Mittwoch, 16. August 2017

14 Bewohner bei Kellerbrand in Gefahr

17. Oktober 2012 von  

Aurich (NI) – Bei einem Kellerbrand in einem Wohnblock in Aurich (Kreis Aurich) sind in der Nacht zu Dienstag 14 Hausbewohner in Gefahr geraten und mussten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer gefährdete aber auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr.  Ein verformtes Visier und ein beschädigter Nackenschutz zeugen von hoher Temperatureinwirkung.

Das Feuer entdeckten die Hausbewohner um kurz nach Mitternacht. Dichter Qualm drang aus einem Kellerfenster und der Eingangstür. Auch im Treppenhaus breitete sich der Rauch aus und versperrte den Mietern den Fluchtweg. Sie flüchteten auf die Balkone und machten dort auf sich aufmerksam. Bei Eintreffen stellte sich die Lage für die Einsatzleitung zunächst als sehr unübersichtlich dar. Deshalb wurde für den Rettungsdienst mit der Alarmstufe „Massenanfall von Verletzten“ Großalarm ausgelöst. Die Feuerwehr war von vornherein per Vollalarm alarmiert worden. Die Anfahrt zur Einsatzstelle gestaltete sich schwierig. Die herkömmliche Zufahrt war wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. So mussten die Einsatzfahrzeuge durch einen engen verkehrsberuhigten Bereich gefahren werden. Außerdem steht das Gebäude in zweiter Reihe und ist mit der Drehleiter nicht anleiterbar.

Die eingeschlossenen Personen wurden von der Feuerwehr per Megaphone aufgefordert den Anweisungen der Feuerwehr Folge zu leisten und auf den Balkonen abzuwarten, bis das Feuer unter Kontrolle ist. Erst nachdem die Belüftungsmaßnahmen Wirkung zeigten, führten die Einsatzkräfte die Bewohner mit Fluchthauben ins Freie. In einem Kellerraum hatten Möbel gebrannt. Der Raum befand sich in der Nähe zur Kellertreppe und stand in Vollbrand. Wie Aurichs stellvertretender Ortsbrandmeister, Bernd Saathoff, gegenüber feuerwehrmagazin.de erklärte, war die Hitze in dem Keller enorm. So heiß, dass sich das Helmvisier bei einem der Atemschutzgeräteträger (AGT) verfärbte und verformte. Auch der Nackenschutz, ein sogenanntes Hollandtuch, verfärbte sich. Bei einem der Hausbewohner bestand der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung, er kam in ein Krankenhaus. Das Gebäude ist nach dem Brand vorübergehend für unbewohnbar erklärt worden.  (Foto: Ostfriesische Nachrichten/Frerichs)

Kommentare

11 Kommentare zu “14 Bewohner bei Kellerbrand in Gefahr”
  1. Sebastian sagt:

    Wenn ich das schon lese….das Hollandtuch verfärbt sich und der AGT hat Brandblasen am Nacken….da ist mir doch schon wieder klar, dass der Gute nicht für den Innenangriff geeignet ist, wenn er nur wegen ein paar brennender Möbel seine Gesundheit unnötig aufs Spiel setzt.

  2. Benjamin sagt:

    Lieber Sebastian, du meinst aber nicht das man hätte es brennen lassen sollen oder gleich den Keller mit Schaum fluten oder? Ein Hollandtuch ist mit das beste was du zum Hals/Nackenschutz im Innenangriff nehmen kannst. Wenn du mal richtig bei einem Brand dabei warst unter Atemschutz und hattest nen Hollandtuch dann wirste das bestätigen. Ne Flammschutzhaube dient zb nicht gegen Hitze einwirkung, nur gegen kurze beaufschlagung mit Flammen. Im gegenteil dazu das Hollandtuch. Das kann man richtige mit Hitze belasten. Und bevor sich das verfärbt brauchste Hitze und die haste bei nem Kellerbrand schnell erreicht, zudem bekommste die verfärbung nicht mit, auch nicht die der Überjacke. Viel schlimmer ist das Helmvisier beim Innenangriff dran zulassen. Just my 2 cents.

  3. Notrufprotokoll sagt:

    3 Dinge:

    1. @Sebastian: Bei Kellerbränden wird es regelmäßig sehr heiß, und wenn man den Keller nicht fluten möchte, dann muss man eben da rein zum Löschen. Wenn dir das zu gefährlich ist, dann werde doch bitte kein PA-Träger.

    2. Die Feuerwehr hat hier 2 Fehler gemacht: Man trägt ein Hollandtuch über ein Flammschutzhaube, und nicht alleine, warum merkt man hier ja eindeutig.

    3. Wenn das Helmvisier nicht nach EN:443 zertifiziert ist, dann hat es vor dem Innenangriff abgemacht zu werden. Hier war beides nicht der Fall, das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass die Gemeinde dringend neue Helme nach aktueller Schutznorm beschaffen muss.

