Mittwoch, 16. August 2017

Hofbesitzer nach Großbrand tot aufgefunden

Samern (NI) Ein Großbrand im niedersächsischem Samern (Grafschaft Bentheim) hat einen landwirtschaftlichen Betrieb nahezu vollständig zerstört. In dem großen Wohn- und Wirtschaftsgebäude entwickelte sich in der Nacht zu Freitag das Feuer, welches das Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrennen lies. Der Besitzer des Hofes wurde am Freitagnachmittag tot aus den Trümmern geborgen.

Großbrand in Samern (Grafschaft Bentheim): Der Besitzer des Hofes wird später tot im Gebäude aufgefunden. Foto: Stephan KonjerDas Feuer auf dem Gehöft nahe der Autobahn 31 in Samern war gegen 1.50 Uhr von einem Nachbarn entdeckt worden. Als die Feuerwehren aus Ohne und Schüttorf kurz darauf auf dem Gelände eintrafen, stand das großräumige Wohn- und Wirtschaftsgebäude bereits hell in Flammen. Ein großer Giebel an der Stirnseite war eingestürzt. Der Anblick des Großbrandes machte viele gestandenen Kameraden der Feuerwehr sprachlos. „So ein Feuer habe ich lange nicht gesehen“ entfuhr es dem lang gedientem Kameraden und ehemaligen Ortsbrandmeister Willi Butz aus Ohne.

Von Beginn an schied ein Innenangriff zur Brandbekämpfung aus, Einsturzgefahr und Brandintensität ließen diesen nicht zu. Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, wenigstens einen als Stall genutzten Seitenflügel des Gebäudes zu halten. Nachdem auch die Ortsfeuerwehr Isterberg nachalarmiert worden war, bekämpften etwa 100 Feuerwehrleute, die mit 18 Fahrzeugen vor Ort waren, den Brand. Zwischenzeitlich wurden bis zu 20 Strahlrohre, drei mobile Wasserwerfer und ein Dachmonitor eines Tanklöschfahrzeuges zur Brandbekämpfung eingesetzt. Durch den massiven Wassereinsatz konnte der Seitenflügel gehalten werden. Nach etwa einer Stunde war das Feuer so weit unter Kontrolle, dass keine Brandausweitung mehr drohte.

Von dem 56-jährigen Besitzer des Hofes fehlte jedoch jede Spur. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass er sich nur im Gebäude befinden konnte. Doch dort war eine Suche unmöglich. Gegen 5 Uhr tauchte plötzlich der Hofhund auf, er war offenbar beim Brand unversehrt geblieben und geflüchtet. Nachbarn nahmen sich seiner an. Bei Tagesanbruch wurde das Technische Hilfswerk mit drei Fahrzeugen und 15 Kräften aus Nordhorn alarmiert, Teile des Gebäudes mussten abgestützt und gesichert werden. Nur so war es möglich im Gebäude nach der vermissten Person zu suchen.

Den ganzen Vormittag waren die Einsatzkräfte mit Löscharbeiten und der Suche nach dem Vermissten beschäftigt. Zwei Notfallseelsorger kümmerten sich derweil um Familienangehörige, Nachbarn und Bekannte des Hofbesitzers. Mit schwerem Gerät beseitigten Feuerwehr und THW einsturzgefährdete Teile des Gebäudes, zogen große Balken aus den Trümmern und legten den Schornstein flach. Danach wurde in mühevoller Handarbeit der gesamte Wohntrakt nach dem Vermissten durchsucht. Gegen 14 Uhr fanden Feuerwehrkräfte und Polizisten der Tatortermittlungsgruppe schließlich die Leiche des 56-jährigen Bewohners unter Trümmern und Stroh auf der Diele des Gebäudes. Wie die Polizei nach ersten Ermittlungen mitteilte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Mann das Gehöft selbst angezündet und dann Suizid begangen habe. Der entstandene Sachschaden liegt nach Angaben der Polizei bei rund 300.000 Euro. (Text und Foto: Stephan Konjer)

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