Sonntag, 26. März 2017

Gefahrguteinsatz in Bremen: Fünf Verletzte, über 100 Kräfte

Bremen – Zirka 14 Stunden musste die Feuerwehr Bremen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen großen Gefahrguteinsatz bewältigen. In einer Kaffee-Fabrik waren erhebliche Mengen Dichlormethan ausgelaufen. Fünf Mitarbeiter des Betriebs erlitten Verletzungen. Rund 100 Einsatzkräfte waren über Stunden vor Ort.

Gegen 19.20 Uhr entdeckten Mitarbeiter eine Leckage an einem mit Dichlormethan gefüllten Tank. Sie versuchten zunächst, mit eigenen Mitteln den Gefahrstoffaustritt gering zu halten und das Leck abzudichten. Als ihnen das nicht gelang, meldeten sie den Notfall der Feuerwehr.

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Die Dekonstelle in der Anfangsphase. Foto: Feuerwehr Bremen

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte ein großes Kräfteaufgebot von der Berufsfeuerwehr, dem Rettungsdienst sowie den Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt. Am Einsatzort eingetroffen versorgten die Rettungskräfte zunächst die verletzten Mitarbeiter: Bei den eigenständigen Maßnahmen erlitten fünf Personen Augen- und Atemwegsreizungen, und klagten über Kopfschmerzen. Die Betroffenen wurden mit Rettungswagen in Bremer Krankenhäuser transportiert.

„Der leckgeschlagene Tank befand sich in einem Gebäude, eine Gefährdung der Bevölkerung konnten wir schnell ausschließen“, erklärt Direktionsdienst Michael Richartz. Die Feuerwehr errichtete eine Dekontaminationsstelle, Atemschutzträger gingen in Chemikalienschutzanzügen bis zu dem Tank vor. Sie konnten das Leck schnell abdichten.

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Die Entkleidung eines CSA-Trägers wird vorbereitet. Foto: Feuerwehr Bremen

Sehr viel aufwändiger gestaltete sich die Aufnahme des aufgelaufenen Dichlormethan. Die giftige Flüssigkeit hatte sich über zirka 250 Quadratmeter Fläche bei fast fünf Zentimeter Höhe ausgebreitet. In Absprache mit TUIS, dem Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem, wurden Spezialbehälter angefordert. Die Feuerwehr pumpte einen Teil des Dichlormethan in diese Fässer. Später wurde Bindemittel auf die restliche Flüssigkeit aufgebracht.

Zwischenzeitlich lösten in der Nacht weitere Beamte der Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Blumenthal die eingesetzten Kräften ab. Durch den Versorgungszug der FF Neustadt wurden die Feuerwehrangehörigen verpflegt. Erst am frühen Vormittag war der Feuerwehreinsatz beendet. Im Anschluss nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Schadenursache auf.

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