Donnerstag, 8. Dezember 2016

Atemschutzgerät defekt: Feuerwehrmann verletzt

10. November 2014 von  

Schwarzenbek (SH) – Brenzlige Situation am Montagnachmittag in der Straße Blinde Koppel in Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg: In einem Keller einer Doppelhaushälfte war aus zunächst noch unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung aufgrund eines defekten Atemschutzgerätes. Große Hitze, die sich mangels Abzugsöffnung im Keller staute, stellte die Feuerwehrleute zeitweise vor große Problem. „Es war anfangs so extrem heiß im Keller, dass die Trupps zum Löschen nicht bis an den Brandherd vordringen konnten“, berichtete Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Er leitete den Einsatz der 40 Feuerwehrleute aus Schwarzenbek, Kollow und Elmenhorst.

Nachbarn hatten gegen 12 Uhr einen piependen Rauchmelder wahrgenommen und beim Nachsehen bemerkt, dass aus einer Tür des Hauses bereits Qualm drang. Sofort forderten sie über den Notruf 112 die Feuerwehr an. Als die ersten Kräfte eintrafen, gingen direkt Trupps zum Innenangriff vor.

Ein Feuerwehrmann, dessen Atemschutzgeräte während der Löscharbeiten aus noch ungeklärten Gründen plötzlich keine Atemluft mehr lieferte, musste vom Rettungsdienst ins Unfallkrankenhaus nach Hamburg-Boberg gebracht werden. Bettin: „Er konnte sich, als er den Defekt bemerkte, zum Glück noch selbst ins Freie retten, atmete dabei aber viel Rauch ein.“

Um sich bei den Löscharbeiten zu helfen, öffneten die Feuerwehrleute vorne und hinten am Haus die Lichtschächte zum Keller und fluteten die Räume von außen durch die Kasematten mit Löschschaum. Als die Feuerwehrmänner später aus dem Keller kamen, sahen sie aus, als hätten sie im Schnee gestanden. Der weiße Löschschaum klebte an ihren Schutzanzügen, doch er entfaltete seine gewünschte Wirkung.

Um in dem verqualmten Wohnhaus arbeiten zu können, mussten sich die Feuerwehrleute durch Atemschutzgeräte schützen. Deshalb forderten die Schwarzenbeker Retter Verstärkung aus Kollow und Elmenhorst an. Der Einsatz dauerte mehr als drei Stunden. Das Haus gilt jetzt als unbewohnbar, die von dem Brand betroffene Familie kam bei Verwandten unter.

Feuer Blinde Koppel Schwarzenbek

Einsatzkräfte waren nach dem Innenangriff mit Löschschaum kontaminiert. Foto: Timo Jann

Kommentare

3 Kommentare zu “Atemschutzgerät defekt: Feuerwehrmann verletzt”
  1. Wolf112 sagt:

    Mögliche Ursache:
    Lungenautomaten halten nach Tests nur 65 Grad Celsius aus.
    Danach ist keine sichere Funktion garantiert.

  2. Wolle sagt:

    Taktische Ventilation war nicht anwendbar? Wurde nicht angewendet? Keine selbständige Ventilation möglich?
    Will ja niemanden beschuldigen und keine Spekulationen aufstellen, aber da das Thema allgemein bei „konservativen“ Feuerwehren oft nicht so praktiziert wird, wie es am besten wäre… Naja „Einsatznachbesprechung“ wird das sicher klären… in einer „konstruktiven“ und „kritischen“ Diskussion.

  3. Hörster sagt:

    Gute Besserung dem Kameraden!

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