Samstag, 3. Dezember 2016

Gefährliche Ölspuren mutwillig gelegt

4. April 2014 von  

Stolberg/Simmerath (NW) – Die Aachener Polizei ermittelt in einem Fall von mutwilligen Straßenverkehrsgefährdungen. Ein oder mehrere Täter haben am frühen Donnerstagmorgen mit Vorsatz Öl auf zwei Landstraßen bei Stolberg und eine Bundesstraße bei Simmerath (Städteregion Aachen) gekippt. Auf einer von der Feuerwehr und einer Reinigungsfirma gereinigten Fahrbahn stürzte später ein Motorradfahrer und verletzte sich dabei. In anderen Bundeländern gab es in der Vergangenheit ähnliche Fälle, bei dem sogar ein Kradfahrer starb.

PICT1403Im Allgäu rutschte im Jahr 2011 ein Motorradfahrer auf einer absichtlich ausgebrachten Ölspur aus. Der Unfall endete tödlich. Bei den damaligen Ermittlungen erfuhren die Polizeibeamten von ähnlichen Fällen in Baden-Württemberg, im südwestlichen Bayern und angrenzenden Ausland. Damals wurden meistens mit Öl gefüllte Flaschen in Kurvenbereichen auf Landstraßen zerschlagen. Letztes Jahr im Mai wurde die Bundestraße 2 bei Murnau (Kreis Garmisch-Patenkirchen) ebenfalls vorsätzlich mit Öl verschmutzt.

Fahrbahn vorzeitig wieder freigegeben

In der Nacht zu Donnerstag meldete ein Autofahrer dann eine Ölspur auf zwei Straßen bei Stolberg. Die Polizei sperrte sofort beide Straßen und ließ die Fahrbahn von der Feuerwehr und einer Spezialfirma reinigen. Die Feuerwehr, beziehungsweise die Reinigungsfirma, gaben die Fahrbahn nach Beendigung ihrer Arbeiten wieder frei, ohne Rücksprache mit der Polizei zu halten. Am Morgen stürzte dann ein Kradfahrer auf den zuvor gereinigten Flächen und zog sich dabei behandlungsbedürftige Verletzungen zu.

Öl nicht vollständig beseitigt

Die Polizei geht davon aus, dass durch den morgendlichen Temperaturanstieg wieder Öl aus den Straßenporen an die Fahrbahnoberfläche trat und für einen erneuten Schmierfilm sorgte. Wenig später musste die Feuerwehr auch im Bereich Dedendorf eine weitere Ölspur beseitigen.

Während bei den weiter zurückliegenden Fällen Glasbehälter zum Transport des Öles verwendet wurden, fand die Aachener Polizei am Donnerstag einen Kanister und konnte ihn eindeutig den Taten zuweisen.

Ermittlungsgruppe eingerichtet

Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe sucht mit Hochdruck nach den oder dem Tätern. Der Tatvorwurf lautete zunächst „Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“. Die Beamten gehen nun aber davon aus, dass sich die Taten gezielt gegen Motorradfahrer richten und ermittelt nun wegen „versuchten Tötungsdeliktes“. Weiterhin werden Zeugen gesucht und Kradfahrer gebeten äußerst vorsichtig zu fahren. Ölspuren sollten umgehend per Notruf gemeldet werden. (Symbolfoto: Thomas Weege)

Kommentare

2 Kommentare zu “Gefährliche Ölspuren mutwillig gelegt”
  1. Mathias Fischer sagt:

    Feuerwehrleute sind keine Kehrmännchen! Dafür gibt es Straßenwärter.
    Ich bin froh, das das in RLP auch so ganz klar gestellt ist.

  2. Stubenviech sagt:

    Moin, zu dem Fall gibt es in der Wikipedia unter dem Lemma Ölfleck-Mörder einen Artikel. MfG

Kommentare

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