Samstag, 10. Dezember 2016

Funkprobleme während Brandeinsatz

8. September 2014 von  

Schwarzenbek/Sahms (SH) – Heiße Nacht für die Feuerwehren im Kreis Herzogtum Lauenburg: Sie mussten in der Nacht zum Sonntag innerhalb von 20 Minuten zu zwei Bränden parallel ausrücken. Ein Blitzeinschlag verursachte einen Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Sahms. Vermutlich durch Brandstiftung geriet fast zeitgleich eine Obdachlosenunterkunft in Schwarzenbek in Brand. Mehrere Feuerwehrleute erlitten bei den Löscharbeiten Verletzungen. Es kam zu Funkproblemen beim Einsatz.

Am Abend zog von der Elbe kommend ein Gewitter über das südliche Kreisgebiet hinweg. Gegen 21.10 Uhr krachte es in Sahms extrem. „Blitz und Donner waren eins, es hat unglaublich gerappelt“, berichtet Anwohner Horst Kiehn. „Als ich aus durch die Diele auf den Hof gegangen bin, um nachzusehen, brannte bereits alles lichterloh“, schildert der Landwirt. Er kam weder an einen Bullen, der allein im Stall stand, noch an einen Traktor heran. Der Bulle verendete qualvoll, der Trecker brannte schließlich, wie das gesamte Gebäude, völlig aus. Glücklicher Umstand: Die Kühe waren auf der Weide.

Zweiter Einsatz: Dachstuhlbrand

Noch während ein erstes Großaufgebot der Feuerwehren in Sahms löschte, kam gegen 21.25 Uhr der nächste Einsatz dazu: Diesmal in Schwarzenbek. Anwohner hatten Feuerschein im Dachstuhl der Obdachlosenunterkunft schräg gegenüber der Feuerwache bemerkt. „Weil wir schon mit in Sahms im Einsatz waren, wurden weitere Feuerwehren nach Schwarzenbek gerufen“, erklärt der Schwarzenbeker Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Unter anderem rückte die Feuerwehr Geesthacht mit aus.

Brand in Sahms: Ein landwirtschaftliches Anwesen wird Opfer der Flammen. Foto: Timo Jann

Brand in Sahms: Ein landwirtschaftliches Anwesen wird Opfer der Flammen. Foto: Timo Jann

In Sahms ging es in der Zwischenzeit im wahrsten Sinne des Wortes heiß her. „Priorität hatten der Schutz eines Wohnhauses und einer weiteren Scheune, die die durch enorme Hitzestrahlung gefährdet waren““, sagt Riko Stein, der stellvertretende Wehrführer der Feuerwehr Sahms. Aus dem Fluß Steinau und aus einem Löschteich pumpen die Feuerwehrleute Löschwasser heran. „Die Feuerwehrleute haben gute Arbeit geleistet und das Wohnhaus gehalten“, sagt Kiehn. Sechs Menschen, darunter auch Feuerwehrleute, wurden leicht verletzt. Zwei Feuerwehrleute aus Geesthacht wurden von einem platzenden Schlauch umgeworfen und danach wegen ihrer Kopf- und Handverletzungen im Boberger Unfallkrankenhaus behandelt. Dabei stellten sich die Verletzungen als nicht so schwer wie anfangs vermutet heraus.

Feuerwehr beklagt mangelhafte Funkqualität

Wie schon am 20. August 2014, als ein Relais einer Funkstation ausgefallen war, hatte die Feuerwehr in Schwarzenbek auch diesmal wieder mit dem analogen Funk zu kämpfen. „Die Funkqualität haut vorn und hinten nicht mehr hin, es scheint nichts mehr getan zu werden, weil wohl alle auf den Digitalfunk warten“, so Bettin. Weiteres Manko: Weil die Schwarzenbeker Feuerwehr teilweise schon in Sahms im Einsatz war, konnte sie nicht erneut alarmiert werden, als es in Schwarzenbek brannte. „Es heißt, die Software der Einsatzleitstelle ließe das nicht zu“, berichtet Bettin.

Kommentare

2 Kommentare zu “Funkprobleme während Brandeinsatz”
  1. Mbb sagt:

    Hi Leute,
    mit dem Relaisausfall während der Brandbekämpfung , kann es sein das mangelhafte Wartung dazu beigetragen hat oder wie in dem Fall wahrscheinlicher, ein Ausfall durch Blitzschlag. Doch ich sollte als Wehr nicht nur auf ein Kommunikationsmittel zählen und mich schon gar nicht darauf verlassen. Im heutigen Hightech-Zeitalter steht fast immer ein zweites Mittel zur Verfügung, das allerliebste Handy. Die Software der Leitstelle hatte in dem Fall, bei mindestens Mittelbrand, alle Kameraden alarmiert und alle Fahrzeuge als „im Einsatz“ abgehackt. Allerdings sollte eine derartige Kommunikationslücke, auch seitens der Leitstelle, durch eine Verbindung mit dem Handy unterstützt werden.
    Eine weitere Möglichkeit bei größeren Einsätzen wäre ein ELW als Relaisstation, topographisch günstig positioniert hat man das ausgefallene Relais schnell ersetzt. Wenn ausgebildet, kann eine Relaisstation auch durch die eigene Wehr oder durch ein Fahrzeug evtl. auch Funkpult einer benachbarten Wehr aufgebaut werden. Allerdings fällt in den meisten Fällen dadurch ein Fahrzeug für die Brandbekämpfung bzw. den Einsatz aus. Auf alle Fälle ist bei Euch Klärungsbedarf angesagt, es geht nicht nur um den Ablauf des jeweiligen Einsatz, sondern vordergründig um Eure eigene Sicherheit im Einsatz!

  2. Oliver Hankofer sagt:

    Kommunikation an der Einsatzstelle wird bei den Feuerwehren leider auch sehr oft unterschätzt. Gerade wenn Einsätze umfangreicher werden, etwas unvorhergesehenes Eintritt, bestehende Strukturen nicht mehr funktionieren, dann sind örtliche Einheiten – verständlicher Weise – irgendwann auch überfordert. Um so erstaunlicher, dass vielerorts IuK Einheiten nicht angefordert werden, nicht mit einbezogen werden, obwohl diese Situationen ihr täglich Brot wären.

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