Mittwoch, 23. August 2017

Unfall in Wuppertal: Seniorin erfasst Kinder

4. September 2012 von  

Wuppertal (NW) – Montagnachmittag kam es in Wuppertal zu einem tragischen Verkehrsunfall. Zwölf Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen, weil eine Seniorin die Kontrolle über ihren Pkw verloren hatte. Die 80-Jährige erfasste einige Passanten, darunter auch Kinder. Ein Junge wurde lebensgefährlich verletzt.

Die Wuppertalerin war vom Fahrbahnrand angefahren und geriet wenige Meter später mit ihrem Pkw auf den Gehweg. Sie prallte mit dem Fahrzeug gegen die Wand einer Apotheke. Anschließend fuhr sie etwa 30 Meter über den Gehweg. Dabei erfasste sie mehrere Passanten – unter ihnen auch vier Kinder.

Großeinsatz in Wuppertal nach Unfall mit elf verletzten Personen. Foto: Peter Fichte

Das Fahrzeug stieß im weiteren Verlauf gegen den VW Golf einer 67-Jährigen, die sich mit ihrem Pkw an einer Einmündung befand. Bei dem Unfall wurden insgesamt elf Personen verletzt. Ein Sechsjähriger zog sich lebensbedrohliche Verletzungen zu. Er musste unter notärztlicher Versorgung mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Zwei weitere Jungen (sechs und acht Jahre), sowie eine 33-jährige Passantin erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Drei Passanten (ein siebenjähriger Junge, eine 30-jährige Frau und ein 31 Jahre alter Mann) wurden leicht verletzt.

Die 80-Jährige und ihr 86 Jahre alter Beifahrer mussten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert werden, ebenso die Golf-Fahrerin und ihre 28 Jahre alte Beifahrerin. Sie zogen sich leichte Verletzungen und mussten wegen erlittener Schocks behandelt werden. Die Mutter des achtjährigen Kindes wurde ebenfalls zum Krankenhaus transportiert und dort betreut.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr befanden sich am Unfallort. Notfallseelsorger betreuten Angehörige der Unfallopfer, Zeugen und Einsatzkräfte. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 15.000 Euro. Die Ermittlungen des zuständigen Verkehrskommissariats zum genauen Unfallhergang dauern an.

Kommentare

24 Kommentare zu “Unfall in Wuppertal: Seniorin erfasst Kinder”
  1. Lukas sagt:

    Autos müsen alle zwei Jahre zum Tüv, Feuerwehrleute alle drei Jahre zur G26.3, Piloten und Taucher zu Tauglichkeitstests … nur Autofahrer nicht! Und solange das so ist, werden weiter solche schlimmen Unfälle passieren!

    Ab einem gewissen alter nimmt einfach die Hörfähigkeit und Sehkraft ab, die Reaktionen wedden langsamer etc. Wer dann noch fahren will/muss, der muss diese Fähigkeiten halt nachweisen können!

  2. Stefan Schulz sagt:

    Einfach nur ein witz! jahr für jahr passiert immer wieder das gleiche, einfach in kreuzungen einfahren und dadurch mottoradfahrer köpfen oder kindergruppen über den haufen fahren … und was passiert? wenn überhaupt wird das nebenbei mal wieder kurz erwähnt bei den herren die die politik machen .. was ist so schwer daran eine ärztliche untersuchung für die fahrtauglichkeit ab dem renteneintritt einzuführen??? …

  3. Jetzt global die älteren Mitmenschen zu verurteilen, ist mal wieder so typisches Mob-Gedankengut (gelinde ausgedrückt). Ähnliche Unfälle werden auch von weitaus jüngeren Verkehrsteilnehmern verursacht! Es spricht sicher nichts gegen eine wiederkehrende Fahrtauglichkeits-Überprüfung, paralell dazu muß aber auch für die Erhaltung der Mobilität & Versorgung dieser Menschen gesorgt werden. Nicht alle haben Angehörige, Bekannte o.ä. zur Hand, falls sie selbst nicht mehr können.
    Trotzdem, von hier aus: Allen Verletzten eine gute Genesung!

  4. Schnegge sagt:

    Es ist gerade für ältere Menschen ein ganz typisches Bild, dass Sie es nicht mehr schaffen, eine Situation, in die sie geraten sind, zu erkennen und folgerichtig zu handeln.
    Man bedenke, dass sie gegen eine Wand gefahren ist. Der voll fahrtüchtige Verkehrsteilnehmer stoppt danach sein Fahrzeug und ärgert sich über den Fehler. Diese Dame scheint das nicht realisiert zu haben und fährt vermutlich völlig panisch nach dem Anprall noch 30 Meter über den Gehweg und macht dort die Fußgänger nieder.
    Tests ab einem gewissen Alter und dann alle fünf Jahre, sei es ab 65 oder 70, erscheinen mir als sinnig und machbar. Vor allem für die Betroffenen erscheint es mir auch als zumutbar (!). Dann stellt sich heraus, ob die Brille noch die richtige Stärke hat, das Hörgerät noch in Ordnung ist oder schlichtweg die Reaktionskraft noch ausreicht.

