscht. Foto: 7aktuell/Herlinger

Den Einsatzkräften dagegen bot sich bei der Ankunft am Einsatzort jedoch eine deutlich weniger dramatische Lage, als durch die Notrufe der Bewohner dargestellt. Eine Wohnung im ersten Obergeschoss des Hauses brannte mit starker Rauchentwicklung und erkennbarer Flammenbildung. Die Bewohner der betreffenden Wohnung und aus dem Stockwerk darüber hatten sich jedoch bereits selbst ins Freie retten können.

Zwei Atemschutztrupps gelangten über den Treppenraum in die Brandwohnung und begannen dort mit dem Löschangriff. Gleichzeitig leitete weitere Kräfte mit der Drehleiter die Brandbekämpfung von außen ein. Zudem wurden alle Wohnungen mit einer Wärmebildkamera überprüft und anschließend, ebenso wie der Treppenaufgang, mithilfe eines Hochleistungslüfters vom Brandrauch befreit.

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Nach Ende der Löscharbeiten konnten die Bewohner, deren Wohnungen nicht direkt von den Folgen des Brandes beeinträchtigt waren, wieder in ihre Räume zurückkehren. Die Feuerwehr hatte die Wohnungen zuvor freigemessen. Nur eine der vor Ort von Notarzt und Rettungsdienst versorgten Personen, wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Eine bei dem Brand schwer verletzte Katze übergaben die Feuerwehrleute dem Tiernotdienst.

Bei dem Brand entstand ersten Schätzungen der Polizei zufolge ein Schaden von mehreren zehntausend Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Nach den Löscharbeiten fanden die Ermittler in der Brandwohnung eine Marihuana-Plantage mit 12 Pflanzen sowie weiteren Beweismitteln. Den Wohnungsinhaber erwartet eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Kommentare

1 Kommentar zu “Versperrter Fluchtweg: Panik bei Brand”
  1. Münch sagt:

    Die Thematik tritt immer wieder auf. In Berlin war es 2011 aufgrund von Brandstiftungen in Treppenhäusern ganz extrem. Als Reaktion haben wir mit Unterstützung der Berliner Feuerwehr diese Aufklärungsfilme mit Hilfe wissenschaftlicher Methodiken der Computersimulationen erstellt. Sie sind kostenfrei verfügbar und können in der Brandschutzaufklärung eingesetzt werden.

    http://inuri.de/de/component/content/article/101-leistungen/fue-arbeiten/110-inuri-film-brand-im-treppenhaus

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