Montag, 5. Dezember 2016

Aggressiver Mann entwendet Rettungswagen

11. Januar 2016 von  

Bergisch Gladbach (NW) – Die Feuerwehr Bergisch Gladbach musste am Samstagmorgen den Fahrer eines verunfallten Fahrzeuges befreien. Soweit kein besonderer Einsatz. Doch bei dem verunfallten Fahrzeug handelte es sich um einen Rettungswagen (RTW), den der Fahrer gestohlen hatte. Der Dieb hatte die RTW-Besatzung zuvor verbal und mit Werkzeugen bedroht und sich mit der Besatzung eine Rangelei geliefert.

Der Rettungsdienst war mit einem RTW und einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zu einem Wohnheim für Suchtkranke disponiert worden. Als die beiden Rettungsassistenten der Feuerwehr mit dem RTW eintrafen, ging der Patient gleich auf die Einsatzkräfte los. Er drohte ihnen massiv und wollte dabei auch einen Hammer sowie eine Zange gegen sie einsetzen. Die Feuerwehrleute ergriffen deshalb die Flucht und ließen ihr Einsatzfahrzeug zurück. Dies nutzte der Angreifer, um sich hinter das Steuer des RTWs zu setzen. Dies versuchten die Rettungsassistenten noch zu verhindern, doch der Mann konnte sich mit dem Wagen in Fahrt setzen.

Bei der Abfahrt berührte er mit dem RTW zunächst einen Außenspiegel an dem zwischenzeitlich ebenfalls eingetroffenen NEF. Die nun insgesamt vier Einsatzkräfte mussten sich dabei erneut selbst in Sicherheit bringen, damit sie nicht überfahren wurden.

Die informierte Leitstelle schickte sofort die Polizei zur Hilfe und alarmierte den A- und B-Dienst der Berufsfeuerwehr. Zwanzig Minuten nach dem Vorfall erhielt die Leitstelle dann Kenntnis davon, dass der RTW das massive Tor eines Firmengeländes durchbrochen hatte und nun auf dem Gelände weiter umherfuhr.

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Ende einer Flucht. Der Dieb eines Rettungswagens ist nach einem Unfall in dem Fahrzeug eingeschlossen und muss von der Feuerwehr befreit werden. (Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach)

Der aggressive Täter versuchte dann ein weiteres Tor zu durchbrechen, was jedoch misslang. Der RTW verkeilte sich nämlich zwischen dem Tor und einer Gebäudefassade, wodurch es für den Dieb kein Entkommen mehr gab.

Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Süd befreiten den augenscheinlich unverletzten 52-jährigen Deutschen und übergaben ihn der Polizei. Die Festnahme verlief ohne Gegenwehr. Um die attackierten Helfer kümmerte sich ein Mitarbeiter des Teams für Psychosoziale Unterstützung (PSU).

Der erst acht Wochen alte Rettungswagen wurde erheblich beschädigt und war nach dem Unfall nicht mehr einsatzbereit.

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