  5. Björn sagt:

    Auch ich bin für eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung ab 70. Jedoch sollte wie schon erwähnt die Mobilität, gerade auf dem Land, nicht außer Acht gelassen werden. Nicht jeder hat ne Busverbindung vor der Haustüre oder den nächsten Supermarkt um die Ecke.
    Wobei man aber auch wieder sagen muß das auf dem „Land“ etwaige Unfälle kaum stattfinden. Da fährt halt die Omi mal gemütlich in den Graben…..
    😉
    Dennoch gute Besserung an alle Betroffenen…

  6. Crisu sagt:

    Wieviel junge Fahrer verursachen schwere Unfälle? Darunder auch Tötliche. Auf jeden Fall mehr als die alten Fahrer bzw Fahrerinnen.

  7. Peter Lamaack sagt:

    Bei den meisten Kommentaren hier frage ich mich, ob die Schreiberlinge das Motto der Feuerwehren wirklich verinnerlicht haben oder nur deshalb „Feuerwehr machen“, weil sie ansonsten nicht abspritzen können und sich das Eiweiss im Hirnkasten verklumpt hat.

    Alle Statistiken belegen eindeutig, daß gerade Fahranfänger eine sehr hohe Summe an Fehlern bzw. Unfällen haben, weil sie an Selbstüberschätzung leiden und die „Fahrkunst“ noch nicht ausgereift ist. Der Suff bzw. andere Drogen spielen auch eine Rolle.
    D.h. beide Altersgruppen haben unterschiedliche Unfallursachen.

    Eine regelmässige medizinische Überprüfung der Fahrtüchtigkeit wäre sicherlich eine gute Idee – die Fahrzeugtechnik wird ja alle drei bis zwei Jahre auch gecheckt.
    Aber dann für alle Altersgruppen; ab dem 17. LJ aufwärts.

  8. Florian K sagt:

    Tests, Tests und Tests… was sollen die ganzen Tests? Kürzlich hat sich eine Mitte 60 jährige ähnliches erlaubt und ist in eine Metzgerei gefahren. Sie würde durch eine Altersbeschränkung nicht erfasst werden. Wenn schon, dann für alle Verkehrsteilnehmer in regelmäßigen Abständen analog den Berufskraftfahrern.

    Ich bin dafür, dass man auf die Bremse steigt wenn der Wagen sich in Richtung Gehsteig macht. Und erst recht dann, wenn der Wagen schon in eine Hauswand eingeschlagen hat. Und wer das nicht kann oder sich nicht traut oder in der Situation überfordert ist, geht zu Fuß! Ich fass es nicht!

    Derart gravierende Fahrfehler sind schlicht eine vollkommende Überforderung der Personen am Steuer. Die Strafe muss sehr deutlich ausfallen und ein klares Zeichen setzen. Diese Menschen sind eine Gefahr für sich und was viel schlimmer ist, für uns alle.

  9. Detlef gronemeier sagt:

    Lkwfahrer müssen mit 50 zum Test warum dürfen 70,80 oder sogar 90 jährige Pkw fahren ohne überprüfung.Wo ist da die Gerechtigkeit ? Junge leute haben ihre auflagen,was ich richtig finde aber die alten dürfen sich im Straßenverkehr tummeln egal ob sie noch körperlich dazu in der lage sind.Aber haben wir erst wieder einen Toten dann ist das Geschrei wieder groß.Andere Länder haben die Überprüfungen eingeführt und haben damit keine Probleme.Warum wir ? Der Todmannspiegel für LKW wurde in vielen Ländern direkt eingeführt nur wir deutschen brauchten wieder mal jahrelange Tests und einige Tote.Aber das ist typisch Deutsch viel Testen,viel reden aber nichts unternehmen.

  10. Jörg Hedtmann sagt:

    Ich brauche keine Führerschein, ich wohne mitten in Berlin, und irgendeine U-Bahn, S-Bahn Bus oder Fähre fährt immer. In Wuppertal fährt aber selbst am Wochenende sogar die Schwebebahn ab 2300h nicht mehr. Kein Führerschein in Wuppertal? Nein danke…

Kommentare

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