Dienstag, 6. Dezember 2016

Ersthelfer retten Autofahrer mit Feuerlöschern

15. Dezember 2014 von  

Sittensen (NI) – Am späten Samstagabend ereignete sich auf der Autobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Elsdorf und Sittensen (Kreis Rotenburg) ein schwerer Unfall. Ein Kleinwagen war gegen einen Lkw geprallt. Der Wagen fing Feuer und der Fahrer war darin eingeklemmt. Ersthelfer sammelten im Stau Feuerlöscher ein und hielten die Situation gemeinsam mit Polizisten bis zum Eintreffen der Feuerwehr unter Kontrolle.

Bildlicher kann man sich den Wettlauf um Leben und Tod nicht vorstellen. Ein 35 Jahre alter Autofahrer war mit einem Peugeot ungebremst auf einen Sattelzug aufgefahren. Der Fahrer wurde schwer verletzt und im brennenden Fahrzeug eingeklemmt. Dem ansprechbaren Unfallopfer eilten sofort Ersthelfer zur Hilfe, doch sie konnten ihn nicht befreien. Auch eine Streifenwagenbesatzung stand der Situation machtlos gegenüber. Der eingeklemmte Fahrer drohte bei lebendigem Leib zu verbrennen.

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Die Ersthelfer holten aus ihren eigenen Fahrzeugen und von mehreren im Stau stehenden Lastwagen die Feuerlöscher. Damit löschten sie die immer wieder auflodernden Flammen, bis die Feuerwehren aus Zeven und Elsdorf eintrafen. Nach rund einer Stunde war der Mann befreit und konnte nach Harburg ins Krankenhaus gebracht werden.

Unfall-Autobahn-15-12-2014

In diesem Wrack saß ein eingeklemmtes Unfallopfer. Erthelfer hielten bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit Feuerlöschern die Flammen unter Kontrolle. Foto: Polizei

Die Polizei ist sich sicher, dass der Mann den Unfall nicht überlebt hätte, wenn die zahlreichen Ersthelfer nicht so couragiert geholfen und die Feuerlöscher so schnell und zahlreich herbeigeschafft hätten. Weiterhin teilt die Polizei mit, dass der Fahrer keine Fahrerlaubnis besaß und unter starken Alkoholeinfluss stand.

Kommentare

5 Kommentare zu “Ersthelfer retten Autofahrer mit Feuerlöschern”
  1. Oliver sagt:

    Schön das man sein Leben retten konnte. Alle Achtung an alle Helfer.
    Trotzdem mussten wieder andere Menschen ihre Sicherheit riskieren weil ein besofffener, führerscheinloser Vollidiot mit dem Auto gefahren ist

  2. Ivan sagt:

    Hey ich bin gerade auf euren Beitrag gestoßen und auf euer Fachmagazin gesamt. Finde es toll, dass es so ein Magazin speziell für Feuerleute gibt. Ich als Jugendfeuerwehrmann kann immer gute und Tipps und Informationen gebrauchen. Mich würde es interessieren ob es für Lastwagen und für Autos unterschiedliche Feuerlöscher gibt? Hätte mal nicht davon gehört, evtl. weiß das ja jemand Ihr in der Community …. Mir ist es deshalb so wichtig weil ich auch einen kleinen Blog zum Thema Feuerlöscher führe da könnte ich die Menschen darüber informieren, schaut euch einfach meinen Blog hier http://www.feuerlöscher-kaufen.net/ an. Ich freue mich auf euer Feedback.

