Sonntag, 26. März 2017

Falschmeldung sorgt für Angst und Unruhe

2. August 2016 von  

Lauf a. d. Pegnitz (BY) – Eine Falschmeldung im Internet hat in der vergangenen Woche in Lauf a. d. Pegnitz (Kreis Nürnberger Land) für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Während eines aufsehenerregenden Polizeieinsatzes, an dem auch mehrere Feuerwehren und der Rettungsdienst beteiligt waren, postete ein Beobachter in einem sozialen Netzwerk einen Beitrag der die Lage falsch und überzogen dramatisch darstellte – mit weitreichenden Folgen.

Der Einsatz begann am vergangenen Mittwoch zunächst recht unspektakulär. Ein Mann war nicht an seinem Arbeitsplatz erschienen und hatte zudem angekündigt sich das Leben nehmen zu wollen. Als die Polizei die Wohnung des Mannes aufsuchte, entdeckten sie eine Bastelei mit Kabeln an der Wohnungstür.

Sondereinsatzkommando benötigt Drehleiter

Die Polizei zog sich nach der Entdeckung zurück, forderte zur Klärung der Lage ein Spezialeinsatzkommando (SEK) an und sperrte den Ort ab. Weiterhin wurden mehrere Feuerwehren und der Rettungsdienst alarmiert, die im gebührenden Sicherheitsabstand in Bereitstellung gingen. Wegen der Bastelei an der Tür schied der Wohnungseingang als Zutrittsmöglichkeit für das SEK aus. Da sich die Wohnung im vierten Obergeschoss befand, konnte es zunächst auch nicht in die Wohnung gelangen. Um doch ein Fenster als alternativen Weg zu nutzen, stellte die Feuerwehr ihre Drehleiter zu Verfügung. Wie die Feuerwehr gegenüber feuerwehrmagazin.de mitteilte, kam nur der Maschinist in den Gefahrenbereich. Er wurde durch Vorsichtsmaßnahmen ausreichend geschützt. Die SEK-Beamten gingen dann über den Korb der Drehleiter vor.

Einsatzfahrzeuge im Bereitstellungsraum. Foto: Feuerwehr Lauf

Einsatzfahrzeuge im Bereitstellungsraum. Foto: Feuerwehr Lauf

Falschmeldungen tauchen in sozialen Netzwerken auf

Das umfangreiche Aufgebot aller Einsatzkräfte machte schnell die Runde, ganz besonders in sozialen Netzwerken. Die Feuerwehr konnte dort teils „hitzige Diskussionen“ verfolgen. Obendrein verbreitete sich eine Falschmeldung mit rasender Geschwindigkeit, die enorme Ausmaße annahm. Offenbar war es ein Beobachter der Lage, der im Internet behauptete, dass der Mann sich „in die Luft sprengen“ wolle. Diese Falschmeldung griffen sogar Nachrichtenportale im Netz auf und berichteten mit entsprechenden Schlagzeilen.

Verunsicherung macht sich in der Bevölkerung breit

Besorgte Eltern eines Kindergartens, welche unweit der Einsatzstelle, jedoch außerhalb der Absperrung lag, holten ihre Kinder aus dieser Einrichtung ab. Auch die Ängste der Anwohner wurden so weiter geschürt. Ebenso war die Feuerwehr von der Falschmeldung betroffen. Denn auch die Angehörigen der Einsatzkräfte machten sich nun vermehrt Sorgen um ihre Familienmitglieder. Diese waren während des stundenlangen Einsatzes nicht zu erreichen, da ihre Mobiltelefone in den Spinden im Feuerwehrhaus lagen.

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Letzten Endes fand das SEK den Mann tatsächlich tot in seiner Wohnung. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, handelte sich bei den an der Tür befestigten Kabeln jedoch um eine harmlose Bastelei, von der zu keiner Zeit eine Gefahr ausging.

Ratschlag der Feuerwehr Lauf

Die Feuerwehr Lauf appellierte nun über ihre Website an die Bevölkerung, genau zu überlegen, was man anderen Leuten für Informationen mitteilt, ganz besonders über das Internet. Der genannte Fall veranschauliche eindrucksvoll, was Falschmeldungen bewirken können. Auch eine frühzeitige Information der Bevölkerung mit gesicherten Erkenntnissen durch die zuständige Behörde oder Organisation könnten eine beruhigende Wirkung auf die Mitmenschen haben, ist sich die Feuerwehr Lauf sicher.

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