Donnerstag, 23. Februar 2017

Sturmflut an der Ostseeküste – Feuerwehren im Großeinsatz

Wismar (MV) / Lübeck (SH) – Mittwochabend prallte mit Sturmtief Axel eine Sturmflut auf die Ostseeküste. Straßen wurden überflutet, Wasser drang bis in die Städte vor. Auf Usedom beschädigten die Fluten die Steilküste. Die Feuerwehren – überwiegend Freiwillige – waren im Großeinsatz. Sie sicherten Gebäude mit Sandsäcken, stellten mobile Spundwände auf und pumpten Keller leer.

Es war die größte Sturmflut an der Ostsee seit zirka 10 Jahren.

Auf Usedom wütete die Sturmflut enorm, richtete erhebliche Schäden an. Teile der Steilküste brachen ab, Treppenaufgänge wurden weggerissen. Das Wasser strömte über die Strandpromenaden, zerstörte Verkaufsstände. Nicht ganz so schlimm traf es Rügen. Aber auch hier wurden die Deiche überspült.

Auch in Stralsund und Rostock trat das Wasser über die Ufer. Zudem stiegt das Wasser in den Kanalisationen. Straßen wurden überschwemmt.

Heftig traf es die Hansestadt Wismar. Statt dem erwarteten Höchstwert von 1,50 Meter, erreichte der Pegelstand 1,83 Meter über Null. Das Wasser überschwemmte den Hafen und strömte in die Stadt. Die Feuerwehr musste unzählige Keller auspumpen.

Wichtig im Hochwassereinsatz:

In der Hansestadt Lübeck drängte die Flut bis auf die Zuwegungen zur Altstadt. Die Feuerwehr musste Wohn- und Geschäftshäuser mit Sandsackbarrieren schützen. Zeitweise drohte das Wasser sogar bis zum Wahrzeichen Lübecks, dem Holstentor, vorzudringen. Wie in vielen anderen Städten und Orten gingen auch in Lübeck zahlreiche Fahrzeuge sprichwörtlich baden. In Lübeck waren nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein neben der Berufsfeuerwehr auch 16 Freiwillige Feuerwehren im Hochwassereinsatz.

Mit voller Wucht traf die Sturmflut auch den Kreis Ostholstein. Die Feuerwehr sicherte beispielsweise an der beliebten Seebrücke am Weißenhäuser Strand die DLRG-Station mit Sandsäcken. Auf der Insel Fehmarn meldeten einige Ortschaften Land unter. Zeitweise war das Wasser um 1,60 Meter über Null gestiegen. Mit einem Großaufgebot musste die Feuerwehr eine Ferienhaussiedlung schützen, die 2 Meter unter Normal Null liegt. Hier drohten die Fluttüren dem Wasserdruck nicht standhalten zu können.

Erst am frühen Morgen sanken die Pegelstände. Für die Feuerwehren ging der Einsatz fast überall weiter. „Das flächendeckende Hilfeleistungssystem der Freiwilligen Feuerwehren hat sich erneut bewährt und seine Alternativlosigkeit unter Beweis gestellt“, betonte Dr. Ralf Kirchhof, stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein.

Ort: Weißenhäuser Strand Uhrzeit: ca. 19:30 Datum: 04.01.2017 Foto: Arne Jappe (arj) Fotojournalist / Digitalfotografie Nyfeler Text: Arne Jappe (arj) Fotojournalist / Digitalfotografie Nyfeler Text zum Bild: Einsatzkräfte versuchen mit Sandsäcken das DLRG Haus zu schützen.

Weißenhäuser Strand: Feuerwehr stapelt Sandsäcke. Foto: Arne Jappe / Nyfeler

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