Mittwoch, 23. August 2017

Feuerwehren als Postboten fürs Veterinäramt

4. März 2013 von  

Hannover/Aurich (NI) – Niedersachsen ist besonders stark von einer Futtermittelverunreinigung betroffen. Belasteter Mais aus Serbien ist in Deutschland an Rinder, Schweine und Geflügel als Mischfutter verfüttert worden. Als Folge wurde am Freitag ein Milchlieferverbot für betroffene Betriebe verhängt. Die Feuerwehren im Landkreis Aurich leisteten dem Veterinäramt Amtshilfe und verteilten entsprechende Verfügungen.

Symbolfoto-Kühe: Thomas WeegeNachdem das Verbraucherschutzministerium am Freitagvormittag in Hannover den aktuellen Sachstand zur Verbreitung des verseuchten Maises bekannt gab, liefen vielerorts die Maschinerien in den Behörden auf Hochtouren. Schnellstmöglich musste eine weitere Auslieferung von Milch aus betroffenen Betrieben unterbunden werden. Hierzu wurden Verfügungen verfasst, die einen sofortigen Lieferstopp verhängten.

Das Veterinäramt des Landkreises Aurich bat am Freitagnachmittag die freiwilligen Feuerwehren im Kreis um Amtshilfe. Alleine im Kreis Aurich haben möglicherwiese 96 Betriebe dieses mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin belastete Futtermittel erhalten. Selber war die Behörde nicht in der Lage, die Landwirte zeitnah über die Situation zu informieren. Die Feuerwehrleute fuhren dann die Höfe ab, um die Nachrichten zu überbringen. Die Zustellung der Verfügung ließen sie sich schriftlich quittieren. Zuvor hatten die Kameraden im Kreishaus von den Mitarbeitern des Amtes eine kurze Einweisung in die Zustellung und einen zusammengefaßten Überblick über die Gesamtsituation erhalten. (Symbolfoto: Thomas Weege)

Kommentare

8 Kommentare zu “Feuerwehren als Postboten fürs Veterinäramt”
  1. Rainer BIaD sagt:

    Zeitnah ist wichtig, dafür gibts ja auch Blaulicht und Martinhorn….

  2. Simon sagt:

    Mal eine andere Art der Amtshilfe

  3. Eric sagt:

    Nur damit ich nicht falsch verstanden werde, Ich bin der letzte der Nein sagt wenn jemand Hilfe braucht. ABER das ist doch ein Witz und ein schlechter noch dazu!
    Die Feuerwehr ist doch kein kostenloses Aushilfspersonal! Hat die Stadt Aurich keine Ordnungsamtsmitarbeiter? oder Politessen? oder Personal vom Bauhof? oder oder oder???

    Irgendwo sollte mal ein Strich gezogen werden!

  4. Matthias sagt:

    Das ist m. E. eine Aufgabe für die Ordnungsämter der Gemeinden.

    Die Feuerwehr wird zu sehr als Mädchen für alles missbraucht.

  5. Erik sagt:

    Es war nicht die Stadt Aurich, sondern der Landkreis Aurich. Und es mussten 96 Höfe schnellstmöglich informiert werden. Und da waren die Feuerwehren erste Wahl. Sie kennen ihr Löschgebiet und auch die Landwirte und konnten somit schnell handeln.

  6. Marbie sagt:

    Ich sehe diese Maßnahme auch nicht als kritisch an. Hier hat der LK Aurich am Freitag Nachmittag, wo die meisten Behördenmitarbeiter sicherlich schon im Feierabend sind, ausnahmsweise mal praktisch gedacht und um Amtshilfe gebeten.

    Das ist sicherlich nicht die Regel und sollte auch nicht zur Gewohnheit werden. Aber da konnte sich die Feuerwehr in und um Aurich mit wenig Aufwand positiv ins Licht der Kreisverwaltung rücken und somit evtl. unschätzbare Bonuspunkte sammeln. Und grade in ländlichen Gebieten wie Aurich (so weit wohne ich nicht davon entfernt) kann man schonmal zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. In den Bergen wird ja auch Schnee von Dächern geschüppt, obwohl Bauhof das genausogut machen könnte. Krasser Vergleich, aber regt zur Diskussion an 🙂

    Ich glaub, wenn die Anfrage bei uns eingeht, würden wir es genauso machen.

  7. Lädar sagt:

    Warum nicht einfach die Molkerei informieren?
    Wenn sich 10 Kreis-Mitarbeiter um je 9,6 Betriebe kümmern wäre es auch erledigt.
    Wenn der Kreis es nicht schaft gibt es auch noch Gemeinde Ordnungsämter.

    Milch wird doch eh nur täglich abgeholt oder 2 mal täglich?

  8. André sagt:

    Zitat:
    „Matthias sagt:
    5. März 2013 um 09:00

    Das ist m. E. eine Aufgabe für die Ordnungsämter der Gemeinden.

    Die Feuerwehr wird zu sehr als Mädchen für alles missbraucht.“

    Man sollte vielleicht auch in Betracht ziehen, dass oftmals die Feuerwehr dem Ordnungsamt der Kommune unterstellt ist. Also hätte in dem Fall das Ordnungsamt, in Vertretung durch die Feuerwehr, die Bescheide zugestellt.

Kommentare

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