Donnerstag, 8. Dezember 2016

Tote bei Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf – Am Pfingstmontag zog ein schweres Unwetter von den Beneluxländern her kommend über Nordrhein-Westfalen. Orkanböen, Gewitter, Hagel und Starkregen richteten verheerende Schäden an. Mindestens sechs Personen kamen ums Leben, zirka 70 Personen wurden verletzt. Allein die Feuerwehr Düsseldorf registrierte über 2.000 Einsätze.

Der Westen und Nordwesten Deutschlands bekam Montagabend und die ganze Nacht die Kraft mehrerer Gewitterzellen zu spüren. Besonders schwer wütete das Unwetter in Nordrhein-Westfalen. Am Flughafen Düsseldorf wurden Windgeschwindigkeiten von über 140 km/h gemessen. Bäume knickten dabei um wie Streichhölzer und stürzten auf Fahrbahnen, Gebäude und Fahrzeuge. Mehrere Personen mussten von der Feuerwehr aus ihren Autos gerettet werden, nachdem sie von Bäumen getroffen wurden. Hagelkörner und Laub verstopften Gullys, wodurch es wegen der enormen Regenmassen zu Überflutungen auf Verkehrsflächen und in Gebäuden kam.

Drei Tote in Gartenhütte

Im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz flüchteten mehrere Menschen vor dem Unwetter in ein Gartenhaus. Zwei Bäume fielen auf das Häuschen und begruben neun Personen unter sich. Einige konnten sich selbst befreien, andere waren auf die Rettung durch die Feuerwehr angewiesen. Drei Menschen starben in der völlig zerstörten Hütte.

Sturmschaden. Symbolfoto: Thomas WeegeDie Düsseldorfer Feuerwehr hatte mit insgesamt 1.200 Einsatzkräften größte Mühe, überhaupt die über 2.000 gemeldeten Einsatzorte zu erreichen. Bis zum Morgen konnte knapp die Hälfte der Einsätze abgearbeitet werden. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert und brachten den Verkehr zum Erliegen. In ganz Nordrhein-Westfalen wurde zudem bis Mitternacht der gesamte Bahnverkehr vorsichtshalber eingestellt. Die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr dauern bis zum Mittwoch an.

Auch in Ratingen (Kreis Mettmann) war das Bild ähnlich. Überall waren Straßen blockiert. Hier mussten die Feuerwehr Duisburg und THW-Einheiten mit anpacken, um die zirka 620  Einsätze abzuarbeiten. Am Dienstagabend waren davon immer noch rund ein Drittel nicht abgearbeitet.

Die Feuerwehr Essen meldete ebenso zahlreiche umgestürzte Bäume. Eine Person starb nach Polizeiangaben bei Aufräumarbeiten. Den rund 800 Einsatzkräften fiel die Unterstützung aus der Bevölkerung besonders positiv auf. Die Helfer bekamen an mehreren Einsatzstellen Getränke von Anwohnern angeboten, ohne dass sie danach gefragt hatten. Viele Bürger packten auch selber mit an und machten Straßen und Gullys wieder frei. Zur Bewältigung der chaotischen Lage wurden Feuerwehrbereitschaften aus dem Regierungsbezirk Arnsberg angefordert.

Polizisten befreien Fußgänger

Polizeibeamte in Gelsenkirchen wussten sich bei einem Einsatz besonders zu helfen. Passanten machten eine Streifenwagenbesatzung auf einen unter einem Baum eingeklemmten Fußgänger aufmerksam. Der Mann hing unter einem 80 Zentimeter dicken Stamm fest und war schwer verletzt. Da wegen der Vielzahl an Einsätzen die Feuerwehr nicht zeitnah eintreffen konnte, ließen die Polizisten sich einen Wagenheber von ihrer Wache bringen und hoben damit den Baumstamm an und befreiten den Verletzten. Ein zufällig vorbeikommender und schon belegter Rettungswagen der Feuerwehr wurde angehalten. Er übernahm den Transport des Schwerverletzten in ein Krankenhaus. Die zuvor darin transportierte leicht verletzte Frau wurde mit einem Streifenwagen weitergefahren.

Weit über 500 Einsätze hatte die Feuerwehr in der Nachbarstadt Dortmund bis Dienstagabend abgearbeitet. Pfingstmontag waren neben der Berufsfeuerwehr alle 19 Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Auch hier rückte das THW mit aus. Über 400 Helfer waren unterwegs. Die Kräfte vom Löschzug Dortmund-Asseln wechselten sich ab und leisteten so in über 26 Stunden knapp 50 Hilfeleistungen.

Radfahrer von Baumkrone erschlagen

Ein Radfahrer wurde in Köln von einer Baumkrone erschlagen, nachdem diese nach einem Blitzeinschlag von einem Baumstamm brach und auf die Fahrbahn stürzte. Auch in Krefeld kam eine Person ums Leben. In Mühlheim wurde eine große Gedenkveranstaltung frühzeitig abgebrochen und das Festgelände evakuiert. (Symbolfoto: Thomas Weege)

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