Samstag, 3. Dezember 2016

Giftige Puffotter beißt Schlangenfreund

31. Juli 2014 von  

Kerken (NW) – Bei der Pflege seiner Puffotter ist ein Schlangenfreund am Dienstag Abend in Kerken (Kreis Kleve) gebissen worden. Der Mann konnte noch selbst den Rettungsdienst rufen. Im Universitätsklinikum Düsseldorf verabreichten die diensthabenden Ärzte ihm ein Antiserum. Die Wirkung blieb aus. Erst durch zwei andere Antiseren konnte er gerettet werden.

Der Reptilienhalter liegt derzeit  noch auf der Intensivstation. Nach Auskunft der behandelnden Ärzte ist er in einem kritischen Krankheitszustand. Das erste Antiserum hatte bei ihm nicht angeschlagen. Die Ärzte hatten daraufhin einen Reptilienfachmann der Feuerwehr Düsseldorf eingeschaltet.

Gemeinsam organisierten Ärzte und Feuerwehr parallel ein anderes Antiserum. Im Aquazoo war das Mittel vorhanden. Schnell fuhr ein Feuerwehrfahrzeug mit einer Kühlbox zur Kaiserswerther Straße und holte das Serum dort ab. In der Uniklinik verabreichten die Ärzte dann die nötige Menge des Gegengiftes. Anschließend erfolgte noch eine aufwendige operative Wundversorgung – ein angelegter Unterdruckverband sollte das restliche Gift aus der Beißwunde danach herausziehen.

Drittes Antiserum aus Holland

Letztlich verbesserte auch das zweite Antiseum den Zustand nicht spürbar. Noch in der Nacht zu Mittwoch besorgten die Mediziner schließlich ein drittes Serum in Holland.

Die Wirkung der in Antiserumdepots vorgehaltenen Präparate richtet sich nach der Art und Unterart der Giftschlangen. Darüber hinaus wirken die injizierten Gegengifte bei den Patienten auch sehr unterschiedlich. In der Regel sind zehn bis 15 Ampullen für eine Behandlung notwendig.

Die Reptilienbeauftragten der Feuerwehr Düsseldorf erhalten alle eine intensive Ausbildung im Umgang mit Giftschlangen und was im Notfall zu tun ist. Dazu absolvieren sie einen Sach- und Fachkundelehrgang im Giftschlangenzentrum der Universitätsklinik München. In der Tierauffangstation in Brüggen schult der Leiter, der Reptilienbeauftragte Michael Harzbecker, die Mitwirkenden in regelmäßigen Seminaren. Die Gruppe hat nationale und darüber hinausgehende Anerkennung für die professionelle Arbeit auf dem Sektor der Reptilien und anderer Exoten.

Kommentare

3 Kommentare zu “Giftige Puffotter beißt Schlangenfreund”
  1. Bobo sagt:

    Also wenn schon einer giftige Tiere hält, sollte er auch das entsprechende Serum kennen und dementsprechend Info wo/ wann/ was drüber bereithalten. Kann mir nicht vorstellen das das ein seriöser Halter ist.
    Meine Meinung!

  2. Michael sagt:

    Hallo
    das war nicht in Erken sondern in Kerken (Kreis Kleve)

  3. Olaf Preuschoff sagt:

    Update: Wie uns die Feuerwehr Düsseldorf in einer Pressemeldung mitgeteilt hat, geht es dem 53-jährigen Schlangenbesitzer mittlerweile etwas besser. Nach Auskunft der Ärzte sei sein Zustand stabil, er liege auch nicht mehr auf der Intensivstation. Durch eine Operation sei es sehr wahrscheinlich, dass der Arm des Mannes gerettet werden könne und nicht amputiert werden müsse.

    Olaf Preuschoff
    Redaktion Feuerwehr-Magazin

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