Sonntag, 26. März 2017

Dach ab: Unfallfahrer beschimpft Feuerwehr

22. August 2016 von  

Alsheim (RP) – Die Feuerwehren aus Alsheim und Gimbsheim (Kreis Alzey-Worms) kehrten am Freitag fassungslos von einem schweren Verkehrsunfall heim. Sie hatten zuvor den Beifahrer eines verunfallten Pkw befreit. Der Fahrer zeigte sich über die Rettungsmaßnahmen jedoch gegenüber den Einsatzkräften wenig erfreut. Er beschimpfte und bedrohte die Feuerwehr sogar, weil sie seinen Wagen zerschnitten hatten.

An der Abfahrt Eich der Bundesstraße 9 kam in der Nacht zu Freitag ein Mercedes von seiner Fahrspur ab und überfuhr eine Verkehrsinsel. Anschließend kam der Wagen in einem Graben zum Stillstand. Während sich der Fahrer alleine aus dem Unfallwagen befreien konnte, war der Beifahrer auf die Hilfe der Feuerwehren Alsheim und Gimbsheim angewiesen. Mit hydraulischem Rettungsgerät mussten sie ihn befreien. Unter anderem trennten die Einsatzkräfte das Fahrzeugdach komplett ab.

Nach geglückter Rettung gerieten die Feuerwehrleute dann jedoch an den Fahrer. Er war mit dem Vorgehen der Feuerwehr überhaupt nicht einverstanden. Auf dem Weg zum Rettungsdienst machte er wegen des Zustandes seines Autos seinen Unmut an der Einsatzstelle Luft. Die Kameraden mussten sich laut einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite auf das Übelste beschimpfen lassen. Das Ganze gipfelte dann sogar mit Bedrohungen gegen die Feuerwehrleute. Die Polizei hat den Vorfall vor Ort mitbekommen. Ob die Feuerwehr gegen den Mann rechtlich vorgeht, ist offen.

Symbolfoto Unfall-6 T. Weege

Kommentare

6 Kommentare zu “Dach ab: Unfallfahrer beschimpft Feuerwehr”
  1. AK sagt:

    Ich hoffe, der wird nach Versorgung seiner Verletzungen schnellstens in die Psychatrie verlegt…unglaublich! Soll man die Leute sterben lassen weil das Auto so schön ist??? Total bekloppt! Hoffe die betreffende FF geht dagegen vor!

  2. Peter Lamaack sagt:

    zum Kommentar von AK:
    komm mal wieder runter!
    Auch mein neuer PKW (1 1/2 Jahre alt) wurde von der örtlichen BF + FF ruck-zuck zu einem Cabrio umgestaltet. Warum: meine Frau war als Fahrerin leicht eingeklemmt, aber sehr kurz nach einer grossen WS-OP. Mir – als Insider – war die Massnahme deswegen sofort versändlich. Doch welcher Fahrer eines verunfallten PKW kommt schon aus der BOS-Szene? Wirbelsäulenverletzungen sind nie sofort erkennbar. Auch Traumata im Thorax- und Abdominalbereich erkennt man oft nicht auf den ersten Blick. Die Rettung erfolgt aufgrund des Patientenzustandes aber auch des Unfallhergangs/der Kinematik. Deswegen ist die Reaktion des Unfallfahrers zwar nicht schön – aber einen psych. Ausnahmezustand muß man ihm schon zugestehen. Ein „Ausnahmezustand“ ist auch kein Regelfall – deswegen keine Psychiatrie. Du bist BOS-Helfer, kein Law & Order-Sheriff!

  3. KS sagt:

    Hier kann es sich auch um eine schockbedingte Reaktion gehandelt haben. Nicht zu voreilig urteilen.

  4. Hans Meiser sagt:

    Schockbedingte Reaktion schön und gut aber müssen wir Einsatzkräfte immer alles hinnehmen und uns alles bieten lassen? Beleidigung und Bedrohung sind in Deutschland immer noch Straftatbestände. Meine Meinung: Anzeige erstatten. Die Strafen, falls überhaupt eine verhängt wird, sind zwar geradezu lächerlich und den Aufwand eigentlich nicht wert aber vielleicht fängt der ein oder andere mal an über sein Verhalten nachzudenken.
    Ist die einzige Möglichkeit uns legal gegen solche Menschen zu wehren.

  5. Uli sagt:

    Wenn man selbst also schon schockbedingte Raktionen kennt, sollte man soviel Sachverstand haben und nicht undifferenziert in diesem Fall verallgemeinernd von Beleidigung und Bedrohung reden. Erst recht sollte man nicht rachsüchtig und allgemein nach Sanktionen fordern. Das werden schon andere prüfen und ggf. auch machen. Den guten Feuerwehrmann zeichnet keinesfalls Rachsucht und sich wehren aus Prinzip aus.
    Und genau in diesem Fall spricht die Beschreibung des Vorgangs und dem zeitlichen Zsammenhang für den Schockzustand. Also Bestrafung für medizinische Zustände als angemessene Reaktion? Da schießt ein Feuerwehrmann aber voll daneben.

  6. @Hans Meiser sagt:

    Wenn jemand nicht Herr seiner Sinne ist, dann ist eine Beleidigung/Bedrohung strafrechtlich eben nicht gegeben. Die Kameraden werden sicherlich nach ihrem erlebten Schock in Ruhe die richtige Entscheidung treffen. Wollen wir ebenso auch dem Unfallfahrer die Chance geben, in Ruhe die Situation zu überdenken und sich ggfs. zu erklären, bestenfalls sich kurz zu entschuldigen. Mensch bleiben!

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