Montag, 5. Dezember 2016

Kellerbrand gefährdet 39 Menschen

14. März 2016 von  

Menden (NW) – In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es in einem Mehrfamilienhaus in Menden, in dem überwiegend Flüchtlinge untergebracht sind, zu einem Kellerbrand gekommen. Der Treppenraum war stark verraucht, die Feuerwehr rettete Erwachsene und Kinder. Insgesamt mussten 39 Personen ihre Wohnungen verlassen.

Gegen 0.30 Uhr alarmierte die Kreisleitstelle die Feuerwehr Menden, den Rettungsdienst und die Polizei mit einem Großaufgebot. Zu diesem Zeitpunkt war der Treppenraum des viergeschossigen Wohnhauses bereits massiv verraucht und aus den Kellerfenstern auf der Vorder- und Rückseite quoll ebenfalls dichter Qualm. Ein Großteil der Bewohner hatte sich vor dem Gebäude gesammelt, es blieb aber zunächst unklar, ob sich noch weitere Personen in ihren Wohnungen aufhielten.

Atemschutztrupps durchsuchten systematisch jede Wohnung. Auf Grund der nachtschlafenden Zeit hatten einige Bewohner von dem Brand noch nichts mit bekommen. Um ihnen eine Rettung über den Treppenraum zu ermöglichen, setzten die Einsatzkräfte einen Hochleistungslüfter ein. So konnten die Erwachsenen und Kinder in Sicherheit gebracht werden. Zeitweise befanden sich vier Trupps gleichzeitig zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Einsatz.

Brand in einem Mendener Wohnhaus. Foto: FF Menden

Brand in einem Mendener Wohnhaus. Foto: FF Menden

Während der Maßnahmen der Feuerwehr führte der Rettungsdienst eine erste Sichtung der in Sicherheit gebrachten Bewohner durch. Da das betroffene Gebäude größtenteils von Flüchtlingen bewohnt wird, war die Verständigung mit den Einsatzkräften schwierig. Weiteres Rettungsdienstpersonal aus den umliegenden Städten Hemer und Iserlohn sowie aus Schwerte rückte nach. Außerdem alarmierte die Feuerwehr einen Linienbus als Unterbringungsmöglichkeit. Die Polizei verständigte zwei Dolmetscher aus Hagen.

Nachbar stellt seine Wohnung zur Verfügung

Kurzentschlossen stellte ein Nachbar seine Wohnung zur Verfügung, damit die teilweise mit kurzen Hosen, Shirts und Schlappen bekleideten Betroffenen nicht in der Kälte ausharren mussten. Hier fand anschließend auch die weitere Versorgung statt. Der leitende Notarzt aus Iserlohn nahm zusammen mit einer Mendener Notärztin insgesamt 24 Personen unter ärztliche Begutachtung. Zwei schwangere Frauen mussten in ein Krankenhaus nach Iserlohn und drei weitere Personen in das Mendener St. Vincenz Krankenhaus eingeliefert werden. Bei allen fünf Patienten bestand der Verdacht einer Rauchgasvergiftung.

Das Feuer im Kellergeschoss konnte zügig durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Menden gelöscht werden. Es brannten Kleidungsstücke und Unrat. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr und der Kontrolle aller Räume konnten die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Kommentare

1 Kommentar zu “Kellerbrand gefährdet 39 Menschen”
  1. Jorg sagt:

    Wichtig in solchen Notsituationen ist ein, zusätzlich zum Treppenhaus, vorhandener Rettungsweg. Vor allem in Gebäuden wo mehrere Menschen leben ist es notwendig den Weg nach außen, zum Beispiel durch eine am Gebäude angebrachte Feuerleiter, zu erleichtern. So ein Einsatz kann unter Umständen sehr lange dauern und die Rettung der Personen nur durch die Feuerwehr, ohne dass die Einwohner die Möglichkeit haben selbst ins Freie zu gelangen, kann zu Rauchvergiftungen führen oder sogar schlimmere Folgen haben. Wie wir alle wissen, gibt es in der USA eine Verordnung die Anfang des 20. Jahrhunderts erlassen wurde, die besagt, dass solche Gebäude einen Fluchtweg über eine Rettungsleiter haben müssen. Das hat dazu geführt, dass sich bei schweren Hausbränden, die Bewohner schon vor Eintritt der Feuerwehr über die Feuerleiter gerettet haben und so sind die Opferzahlen drastisch zurückgegangen. Auch Außerhalb der Großstädte sollte es Feuerleitern an solchen Gebäuden geben, die nur über ein Treppenhaus evakuiert werden können und von mehreren Parteien bewohnt sind.

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