Donnerstag, 8. Dezember 2016

„Scherz-Notruf“ verzögert Hilfe bei echtem Notfall

12. August 2014 von  

Holzminden (NI) – Immer wieder wird gewarnt: Durch falsche Notrufe können Menschen, die sich tatsächlich in einer Notlage befinden, in große Gefahr geraten. Durch unnötig gebundene Rettungskräfte trifft die Hilfe bei ihnen möglicherweise verzögert ein. Genau das ist nun in Holzminden passiert. 

Notruf-112. Symbolfoto: Thomas WeegeDer Notrufmissbrauch ereignete sich bereits am vergangenen Mittwoch, wurde durch die Polizei jedoch erst jetzt publik gemacht. Gegen 22.30 Uhr war unter der Notrufnummer 110 ein anonymer Hinweis eingegangen. Die Meldung: In einer Wohnung in Holzminden solle sich eine bewusstlose Frau befinden. Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr rückten aus. Und stellten nach einiger Zeit der Erkundung fest: Die genannte Adresse gab es ebenso wenig wie einen Notfall.

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Etwa zur gleichen Zeit ging ein weiterer Notruf ein – eine Frau forderte für ihren Ehemann dringend medizinische Hilfe an. Wie sich später herausstellt, litt der Mann unter einem Arterien-Verschluss. Nach Angaben der Polizei kam es zu einer „erheblichen Verzögerung“ des Notarzt-Einsatzes – der Notarzt war bei dem ersten Einsatz gebunden. Der reale Patient musste später in ein künstliches Koma versetzt und in einer Klinik notoperiert werden. Es sei noch nicht bekannt, ob irreparable Schäden aufgetreten seien, so die Beamten.

Strafen für Notrufmissbrauch

Gleichzeitig warnte die Pressestelle eindringlich: „Wer einen Notruf missbraucht oder vortäuscht, dass wegen eines Unglücksfalles oder gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei, der wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Weiterhin können die Kosten für eventuelle Einsätze in Rechnung gestellt werden.“

Kommentare

3 Kommentare zu “„Scherz-Notruf“ verzögert Hilfe bei echtem Notfall”
  1. frank kl sagt:

    Hoffentlich kriegen sie den !!!

  2. sven sagt:

    Ich will diesen offensichtlich unnötigen Eisatz nicht schön reden!

    Trotzdem: Bei einem notwendigen Paralleleinsatz hätte der Notarzt auch nicht sofort zur Verfügung gestanden! DAS sollte man berücksichtigen.

  3. stefan_67 sagt:

    @sven, deine Denkweise ist falsch.

    Theoretisch, da gebe ich dir Recht, wäre bei einem parallelen Einsatz ein Notarzt auch nicht sofort verfügbar gewesen.

    Praktisch, und nur dieses zählt, gab es aber keinen parallelen Einsatz, sondern nur einen böswilligen Alarm. Der Notarzt wäre also sofort verfügbar gewesen.

    Den Angehörigen der betroffenen Person wird kaum zu vermitteln sein, dass nur durch einen böswilligen Anruf, kurzfristig kein Notarzt zur Verfügung stand. Auch du würdest dafür kein Verständnis haben, wenn eine Person aus deinem direktem Umfeld dadurch zu Schaden käme.

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