Samstag, 10. Dezember 2016

Festgefahren: Wenn nur noch der Unimog hilft

24. Oktober 2014 von  

Quedlinburg (ST) – Zum zweiten mal innerhalb von sechs Tagen hieß das Alarmstichwort für die Kameraden der Ortsfeuerwehr Quedlinburg (Kreis Harz) „festgefahrener Rettungswagen“. Auf einer Rasenfläche war eine Frau gestürzt und hatte sich eine Fraktur des Beines zugezogen. Nachdem die Patientin in den Rettungswagen gebracht und versorgt worden war, wollte die Besatzung eigentlich das örtliche Klinikum ansteuern. Doch der matschige Untergrund machte dem einen Strich durch die Rechnung – der RTW fuhr sich fest.

Daraufhin wurde die Führungsgruppe der Ortsfeuerwehr Quedlinburg alarmiert. Mit dem Rüstwagen fuhren drei Kameraden bis zum Beginn eines Feldweges. Nach einer Lageerkundung zu Fuß manövrierte ein Maschinist den Rüstwagen zum Unfallort gefahren. Mit Hilfe eines zwischen den Fahrzeugen gespannten Stahlseiles sollte der Rettungswagen wieder fahrbereit gemacht werden. Doch auch das Zugfahrzeug steckte trotz Allrad, Differenzialsperre und Kriechgang nach kurzer Zeit im morastigen Boden fest.

Weil der Rettungswagen festgefahren ist, retten Einsatzkräfte eine verunfallte Frau mit Hilfe einer Schleifkorbtrage. Foto: Mücke

Weil der Rettungswagen festgefahren ist, retten Einsatzkräfte eine verunfallte Frau mit Hilfe einer Schleifkorbtrage. Foto: Mücke

Nach einer Beratung zwischen Notarzt und dem stellvertretenden Stadtwehrleiter löste die Leitstelle Vollalarm für die Ortsfeuerwehr Quedlinburg aus, forderte einen zweiten Rettungswagen an und ließ den Unimog-Schlauchwagen von der Ortsfeuerwehr Gernrode ausrücken. Während die weiteren Kräfte im Anmarsch waren, bereiteten die vor Ort befindlichen Feuerwehrleute eine Schleifkorbtrage für den Patiententransport vor. Unter Gabe von Schmerzmittel durch den Notarzt trugen die Feuerwehrleute die Verunfallte rund 500 Meter weit bis zu einer befestigen Straße. Die Besatzung des zweiten Rettungswagens übernahm dort die Frau.

Download-Tipp:

Mit dem wenig später eintreffenden Unimogs konnten beide Fahrzeuge aus der festgefahrenen Situation befreit werden. Nach gut zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Ein Schlauchwagen auf Unimog-Fahrgestell zieht den Rettungswagen aus dem Matsch. Foto: Mücke

Ein Schlauchwagen auf Unimog-Fahrgestell zieht den Rettungswagen aus dem Matsch. Foto: Mücke

Kommentare

4 Kommentare zu “Festgefahren: Wenn nur noch der Unimog hilft”
  1. Matthias Gerhardy sagt:

    Es zeigt sich immer wieder, der Unimog hat seine Berechtigung in der Feuerwehr. Günstigere Fahrgestelle können diese Eigenschaften abseits der Straße nicht leisten. Diesen Punkt sollten Verantwortliche bei Ersatzbeschaffungen nicht aus den Augen verlieren !!

  2. Löschknecht sagt:

    Hallo
    also wirklich für so einen laienhafte aktion der rüstwagen besatzung fehlen mir die worte

  3. Reindl sagt:

    Zum Beitrag von Herrn Matthias Gerhardy kann ich nur entgegen halten: Doch können wir – und zwar mindestens genauso gut und deutlich günstiger im Unterhalt und bei den Anschaffungskosten.
    Für Fragen stehe ich allen Interessierten gern zur Verfügung.

  4. feuerwehrmann112 sagt:

    Lieber „Reindl“,
    was ein UNIMOG kann, kann kein anderes Fahrzeug in dieser Klasse !
    Ein UNIMOG ist für die Feuerwehr unverzichtbar, besonders in den Mittel- und Hochgebirgen.

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