Freitag, 9. Dezember 2016

Landwirt bedroht Feuerwehrmann mit Trecker

28. April 2014 von  

Ergolding (BY) – Ein Feuerwehrmann ist am Samstag bei Ergolding (Kreis Landshut) von einem Landwirt mit einem Trecker brachial bedroht und bedrängt worden. Der Kamerad war zur Sicherung einer Radveranstaltung eingesetzt und sperrte eine Straße. Das akzeptierte der Bauer nicht – und kämpfte sich buchstäblich den Weg frei. Damit sorgte er kurz darauf für eine weitere gefährliche Situation.

BayernDie Freiwillige Feuerwehr Ergolding war bei Kopfham für die Sicherung des Verkehrs während der Veranstaltung verantwortlich. Ein Feuerwehrmann sperrte am Ortsende von Kopfham die Ortsverbindungstrasse, als der 54-jähriger Landwirt mit seinem Traktor auf ihn zufuhr.

Mit Trecker zurück gedrängt

Der Feuerwehrmann teilte dem Landwirt mit, dass die Straße in diesem Bereich aufgrund der Radveranstaltung gesperrt sei und der Landwirt einen Umweg fahren muss. Trotz entsprechender Belehrung war der 54-Jährige offensichtlich nicht dazu bereit und fuhr mit dem Traktor auf den Feuerwehrmann zu. Der Landwirt hob sogar die so genannte Frontackerschiene an, berührte damit den Feuerwehrmann im Hüftbereich und drängte ihn zwei bis drei Meter zurück.

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Der Feuerwehrmann gab seinen Widerstand auf und wich zur Seite. Der Landwirt fuhr mit seinem Gefährt auf der eigentlich gesperrten schmalen Ortsverbindungstrasse davon. Kurz danach kam es in einer Kurve zu einer äußerst gefährlichen Situation. Eine Gruppe gehörloser Radler kam dem Traktor im Kurvenbereich entgegen. Einer aus der Gruppe konnte einen Zusammenstoß mit dem Traktor nur vermeiden indem er in den angrenzenden Acker fuhr. Auch andere Radler mussten teils in den Straßenrand bzw. Acker ausweichen. Dies beirrte den aggressiven Landwirt nicht, er fuhr einfach davon.

Auch Polizisten beleidigt

Kurze Zeit später konnten die verständigten Polizeibeamten den 54-Jährigen in seinem Bauernhof antreffen. Er zeigte sich sehr aggressiv und beschimpfte die eingesetzten Beamten. Er hat mit einer Strafanzeige wegen einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr zu rechnen.

Kommentare

10 Kommentare zu “Landwirt bedroht Feuerwehrmann mit Trecker”
  1. Wykinger sagt:

    So einem gehört auf der Stelle die Fahrlizenz entzogen und ein saftiges Bußgeld obendrauf.

  2. Oberthereser sagt:

    Unser Komandant wurde neulich nach einem Einsatz mit einer Schusswaffe bedroht. Das Verfahren gegen den Aggressor wurde vom Staatsanwalt eingestellt. Begründung: kein öffentliches Interesse!!!

    Traurig, traurig. Muss erst was passieren???

  3. Matthias sagt:

    Großes Glück für den Landwirt, dass der Kamerad alleine war!

    Manche unbelehrbaren lernen wirklich nur durch handfeste Argumente! Leider ist das so. Und alle „Gutmenschen“, die meinen, man würde mit dem erhobenen Zeigefinger durchs Leben kommen, können das ja gerne mal bei solchen Zeitgenossen ausprobieren.

  4. stefan_67 sagt:

    @ Matthias, wir leben in einem Rechtsstaat. Deine angedeutete Vorgehensweise würde nur dazu führen, dass besagte Feuerwehrleute danach auf den Titelseiten diverser Zeitungen stehen würden mit Überschriften wie „Feuerwehrleute greifen Landwirt an“ …

    Ob hier immer Recht gesprochen wird, steht auf einem anderen Blatt und hängt oft vom subjektiven Empfinden ab.

  5. Matthias sagt:

    …und genau dieser Rechtsstaat garantiert mir auch das Recht auf Notwehr. Und werde ich bzw. einer meiner Kameraden angegriffen, dann werde ich dieses Recht für mich in Anspruch nehmen. Und es ist mir dann sicher ganz gleichgültig wie das hinterher in irgendeiner Zeitung steht. Da steht sowieso selten die ganze Wahrheit.

  6. stefan_67 sagt:

    @Matthias, dieser Rechtsstaat „prüft“ nach deiner „Notwehr“ aber auch die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“. Wenn du dabei „über das Ziel hinaus geschossen bist“, hast du (z. B. vor Gericht) ein Problem und zwar ein persönliches. Was danach in der Zeitung steht, wird dann für dich zweitrangig.

  7. Okerbaer sagt:

    Vorweg: das Verhalten des Landwirtes ist natürlich völlig unakzeptabel.
    Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass verkehrslenkende Maßnahmen nicht Aufgabe der Feuerwehr, sondern allein der Polizei sind.
    Dieses gilt um so mehr, wenn sich die Feuerwehr noch nicht einmal in einem hoheitlichen Einsatz befindet. Damit scheidet auch eine Ersatzvornahme aus, die in einem realen Feuerwehreinsatz bei mangelnder Polizeipräsenz am Einsatzort gerechtfertigt sein kann.

  8. M. Fischer sagt:

    Okerbear: Der Vorfall hat sich in Bayern ereignet. Da (und in Thüringen) dürfen Feuerwehren verkehrslenkende Maßnahmen durchführen.

  9. APU sagt:

    Moin,

    @Okerbaer,
    Dies ist so nicht koreckt, in Bayern erlaubt es die Gesetzeslage das die Feuerwehr den Verkehr lenkt! Es ist auch durch aus Üblich das die FF bei solchen veranstaltungen die Absicherunge übernimmt, meist so gar im Auftrag der Komune.

    Bitte nagelt mich jetzt icht auf den genauen Gesetzestext hin. Den weis ich jetzt icht auswendig.

  10. Thunder McNeil sagt:

    Da hilft nur Fahrerlaubis und Fahrzeug auf Lebenszeit entziehen! Plus Geldstrafe von mehreren Tausend Euro, dann wars das mit dem Bauernhof.
    So jemand hat auf der Straße nichts verlohren. Besonders nicht am Steuer eines Traktors der weitaus gefährlicher sein kann als ein PKW

    Da sieht man mal wie sich manche Leute gegenüber den „Helfenden Ehrenamtlichen“ verhalten.
    Und eins kann ich euch sagen: Hätte der mit mit der Frontackerschiene weggeschoben, dann hätte ich den ohne zu Zögern aus seinem Trecker geholt und ihm mal gezeigt wie der Asphalt von nahem aussieht. Sprich: Polizeigriff.

    Aber im Deutschen Rechtssystem würde man dafür sicher nur mehr Ärger kriegen als lösen, worum wollen wir wetten?
    Und das Argument: „Der hat versucht mich umzufahren!“ zählt dann natürlich nicht, ist ja auch nur „versuchte“ Körperverletzung.

Kommentare

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