Freitag, 18. August 2017

Reisebus ausgebrannt: Was wir über das Bus-Unglück auf der Autobahn 9 wissen

Münchberg (BY) – Auf der Autobahn A9 bei Münchberg (Kreis Hof) kam es in Fahrtrichtung Nürnberg am Montagmorgen zu einem tragischen Unglück mit einem Reisebus. Das Fahrzeug, besetzt mit 48 Personen einer Gruppe aus Sachsen, war auf einen Sattelzug aufgefahren und fing Feuer. Der Bus brannte komplett aus. 18 Menschen kamen ums Leben, über 30 Insassen wurden verletzt, mindestens zwei Personen schweben in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizei fuhr der Reisebus gegen 7 Uhr bei Stammbach bei sich stauendem Verkehr auf den Lkw auf. Besetzt war das Fahrzeug mit 46 Fahrgästen einer Reisegruppe aus Sachsen und zwei Fahrern. Bei den Passagieren handelte es sich um Personen im Alter zwischen 41 und 81 Jahren.

Der Reisebus fing direkt nach dem Aufprall Feuer, die Passagiere flüchteten aus dem Fahrzeug. Als die Rettungskräfte eintrafen, standen der Bus und der Anhänger des Sattelzuges bereits in Vollbrand. Trotz anfänglicher Versuche, konnten die Kräfte aufgrund der hohen Brandintensität keine Menschenrettung mehr durchführen.

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Im Minutentakt erreichten Rettungsdienst-Fahrzeuge und insgesamt fünf Rettungshubschrauber die Unfallstelle. Die Kräfte leiteten direkt Rettungsmaßnahmen ein. Doch für 18 Fahrgäste kam jede Hilfe zu spät. Sie verbrannten in dem Reisebus. 31 Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Zwei schweben noch in Lebensgefahr. Polizei Oberfranken twitterte zwischenzeitlich: „Zur Bergung und Identifizierung der Leichen sind Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts angefordert.“ Mittlerweile sind alle Leichen geborgen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt waren an der Einsatzstelle. Sie stellten sich sichtlich betroffen der Presse. Eindrucksvoll machte Dobrindt deutlich, wie dramatisch das Szenario für die Rettungskräfte gewesen sein muss. Beide äußerten sich fassungslos über das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer: Auf der Gegenspur hätten Gaffer den Verkehr behindert, die Feuerwehr hatte Probleme durch die nicht durchgängig eingerichtete Rettungsgasse anzurücken.

Rettungseinsatz nach Busunglück auf der Autobahn A9. Foto: News5 / Fricke

Der Deutsche Feuerwehrverband in Person von Präsident Hartmut Ziebs und der Landesfeuerwehrverband Bayern in Person des Vorsitzenden Alfons Weinzierl kondollierten bereits den Angehörigen. In der gemeinsamen Erklärung wird außerdem betont: „Feuerwehrangehörige sind für außergewöhnliche Situationen ausgebildet. Ein derartiges Geschehen mit zahlreichen Toten und Schwerverletzten ist jedoch auch für die Einsatzkräfte belastend. Den eingesetzten Feuerwehren und allen beteiligten Kräften gilt unser Dank für schnelles und umsichtiges Handeln. Wir hoffen, dass sie die bedrückenden Bilder gut verarbeiten können.“

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