Bergung: Lichtbogen springt auf Kran über

Köln (NW) – Bei Bergungsarbeiten im Autobahnbahndreieck Heumar ist es in der Nacht zu Samstag zu einer schweren Panne gekommen. Als ein Autokran einen zuvor verunfallten Lkw bergen wollte, kam der Ausleger zu nahe an eine 220.000 Volt führende Hochspannungsleitung. Es kam unter der Bildung eines Lichtbogens zum Spannungsüberschlag. Der Kranführer erlitt einen Schock, vier weitere Bergungshelfer erlitten unterschiedlich schwere Verletzungen.

Symbolbild: StromAm Freitagabend war ein Sattelzug auf der A 4 verunfallt. Mit einem Autokran sollte die Zugmaschine und Auflieger zurück auf die Fahrbahn gehoben werden. Eine Bergungs-Fachfirma erhielt hierzu den Auftrag. Der Kranführer richtete sein Arbeitsgeräte gegen Mitternacht an der Unfallstelle auf. Der Kranarm näherte sich dabei einer Oberleitung. Ohne diese zu berühren, sprang der Strom auf den Kran über. Ein weithin sichtbarer Lichtbogen erhellte die Nacht. Der Kranführer war in seinem Bedienstand geschützt. Das Gehäuse bildete einen sogenannten Faradayschen Käfig. Der Unfall setzte dem Kranführer aber psychisch aber schwer zu. Drei Kollegen von ihm standen auf der Fahrbahn in unmittelbarer Nähe zum Kran. Sie erlitten schwere Verletzungen. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde der Stadt Köln stand etwas weiter abseits, auch er wurde verletzt.

Rund 15 Meter von dem Aufstellort des Kranes entfernt sind Induktionsschleifen zur Staumeldung im Asphalt eingelassen. Dort platzten zwei quadratische Löcher mit einer Größe von jeweils einem halben Meter und einer Tiefe von drei bis vier Zentimetern aus dem Fahrbahnbelag. Alle fünf Verletzten kamen in ein Krankenhaus. Die Unfallaufnahme und die abschließende Bergung dauerte bis in den frühen Morgen.

2 Kommentare zu “Bergung: Lichtbogen springt auf Kran über”
  1. Es wäre sehr interessant wie weit er mit seinem Kranarm an die Hochspannungsleitung herankam, denn die Sicherheitsabstände sind nur theoretisch, des weiteren spielen Umwelteinflüsse wie Wetter, Luftfeuchtigkeit eine sehr große Rolle.

    Sicherheitsabstände
    110.000 – 220.000 Volt Spannung (wären 4 Meter Theoretischer Wert)
    220.000 – 380.000 Volt Spannung (wären 5 Meter Theoretischer Wert)

    Am besten immer mehr wie 5 Meter!

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