    LG.
    Ivan

  3. Gerhard S sagt:

    Ich habe dieses Horrorszenarnio leider schon mal selbst erlebt. Vor bald 3 Jahren bin ich auf der Autobahn ca. 12 km vor meinem Heimatort auf einen LKW aufgefahren, warum weiß ich nicht, kurze Ohnmacht, Sekundenschlaf(14 Uhr)??, warum auch immer. Es war an einem lang gezogenen Berg, der LKW fuhr mit 67 km/h (weiß ich vom mich befragenden Polizeibeamten) und ich war vor dem Unfall nur mit 120 km/h gefahren, wurde dann vermutlich langsamer. Ich konnte aus dem Auto rauskrabbeln, meine Tochter auf dem Beifahrersitz, die ich vom Fahrersitz nicht sehen konnte, weil das Dach neben mir zusammengeschoben war, war aber mit den Beinen eingeklemmt, und knapp vor ihrem Kopf die Lkw-Bordwand, ich konnte sie nicht befreien.
    Da begann es im Motorraum, der frei zugänglich war, die Motorhaube war zusammengeschoben, zu brennen. Mein Horrorgedanke, meine Tochter verbrennt vor meinen Augen, und ich kann ihr nicht helfen.
    Vom Fahrer des betroffenen tschechischen LKWs bekam ich den Feuerlöscher, und konnte die Flammen ausmachen. Nach einer Weile gings wieder los, mit dem Feuerlöscher eines im Stau stehenden Lkws konnten ich und dann der Lkw-Fahrer die Flammen endgültig löschen. GOTT SEI DANK.
    Mein Funkwecker, den ich in der Tasche hatte, piepste erst 11 Minuten nach dem Notruf des mir folgenden Pkw-Fahrers, eine endlos lange Zeit, und dann musste „meine“ Feuerwehr erst auf auf der Gegenfahrbahn an der Unfallstelle vorbeifahren. Wie ich später nachvollziehen konnte, wurden zwei näher (da in Fahrtrichtung) gelegene Feuerwehren auch erst 7 Minuten nach dem Notruf (solange dauerte die Weitergabe von der Polizei-Einsatzzentrale an die beiden zuständigen Feuerwehr-Leitstellen!) alarmiert.
    Es dauerte „endlos“ bis die erste Feuerwehr eintraf, und ohne die Feuerlöscher der LKW-Fahrer hätte sich vermutlich der Brand im Motorraum erst richtig entwickelt und meine Tochter wäre da vor meinen Augen verbrannt.
    Es dauerte fast eine eine Stunde, bis sie unter Einsatz nahezu aller Hebe-Geräte der drei Feuerwehren befreit war (da war ich längst im Krankenhaus), sie wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, aber außer Schnittwunden und blauen Flecken hatte sie, so wie ich, keine weiteren Verletzungen.
    Nach 40 Jahren als aktiver Feuerwehrmann mit vielen Einsätzen bei Unfällen war ich plötzlich „auf der anderen Seite“, als der, der dringend auf die Hilfe der Feuerwehren, auch „meiner“, angewiesen war. Aber ohne die Feuerlöscher der Lkws wäre alle Hilfe für meine Tochter zu spät gekommen.
    Ich wünsche es keinem der hier Lesenden, wahrscheinlich überwiegend auch Feuerwehrler, dass er mal in diese Lage kommt. Und wenn Ihr mal in so eine Lage kommt: die LKWs haben normalerweise einen Feuerlöscher an Bord, man muss den Fahrer nur dringend bitten oder auffordern, wenn er denn nicht selber auf die Idee kommt.

  4. Jonny sagt:

    Zum Glück habe ich einen solchen Unfall noch nicht miterlebt.
    Seit kurzem habe ich, aber auch einen kleinen Feuerlöscher mit an Board.
    Für den Fall aller Fälle…

    Viele Grüße
    Jonny

  5. Hans Sauer sagt:

    @Gerhard S bewegend und beindruckend ihre Schilderung. Ich weiss aus eigener, Gott sei Dank nciht so dramatischer Erfahrung, wie hilflos man sich ohne die gewohnte Ausrüstung vorkommt und wie lange es sich anfühlt wenn man auf Hilfe für Angehörige oder Freunde wartet. Als Vielfahrer fällt es mir oft die Gleichgültigkeit bei Unfällen auf. Und die oft herrschende Hilflosigkeit. Wei das beheben? Ich habe keine Patentlösung. In meiner jungen Autofahrezit hatte ich mal Plastikschilder im Auto, auf denen nach verschiedenen Dingen gefragt wurde, z.B. nach einem Arzt. Vielleicht wäre es sinnvoll wenn jeder ein Schild „Feuerwehr/Rettungsdienst benötigt“ an Bord hat und im Fall der Fälle damit den stau entlang läuft und nach Hilfe fragt. Im Zug oder Fleiger gibt es ja die Durchsage „ist an Arzt an Bord?“. Ich weiss, gefährlich, es muss jemand die Initiative ergreifen – ich behaupte auch nciht, dass es der Weisheit letzter Schluss ist. Aber wenn es Feuerwehrler/Rettungsdienstler im Stau gibt, könnten diese dann mit ihrem know how eingreifen.

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