Donnerstag, 8. Dezember 2016

Spektakuläre Menschenrettung bei Gebäudebrand

Norden (NI) – Gleich sechs Menschen mussten bei einem Gebäudebrand in Norden (Kreis Aurich) in der Nacht zu Samstag von der Feuerwehr aus höchster Not gerettet werden. Fünf Personen standen an Fenstern im Dachgeschoss, eine weitere Person war auf die Dachspitze geflüchtet. In Panik drohten sie zu springen. Aus Platzgründen konnte die Drehleiter nicht zur Rettung eingesetzt werden.

Nachts gegen 3 Uhr brach in einer Küche des Hauses im Erdgeschoss ein Feuer aus. Sechs Bewohner des Hauses hielten sich da im Obergeschoss auf. Als sie das Feuer bemerkten, war der Treppenraum bereits vollständig verqualmt. Der einzige Fluchtweg war somit versperrt. In ihrer Not wählten sie den Notruf und schilderten dem Disponenten der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland ihre heikle Situation und meldeten dabei drei Personen als vom Feuer eingeschlossen. Die Leitstelle entsandte gleich ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst, Deutschen Roten Kreuz und Polizei.

Menschenleben in Gefahr. Gleich sechs Personen musste die Feuerwehr aus einem brennenden Wohnhaus in Norden retten. Foto: Thomas Weege

Menschenleben in Gefahr. Gleich sechs Personen musste die Feuerwehr aus einem brennenden Wohnhaus in Norden retten. Foto: Thomas Weege

Bewohner in Panik

Als die ersten Kräfte den Einsatzort in einer schmalen Straße der Innenstadt erreichten, standen aber nicht nur die gemeldeten drei Personen an den oberen Fenstern, sondern noch zwei weitere. Im dichten Qualm sahen die Retter auch noch eine sechste Person auf der Dachspitze sitzen. Alle Personen waren sehr aufgeregt und schrien um Hilfe. Hinter einem Fenster im Erdgeschoss war offenes Feuer zu sehen. Als die Scheibe zerbarst, griff das Feuer schnell um sich und setzte die gesamte Küche in Brand.

Kein Platz für Einsatzfahrzeuge

Wegen der geringen Straßenbreite konnten die Fahrzeuge der Feuerwehr Norden kaum in die Gasse einfahren. Das erste Löschfahrzeug konnte zwar bis an das Gebäude heranfahren, doch die Türen ließen sich kaum noch öffnen. Für die Drehleiter war überhaupt kein Raum. Die übrigen Einsatzfahrzeuge mussten auf einer Hauptverkehrsstraße in rund 100 Metern Entfernung stehen bleiben. Als erstes wurde auf der Gebäuderückseite eine Steckleiter in Stellung gebracht. Dort hingen gleich vier Personen aus einem schmalen Fenster und schnappten nach Luft. Sie klagten über Atemnot und zunehmende Hitze die sie am Rücken und am Kopf spürten. Als nächstes wurden weitere Steckleitern an der Vorder- und Längsseite aufgestellt, um die anderen beiden Personen zu retten. Bis zur Rettung beruhigten die Einsatzkräfte die Eingeschlossenen in dem sie ihnen zusprachen und die Rettungsmaßnahmen erklärten. Parallel dazu leiteten Atemschutzgeräteträger die Brandbekämpfung ein.

Alle Geretteten wurden an den Rettungsdienst übergeben. Für diesen war zwischenzeitlich das Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst worden. Auf dem Vorplatz einer naheliegenden Kirche richtete der Rettungsdienst einen Behandlungsplatz ein. Alle sechs Opfer kamen mit Rauchvergiftungen in umliegende Krankenhäuser, drei von ihnen mussten auf Intensivstationen aufgenommen werden. Die Brandursache konnte bisher noch nicht geklärt werden.

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