Dienstag, 6. Dezember 2016

Flugzeugabsturz in Bremen: zwei Tote

Bremen – In Bremen ist am Freitagmittag ein einmotoriges Kleinflugzeug abgestürzt. Dabei handelte es sich um eine „Saab 91B Safir“. Das Flugzeug stürzte unmittelbar nach dem Start, ganz in der Nähe des Flughafens, auf das Gelände eines Autohauses im Stadtteil Huckelriede. An Bord saßen zwei Menschen. Beide sind bei dem Flugzeugunglück ums Leben gekommen.

Offenbar war die Maschine schon beim Start gegen 12.47 Uhr von der Startbahn 09 in eine Notlage geraten. Per Funk hatte die Besatzung unmittelbar nach dem Abheben eine Notsituation und eine sofortige Rückkehr zum Flughafen angekündigt. Zeugen wollen beobachtet haben, wie das Flugzeug schon beim Aufsteigen unnatürlich getrudelt sei. Die Ermittlungen zur Unfallursache durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dauern an.

Brand nach einem Flugzeugabsturz in Bremen. Foto: Nonstopnews

Brand nach einem Flugzeugabsturz in Bremen. Foto: Nonstopnews

Nach dem Absturz, der auch vom Tower aus beobachtet worden war, gerieten das Flugzeug und eine Lagerhalle mit Autoreifen sowie abgestellte Pkw in Brand. Das Ausmaß des Unglücks hätte noch schlimmer sein können: Nur wenige Meter neben dem Absturzort befindet sich eine dichte Wohnbebauung. Eine bis in die Bremer Innenstadt sichtbare Rauchwolke stieg an der Unglücksstelle auf, mehrere Explosionen sollen zu hören gewesen sein.

Die Flughafenfeuerwehr rückte mit je zwei Flughafenlöschfahrzeugen und Führungsfahrzeugen aus und traf als erste Einheit am Unglücksort ein. Die Kräfte begannen sofort mit einer umfassenden Brandbekämpfung.

Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst in Bremen

Von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle wurden Einsatzkräfte aller sechs Berufsfeuerwehrwachen und die freiwilligen Feuerwehren aus Neustadt und Seehausen zur Einsatzstelle entsandt. Der Fernmeldedienst der freiwilligen Feuerwehr nahm mit einem Einsatzleitwagen eine technische Einsatzleitung in Betrieb um den Einsatz vor Ort zu koordinieren. Die Einsatzleitung übernahm der Amtsleiter der Feuerwehr Bremen. Zeitgleich wurde auch ein Großaufgebot des Rettungsdienstes alarmiert um die zunächst unklare Zahl an Verletzten gegebenenfalls versorgen zu können. Dazu gehörten der Organisatorische Leiter Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr, der Leitende Notarzt und Rettungsmittel aller Hilfsorganisationen in Bremen.

Die weiterführende Brandbekämpfung fand über mehrere Schaumrohre, unter anderem über zwei Drehleitern, statt. Um 14.31 Uhr meldete der Einsatzleiter das „Feuer in der Gewalt“ und um 14.58 Uhr „Feuer aus“. Durch die Hitzeeinwirkung drohte das Lagergebäude nach Einschätzung eines Statikers einzustürzen.

Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte mit 49 Fahrzeugen direkt am Einsatz beteiligt. Zur Sicherstellung der Gefahrenabwehr im Stadtgebiet wurden die freiwilligen Feuerwehren aus Lehesterdeich und Blumenthal zur Besetzung der Berufsfeuerwehrwachen 1, 2, 5 und 6 alarmiert. Die alarmierten Rettungsmittel wurden zentral auf der Feuerwache 1 vorgehalten. Die Polizei brachte 150 Beamte zum Einsatz, die das Areal unter anderem auch großräumig absperrten.

Das verunglückte Flugzeug: eine Saab 91B Safir. Foto: Andreas Fietz

Das verunglückte Flugzeug: eine Saab 91B Safir. Foto: Andreas Fietz

Der Flugbetrieb am Flughafen Bremen wurde wegen des Einsatzes der Flughafenfeuerwehr für rund anderthalb Stunden eingestellt.. Eine aus Istanbul kommende Maschine brach daraufhin ihren Anflug auf Bremen ab und landete in Hannover. Eine weitere Maschine aus Dublin konnte verzögert landen. 

Flugzeugabsturz in Bremen. Vom Flughafen aus ist eine große Rauchwolke an der Absturzstelle sichtbar. Foto: Andreas Fietz

Flugzeugabsturz in Bremen. Vom Flughafen aus ist eine große Rauchwolke an der Absturzstelle sichtbar. Foto: Andreas Fietz

Das verunglückte, viersitzige Flugzeug war in einem Retro-Design der Lufthansa lackiert. Der Hintergrund: am Bremer Flughafen hat die die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa, ein Standort des „Lufthansa Flight Training“, seit 1956 ihren Sitz. Nach Informationen des Branchenportals airliners.de handelt es sich bei dem Unglücksflug jedoch nicht um eine Trainingseinheit, wie verschiedene Medien anfangs berichteten, sondern um einen Rundflug. Die betroffene Maschine, ein historisches, ehemaliges Schulungsflugzeug, würde heute nur noch zur „Traditionspflege“ eingesetzt.

Schwere Flugunfälle hat es in Bremen in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Im Sommer 2006 war es zur Notlandung einer Trainingsmaschine gekommen, nachdem sich das Bugfahrwerk nicht ausfahren ließ. Das schwerste Flugzeugunglück in der Hansestadt ereignete sich am 28. Januar 1966. Damals stürzte eine aus Frankfurt kommende Convair CV 440 Metropolitan der Lufthansa beim Landeanflug neben dem Flughafengelände ab. 46 Menschen kamen ums Leben.

Hintergrund: Panther der Flughafenfeuerwehr Bremen

Einer der neuen Panther der Flughafenfeuerwehr Bremen. Foto: Preuschoff

Einer der neuen Panther der Flughafenfeuerwehr Bremen. Foto: Preuschoff

Ende November nahm die Flughafenfeuerwehr Bremen gleich zwei Panther 8×8 HRET in Dienst. Damit endet hier die Ära der ab 1983 beschafften Flugfeldlöschfahrzeuge auf MAN-Militärfahrgestellen mit selbst entwickelten Aufbauten. Ein weiterer Panther, dann jedoch ohne Löscharm, soll folgen.

Das Feuerwehr-Magazin hat die ersten beiden Panther in Ausgabe 2/2014 ausführlich vorgestellt und berichtete auch über die Vorgänger.

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