Freitag, 9. Dezember 2016

Flüssigkeit läuft aus: Gefahrguteinsatz in Kassel

19. September 2014 von  

Kassel (HE) – Aufwendiger Gefahrgut-Einsatz für die Kräfte der Feuerwehr Kassel: Auf dem Hof einer Spedition an der Osterholzstraße im Stadtteil Bettenhausen stellte ein Lastwagen-Fahrer in der Nacht zum Donnerstag fest, dass eine Flüssigkeit von der aufgeladenen Wechselbrücke tropfte. Auf der Ladefläche standen Gefahrgüter in kleinen und mittleren Gebinden. „Der Fahrer reagierte vorbildlich, er informierte das Personal der Spedition und alle Menschen verließen den Nahbereich“, berichtet Jürgen Barchfeld, der als A-Dienst-Einsatzleiter gegen 23 Uhr alarmiert wurde.

tja-gefahrguteinsatz kassel3

Die Drehleiter (links) kam zum Einsatz, um den Speditionshof auszuleuchten. Im Vordergrund bereiten sich die Trupps auf ihren Einsatz in leichten Chemikalienschutzanzügen vor. Fotos (2): Timo Jann

„Als wir am Einsatzort waren, konnten wir feststellen, dass zum Glück noch nichts von der Flüssigkeit in die Kanalisation gelangt war“, sagte Sebastian Opper, B-Dienst der Berufsfeuerwehr Kassel. Die Spur, welche die auslaufende Flüssigkeit auf dem Betriebshof hinterlassen hatte, wurde zunächst mit Chemikalienbinder abgestreut. Parallel dazu rüsteten sich mehrere Trupps mit leichten Chemikalienschutzanzügen und Atemschutzgeräten aus, um die abgestellte Wechselbrücke genauer zu erkunden. Auf Paletten waren verschiedene Behälter geladen, es war nicht erkennbar, welcher Stoff genau ausläuft. Festgestellt werden konnte, dass die Flüssigkeit ätzend und laugenartig war. Opper: „Es war, wie so oft, Murphys Gesetz. Wir mussten erst einige unbeschädigte Behälter abladen, um dann im hinteren Bereich auf ein beschädigtes Fass zu stoßen.“ Mit Hilfe eines von der Spedition bereitgestellten Gabelstaplers wurde der Entladevorgang erleichtert. Auf der Ladefläche kam ebenfalls Chemikalienbinder zum Einsatz.

Wobei das 200-Liter-Fass beschädigt wurde, war zunächst unklar. Es hatte ein kleines Loch, das mit Hilfe eines Holzpflocks provisorisch abgedichtet werden konnte. Per Gabelstapler holten die Feuerwehrleute das gesicherte Fass dann auf einer Palette von der Wechselbrücke und stellten es auf eine dafür vorgesehene Auffangplane. Das Entladen der Wechselbrücke wurde fortgesetzt, um sicherzustellen, dass sich nicht noch weitere beschädigte Behälter darin befanden. Das war negativ.

tja-gefahrguteinsatz kassel6Außerhalb der Absperrgrenze wurde in der Zwischenzeit eine Dekontaminationsstelle eingerichtet. Trupps, die sich ebenfalls mit leichten Schutzanzügen sowie mit Filtermasken schützten, halfen den Atemschutz-Trupps, die direkt auf der Wechselbrücke im Einsatz waren, beim Entkleiden. Um eine Verschleppung der Kontamination zu vermeiden, wurde auf ein Abspülen der Schutzanzüge verzichtet. Stattdessen wurden die Anzüge vorsichtig abgestreift und verpackt. Ebenso das Kleingerät wie Handlampe und Holzhammer.

„Der gesamte Einsatz zog sich über viereinhalb Stunden, da alle Gefahrenabwehrmaßnahmen unter Atemschutz erfolgen mussten“, so Opper. Vorsorglich standen ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und ein Rettungswagen (RTW) in Bereitstellung. Die Polizei hatte die Osterholzstraße während des Einsatzes voll gesperrt. Von der Feuerwehr waren unter anderem das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 20/16), der Rüstwagen (RW) 2 Kran, die Drehleiter (DLK) 23-12 und zwei Wechselladerfahrzeuge mit den Abrollbehältern Atemschutz und Gefahrgut der Feuerwache 1 im Einsatz.

Um welche Substanz genau es sich bei der ausgelaufenen Chemikalie handelte, stand auch am Freitag noch nicht zweifelsfrei fest. Nach Schätzung der Feuerwehr waren etwa zehn bis 20 Liter ausgelaufen.

Die Berufsfeuerwehr Kassel stellen wir in der Ausgabe Mai 2015 des Feuerwehr-Magazins ausführlich in einer großen Reportage mit allen Fahrzeugen und beiden Feuerwachen vor.

Kommentare

3 Kommentare zu “Flüssigkeit läuft aus: Gefahrguteinsatz in Kassel”

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!