    Ingesamt eine vermeidbare Verletzung, natürlich dennoch gute Besserung!

  4. Steffen sagt:

    Visier wird im Innenangriff abgenommen, und vorallem muss man nicht bis in die Flammen krauchen!!! Schlechte Ausbildung oder sehr unerfahrener Trupp
    Sorry is aber leider so.

  5. Martin sagt:

    wie kann sich den ein Visier verformen in jedem ATG-Lehrgang wird gelehrt das das Visier vor einem ATG Einsatz abzunehmen ist also ein Fall von selber schuld meiner Meinung nach und wenn man mit der Drehleiter nicht an das Gebäude rann kommt muss mann halt auch mal die schiebe oder Steckleiter auf seinem Auto suchen und einsetzten wir haben in den letzten drei Jahren 9 Einsätze dieser art in ein und dem selben Gebäude gefahren und immer als erstes alle Leute aus dem Gebäude gerettet ob mit Drehleiter, Schiebeleiter oder Steckleiter es geht wenn mann will

    @Sebastian dir gebe ich auch vollkommen recht

    Grüße

  6. Florian Lenk sagt:

    Ein helmvisier hat auch nichts im innenangriff zu suchen ;-)!

  7. Brandeinsatz sagt:

    @ Notrufprotokoll:

    Zu Pkt. 2.: Erstens hat DIE Feuerwehr hier schonmal gar kein Fehler gemacht, wenn dann der Kollege selbst. Zweitens zeig mir bitte eine Vorschrift wo geschrieben steht, dass beides nicht kombiniert einzusetzen ist? Ich selbst setze auch beides kombiniert ein.

    Zu Pkt. 3: Aus welchem Teil des Berichtes entnimmst du, dass das Visier + entsprechende Halterung nicht die EN443 Zulassung hatte?

    @ Martin: Interpunktion ist manchmal viel wert. Davon abgesehen kann man auch durch Steckleitern nicht alles erreichen. Mal dran gedacht, dass die Personen evtl. sicher und betreut auf dem Balkon gestanden haben? Warum die dann in Gefahr bringen und über Leitern aus größeren Höhen retten?

    @ Florina Lenk: Nö, das PPSU-Visier + entsprechender Halterung eines namenhaften Herstellers ist sehr wohl für den Innenangriff zugelassen.

    Fazit: Kirsche im Dorf lassen, es ist niemand großartig zu schaden gekommen, die Leute sind alle heile rausgekommen, also muss die Feuerwehr wohl gute Arbeit geleistet haben.

  8. Sebastian sagt:

    Lieber Sebastian, du meinst aber nicht das man hätte es brennen lassen sollen oder gleich den Keller mit Schaum fluten oder? Ein Hollandtuch ist mit das beste was du zum Hals/Nackenschutz im Innenangriff nehmen kannst. Wenn du mal richtig bei einem Brand dabei warst unter Atemschutz und hattest nen Hollandtuch dann wirste das bestätigen. Ne Flammschutzhaube dient zb nicht gegen Hitze einwirkung, nur gegen kurze beaufschlagung mit Flammen. Im gegenteil dazu das Hollandtuch. Das kann man richtige mit Hitze belasten. Und bevor sich das verfärbt brauchste Hitze und die haste bei nem Kellerbrand schnell erreicht, zudem bekommste die verfärbung nicht mit, auch nicht die der Überjacke. Viel schlimmer ist das Helmvisier beim Innenangriff dran zulassen.

    Verstehe nicht ganz , woraus du aus meinem Kommentar schließt, dass ich was gegen Hollandtücher habe. Wenn man es mal zusammenfasst wurde die BSK entwickelt, um Menschen da zu schützen, wo es ohne nicht mehr ging. Aufgrund der Tatsache, dass die BSK mehr aushält, wagen sich manche Kameraden gern mal zu weit ins Feuer, Hollywood lässt grüßen. Einen Kellerbrand haben die Kollegen aus den 80ern auch gelöscht bekommen, ohne den Keller zu fluten und sich zu verbrennen….und das sogar ganz ohne BSK.

  9. Christian sagt:

    @Benjamin: Selbstverständlich dient eine Flammschutzhaube dem Schutz gegen Hitzeeinwirkung. Immerhin zwei Punkte der entsprechenden Norm (EN 13911) befassen sich damit.

  10. Senfdazu sagt:

    Die BSK ( Brandschutzkleidung ? ) also FW- Überjacke + Hose soll dir die
    Sekunden an nötiger Zeit geben, um dich AUS der Gefahr zurück zu ziehen.
    Mehr nicht !

  11. Frank sagt:

    Hat hier schonmal jemand dran gedacht, das sich auch Visiere verformen können, die man gar nicht abnehmen kann.
    Auch ich stimme zu, lieber die Bewohner betreut auf dem Balkon in Sicherheit stehen lassen, als unzählige Trupps zu binden um mit der Steck oder Schiebeleiter vorzugehen.

Kommentare

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