Samstag, 3. Dezember 2016

Drei verletzte Feuerwehrleute bei Großbrand

24. Oktober 2016 von  

Werne (NW) – Gleich drei Feuerwehrleute sind am Samstagmorgen bei einem Großbrand in Werne (Kreis Unna) verletzt worden. Schuld waren ein Schlauchplatzer im Drehleiterkorb sowie herabfallende Trümmerteile. Die Einsatzkräfte bekämpften einen ausgedehnten Dachstuhlbrand an einem Wohngebäude. Bei dem Brand kam auch ein Testfahrzeug des Instituts der Feuerwehr (IdF) Nordrhein-Westfalen mit einem Cobra-Löschsystem zum Einsatz.

Unter einem Carport brannte am Samstagmorgen ein Fahrzeug. Als die Feuerwehr eintraf, standen der Wagen sowie der Carport bereits in Vollbrand. Der einzige Hausbewohner hatte sich unverletzt in Sicherheit bringen können. Bei der Erkundung stellten die Feuerwehrleute fest, dass auf der gegenüberliegenden Dachseite schon dichter Rauch an einer Gaube herausquoll. Die Gefahr der Brandausbreitung auf den gesamten Dachstuhl war somit offensichtlich.

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Großbrand in Werne. Ein Fahrzeugbrand greift über ein Carport auf ein Wohnhaus über.

Die Einsatzkräfte griffen das Feuer zunächst mit zwei C-Rohren an und bauten eine Riegelstellung auf. Doch die Dachkonstruktion des aufgestockten Bungalows erschwerte die Brandbekämpfung ungemein. Ein massiver Löschangriff von innen und außen, teilweise sogar mit Schwerschaum, zeigte zwar Wirkung, war jedoch sehr aufwendig. Beim Öffnen des mit Schiefer verkleideten Dachüberstands verletzte sich ein Feuerwehrmann durch eine herunterfallende Schindel leicht im Gesicht.

Zwei Verletzte bei Drehleitereinsatz

Auch der Angriff mit einem Wenderohr über eine Drehleiter trug zum Löscherfolg bei. Doch auch hierbei verletzten sich zwei Feuerwehrmänner. Ihnen schlug Wasser-Schaum-Gemisch mit hohem Druck ins Gesicht, als sich ein Schlauch vom Einbindestutzten löste. Sie bekamen das Löschmittel dabei in Mund und Augen. Nach intensivem Spülen kamen die Kameraden ins Krankenhaus, wo eine Augenreizung diagnostiziert wurde.

Cobra-Löschsystem vom IdF NRW angefordert

Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich als äußerst schwierig. Die verwinkelte Bauweise und die nachträgliche Aufstockung des Dachgeschosses waren problematisch. Weiterhin waren auf dem Dach mehrere Module einer Photovoltaik-Anlage installiert. Um alle Glutnester abzulöschen, kam ein Vorauslöschfahrzeug (VLF) mit dem Kaltschneide-Löschsystem COBRA zum Einsatz. Das VLF ist ein Testfahrzeug des IdF und war bis wenige Tage vor dem Brand noch in Werne temporär stationiert. Am Samstag wurde das Fahrzeug nochmal nach Werne gebracht und das Cobra-System erfolgreich vorgenommen. Es schneidet mit einer Hochdrucklanze Löcher in Wände und bindet mit vernebelten Wasser große Menge Hitze, was wiederum zum Löscherfolg führt.

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Die Bauweise des Einsatzobjektes erschwerte die Löscharbeiten ungemein.

Nachbarn kümmern sich um Einsatzkräfte

Zahlreiche Nachbarn unterstützten die Feuerwehren mit der Bereitstellung von Toiletten sowie Garagen als Pausenräume. Auch die Verpflegung der 65 Einsatzkräfte wurde durch die Nachbarschaft sichergestellt. Nebenher motivierten sie die Feuerwehrleute mit aufmunternden Worten.

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