Mittwoch, 23. August 2017

Explosion bei Großbrand: Kamerad verletzt

Hedemünden (NI) – Großbrand in Hedemünden (Kreis Göttingen): In einer etwa 70 mal 30 Meter großen Produktionshalle eines Laubholz-Sägewerkes und Holzhandelsbetriebes ist am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr aus bislang noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen schnell auf die gesamte Halle und eine angrenzende Zuschnitthalle über. Beide Gebäude wurden komplett zerstört. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt.

Ein im Bürogebäude des Betriebes wohnender Mitarbeiter wurde durch ein Geräusch auf den Brand aufmerksam und informierte eine Reinigungskraft, die sofort die Rettungskräfte alarmierte. Zeitgleich riefen auch mehrere Anwohner bei der Feuerwehr an.

Als die Feuerwehr Hedemünden als erste am Brandort eintraf, war bereits eine starke Rauchentwicklung im Bereich des Hallendaches erkennbar. Der Einsatzleiter alarmierte weitere Feuerwehren aus Hann. Münden, Lippoldshausen, Oberode, Wiershausen, Laubach, später auch die Feuerwehr aus dem benachbarten Gertenbach und Witzenhausen (Hessen). Später sollten weitere Einsatzkräfte der Göttinger Berufsfeuerwehr und aus den Gemeinden Duderstadt, Bovenden, Gieboldehausen und Radolfshausen folgen. Ingesamt waren rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Durch die enorme Hitzentwicklung waren die Löscharbeiten schwierig und körperlich anstrengend. Um die hohen Flammen bekämpfen zu können, wurde eine große Menge an Löschwasser benötigt, das aus einem benachbarten Brunnen abgepumpt, mit mehreren Tanklöschfahrzeugen zum Brandort gebracht und auch aus der Werra gefördert werden musste. Das erforderliche Schlauchmaterial wurde von den Feuerwehren aus Waake und Adelebsen mit Fahrzeugen nach Hedemünden transportiert. Bei den Löscharbeiten kamen zudem drei Drehleitern zum Einsatz.

Der Wind hatte die große Rauchwolke zunächst in Richtung Autobahn 7 geblasen, drehte aber wenig später in die entgegen gesetzte Richtung, so dass der Zugbetrieb auf der Bahnstrecke Witzenhausen – Hann. Münden eingestellt werden musste. Eine Gefahr für benachbarte Betriebe und Anwohner bestand nicht. Schadstoffmessungen der Feuerwehr ergaben keine besorgniserregenden Werte.

In der betroffenen Produktionshalle waren drei gasbetriebene Gabelstapler abgestellt. Bei der Explosion einer der Gastanks wurde ein Feuerwehrmann, der zu diesem Zeitpunkt an der Außenseite des Gebäudes Löscharbeiten durchführte, verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma. Im weiteren Verlauf explodierten auch die Tanks der beiden anderen Stapler.

Ein Übergreifen auf das benachbarte Bürogebäude konnte durch die Feuerwehr verhindert und das Feuer schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Der Brandort wurde von der Polizei für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Die Höhe des entstandenen Gesamtschadens steht noch nicht fest. (Text/Foto: Stefan Rampfel)

Großbrand in Hann. Münden - während der Löscharbeiten kam es zu mehreren Explosionen. Foto: Stefan Rampfel

Großbrand in Hann. Münden - während der Löscharbeiten kam es zu mehreren Explosionen. Foto: Stefan Rampfel

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