Mittwoch, 24. Mai 2017

Nach Durchzündung: Mehrere Feuerwehrleute verletzt

4. August 2015 von  

Hamburg – Am Dienstagmorgen sind Kräfte der Feuerwehr Hamburg während Löscharbeiten in einem ehemaligen Weltkriegsbunker von einer Durchzündung überrascht worden. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt. „Die Lage ist sehr unübersichtlich, wir zählen gerade die Kräfte durch“, sagte Feuerwehrsprecher Hendrik Frese am Morgen gegenüber feuerwehrmagazin.de.

Gegen 4.30 Uhr meldeten zahlreiche Anrufer eine schwarze Rauchwolke an die Leitstelle. Die Feuerwehr fand den Brand in dem ehemaligen Bunker. Wegen der massiven Rauchentwicklung wurden vorsorglich die Bewohner aus mehreren Mehrfamilienhäusern evakuiert.

Durchzündung in Hamburg. Mehrere Feuerwehrleute verletzt. Foto: Lars Ebner Billhorner Kanalstr. Feuer im Bunker Brennen Oile und Fette  Starke Rauchentwicklung Häuser evakuiert Verletzte

Durchzündung in Hamburg. Mehrere Feuerwehrleute verletzt. Foto: Lars Ebner

„In dem früheren Bunker ist eine Tischlerei untergebracht, und, wie sich später zeigte, wurden dort wohl auch ätherische Öle gelagert“, so Frese. Möglich, dass diese zu der explosionsartigen Brandausbreitung zwei Stunden nach Einsatzbeginn beigetragen hatten und die Feuerwehrleute im Innenangriff überraschten. Die Kraft der Durchzündung war so massiv, dass Trümmer des Bunkers auf die Straße geschleudert wurden.

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Nach der Durchzündung wurde das Einsatzstichwort bis auf FEU6 mit dem Zusatz Rettungsdienst erhöht – einen Einsatz dieser Größenordnung gab es in der Hansestadt seit Jahren nicht mehr. Neben weiteren Kräften der Feuerwehr Hamburg wurden unter anderem zahlreiche Rettungs- und Notarztwagen sowie der Rettungshubschrauber „Christoph 29“ alarmiert.

Schließlich wurden 12 verletzte Feuerwehrleute und 26 verletzte Anwohner gezählt. Unter den Anwohnern sind vor allem Evakuierte betroffen, die von der starken Rauchentwicklung überrascht wurden und leichte Rauchvergiftungen erlitten. Mehr als 200 Einsatzkräfte versuchten, den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Aktuelle Lagemeldung von unserem Reporter vor Ort um 14:22:

Die Lage an der Einsatzstelle ist weiter angespannt. Der Bunker mit 1,5 Meter dicken Betonwänden hat zwei Ein- und Ausgänge, was eine Belüftung erschwert. Hinzu kommt, dass im Inneren ein explosives Gas-Luft-Gemisch gemessen wurde. Das weitere Vorgehen im Gebäude muss äußert vorsichtig erfolgen. Die vorgehenden Trupps bestehen deswegen aus drei Einsatzkräften. Gegenwärtig läuft die Erkundung des 3. Obergeschosses. Allerdings wird davon ausgegangen, dass sich der eigentliche Brandherd im 5. Obergeschoss befindet. Weiter ist die Funkverbindung durch die dicken Betonwände gestört, so dass im Inneren verschiedene Trupps als Relay-Stationen eingesetzt werden. Zur Zeit gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass sich der Einsatz noch bis in den kommenden Morgen hinziehen wird.

Kommentare

2 Kommentare zu “Nach Durchzündung: Mehrere Feuerwehrleute verletzt”
  1. A.Kraus sagt:

    Den Verletzten/Betroffenen eine baldige Genesung ohne Spätfolgen!

  2. Hans Totzek sagt:

    Ich wünsche allen verletzten Kollegen eine schnelle Gesundung. Viele Grüße an den Löschzug 33 Veddel, sie waren die Ersten an der Brandstelle und somit besonders gefordert. Für die Brandbekämpfung galt der mit nur zwei Eingängen in sich geschlossene Hochbunker als hochproblematisch. Durch die Verbrennung von ca. 100 Tonnen ätherische Öle muss es zu eine unvorstellbare Hitzeentwicklung gekommen sein. Die Hamburger Morgenpost schreibt dazu: „Die Helden aus der Feuer-Hölle“!

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