Sonntag, 28. Mai 2017

Schweres Zugunglück in Rethorn

Ein schwerer Bahnunfall ereignete sich am Donnerstagmittag in Rethorn (Gemeinde Ganderkesee). Dabei war an einem Bahnübergang ein Zug der Nordwestbahn mit einem LKW kollidiert und entgleist.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde unmittelbar nach der Kollision an den Unfallort alarmiert. Neben der Feuerwehr waren kurz darauf die Polizei sowie der Rettungsdienst mit drei Rettungswagen und zwei Notärzten vor Ort.

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Sie fanden ein riesiges Trümmerfeld vor, ein kaputter Transporter stand vor den zerstörten Bahnschranken, ein LKW lag etwa 25 Meter weiter zerfetzt im Grünstreifen. Ein Stück weiter war die Norwestbahn entgleist und stark beschädigt zum Stehen gekommen, die Oberleitung war abgerissen.

Zuerst galt es für die Einsatzkräfte, die Lage zu erkunden und nach Verletzten zu suchen. In dem total zerstörten Führerhaus des LKW befand sich keine Person, genauso wie in dem Transporter. Erste Vermutungen, nach denen die Personen aus den Fahrzeugen geschleudert wurden, bestätigten sich glücklicherweise nicht.

Der Fahrer des LKW hatte den Zug kommen sehen und konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Den Transporter, der vor den Bahngleisen stand, hatte er auf seinem Auflieger transportiert. Dieser war beim Aufprall von der Ladefläche des Abschleppers geschleudert worden.

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Der Rettungsdienst kümmerte sich vorerst um die Personen, die sich in dem Zug befanden. Obwohl die Lok völlig zerstört wurde, ist der Lokführer nur leicht verletzt worden. Hinzu kamen fünf weitere Zugpassagiere, die mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Der LKW-Fahrer stand unter Schock und wurde ebenfalls vom Rettungsdienst betreut.

Bevor die Reisenden den Zug verlassen konnten, musste die Oberleitung durch den zuständigen Bahnmanager geerdet werden. Während der Erdungsarbeiten der Bahn klemmte die Feuerwehr die Batterie des Transporters ab und dämmte die auslaufenden Betriebsstoffe ein. Zeitgleich wurde für die Reisenden ein Behelfssteg aus Brettern gebaut, über den sie später auf einen angrenzenden Weg gebracht wurden.

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Nachdem alle Passagiere vom Rettungsdienst versorgt wurden und die Oberleitung geerdet war, konnten die Evakuierungsmaßnahmen beginnen. Über Leitern wurde den Personen aus dem Zug geholfen. Im Anschluss wurden die Verletzten mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Für die Weiterreisenden organisierte die Deutsche Bahn einen Bus.

Warum der LKW auf den Bahngleisen stand und wie hoch der Sachschaden ist, wird derzeit ermittelt. Trotz allem ist dieses schwere Unglück – das schwerste seit Jahren in der Gemeinde – relativ glimpflich für alle Beteiligten ausgegangen

(Text: leicht gekürzte Version der Pressemitteilung des Kreisfeuerwehrverbands Oldenburg; Fotos: Kreisfeuerwehrverband Oldenburg)

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