Montag, 30. Mai 2016

Gebäude aus dem 14. Jhr. vor Hochwasser geschützt

23. Februar 2016 von  

Kuddewörde (SH) – Land unter an der Grander Mühle, der ältesten Kornwassermühle Norddeutschlands: Der anhaltende Regen der vergangenen Tage hat den Pegel der Bille, die als Grenzfluss zwischen den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn  sonst nur ganz seicht an der Mühle vorbei fließt, um 1,5 Meter ansteigen lassen. „Es ist jetzt das dritte Mal in 14 Monaten, dass wir hier im Einsatz sind“, sagte Björn Albrecht vom Technischen Hilfswerk (THW) in Mölln.

Land unter an der Grander Mühle

Land unter an der Grander Mühle

Neben 25 Helfern des THW waren auch 40 Feuerwehrleute aus Kuddewörde, Hamfelde-Dahmker und von der Pumpengruppe des Kreisfeuerwehrverbands im Einsatz, um das Gebäude mit einem Sandsackwall zu schützen. „Es wird jetzt Zeit, dass hier etwas passiert. Wir können ja nicht ständig hier zum Pumpen anrücken“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Brauer. Dennoch konnte er dem Einsatz auch etwas Positives abgewinnen: „Wir wissen jetzt, wie es hier läuft“, sagte Brauer.

Unter anderem stand schnell ein Radlader zur Verfügung, mit dem palettenweise Sandsäcke transportiert werden konnten. Das THW hatte 1600 Sandsäcke mitgebracht, die für solche Notfälle in der Unterkunft gelagert werden. Weitere 1000 Sandsäcke wurden aus Geesthacht geholt. Die lagerten dort seit dem letzten Hochwasser der Elbe im Juli 2013. „Wir haben den alten Sandsackwall, der noch vom letzten Einsatz im November 2015 vorhanden war, jetzt noch einmal deutlich aufgestockt, weil die Bille diesmal viel mehr Wasser führt als zuletzt“, so Albrecht.

Der Einsatz zog sich fast die halbe Nacht zum Dienstag hindurch. Am Ende konnte verhindert werden, dass das Wasser das auf Grundmauern aus dem 14. Jahrhundert stehende Fachwerkgebäude flutete.

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„Zum Glück ist diesmal kein Wasser ins Gebäude eingedrungen“, erklärte der betroffene Gastwirt, der in der Grander Mühle ein italienisches Restaurant betreibt. „Ich bin noch nicht einmal zwei Jahre hier und hatte jetzt schon zum dritten Mal dieses Problem. Ich glaube, das liegt mit daran, dass die Bille von umgestürzten Bäumen blockiert ist, die man mit dem Hinweis auf den Naturschutz einfach liegen lässt. Dadurch gibt es keinen vernünftigen Abfluss mehr“, sagte er. Denkmalschützer und Umweltschützer sollten sich zusammensetzen, fordert er, sonst gibt es vielleicht künftig keine Rettung mehr für das Denkmal.

Die Feuerwehr setzt auf Gespräche, die die Gemeinde jetzt mit dem Immobilienbesitzer aufnehmen will. „Es gibt ja mittlerweile sehr schicke Möglichkeiten für einen Hochwasserschutz“, sagt Brauer, der auf so eine Lösung hofft.

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