Rekord-Pegel in Lauenburg befürchtet

Lauenburg (SH) – Jetzt wird es in Sachen Hochwasser auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg an der Elbe ernst: In der Kleinstadt, deren historische Altstadt mit 100 Gebäuden schutzlos ohne Deich direkt an die Elbe grenzt, waren die Feuerwehrleute in der Nacht zum Freitag erstmals seit Beginn des neuen Hochwassers der Elbe ununterbrochen im Einsatz. Am Morgen betrug der Pegel mehr als 8,80 Meter. Tendenz weiter steigend. Erwartet werden in der Nacht zum Sonntag mindestens 9,05 Meter. 35 Zentimeter mehr als bei der “Jahrhundertflut” 2002.

Feuerwehrleute wie Dominic Gutsch waren in der Nacht zum Freitag erstmals ununterbrochen aktiv, um gegen die Wassermassen der Elbe in Lauenburg vorzugehen. Foto: Timo Jann
Feuerwehrleute wie Dominic Gutsch waren in der Nacht zum Freitag ununterbrochen aktiv, um gegen die Wassermassen der Elbe in Lauenburg vorzugehen. Foto: Timo Jann

An mehreren Stellen schwappen die Fluten der Elbe in Häuser. Keller sind längst geflutet. Das ist nötig, um innen und außen einen Druckausgleich zu erzielen. Würden die Wassermassen nur von außen gegen die Kellerwände der historischen Fachwerkhäuser drücken, wären die Häuser einsturzgefährdet. Doch die Erdgeschossbereiche sollen möglichst trocken bleiben, um größere Schäden zu verhindern. Deshalb waren Feuerwehrleute die ganze Nacht durch aktiv, um das eindringende Wasser abzupumpen.

“Die Not macht erfinderisch, einige Hausbesitzer haben unter ihren Fußböden bereits Schächte angelegt, in denen sich das Wasser sammelt und aus denen wir es dann gut abpumpen können”, sagte Feuerwehr-Zugführer Marko Fischer in der Nacht. “Viele Anwohner hier sind ja mittlerweile erfahren, was die Flutfolgen angeht”, sagte er. Nach 2002 und 2006 steht nun bereits das dritte Mal ein Hochwasser mit rekordverdächtigen Pegelständen an.

Vollalarm für die Feuerwehr: “Wir brauchen Personal!”

Am Freitagmorgen um 8 Uhr ließ Lauenburgs Wehrführer Thomas Burmester erstmals Vollalarm für seine Wehr auslösen. “Wir brauchen Personal, um alle Einsatzstellen beherrschen zu können”, erklärte der Feuerwehrchef. Seit Dienstag wurde die Stadt für die Ankunft der Flut vorbereitet. Positiv stellt sich die Situation am Elbdeich vor dem Lauenburger Industriegebiet dar, der nach der Flut 2002 erneuert wurde. Und seit 2009 ist auch ein Gebäudeensemble an Europas ältester Schleuse mit einer mobilen Flutschutzwand gut zu verteidigen. Drei Stunden dauerte der Aufbau der Wand aus Aluminiumprofilen, an der mittlerweile das Wasser steht. Bei früheren Hochwassern hatten beide Objekte aufwändige Einsätze erforderlich gemacht.

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