Donnerstag, 30. März 2017

Bergretter verunglückt bei Übung tödlich

26. Oktober 2015 von  

Bayerisch Eisenstein (BY) – Am Samstagnachmittag übten die Bergwacht Bayern, die Arber-Bergbahn, mehrere Feuerwehren sowie die Polizei in Bayerisch Eisenstein (Kreis Regen) die Evakuierung einer Seilbahngondel am Berg Arber. Im Verlauf der Übung stürzte ein Bergretter aus 14 Metern Höhe ab und riss seinen Sicherungsmann mit sich. Der erste Verunglückte erlitt tödliche Verletzungen, sein Kollege überlebte schwer verletzt.

Die Einsatzkräfte übten am Wochenende ein für alle rund 100 bayerischen Bergbahnen standardisiertes Evakuierungsverfahren. Dies wird am Arber mit den lokalen Rettungskräften alle zwei Jahre durchgeführt. Das Übungsszenario sah die Evakuierung von rund 100 Fahrgästen vor. Bislang liefen diese Übungen laut Bergwacht ohne jeglichen Schaden an Mensch oder Material ab. Am Samstag gab es dann einen ersten und gleich schwerwiegen Unfall.

Ein Bergretter wollte von einer zweiten Gondel zu der stehengeblieben Gondel über das Tragseil der Bahn übersetzen. Dazu sicherte ihn ein weiterer Bergretter vom Boden aus. Aus bislang ungeklärten Gründen stürzte die Einsatzkraft dabei ab und fiel rund 14 Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich lebensbedrohliche Verletzungen zu. Sein 24 Jahre alter Sicherungsmann wurde mitgerissen und ebenfalls erheblich verletzt.

Die anwesenden Rettungskräfte übernahmen die Erstversorgung ihrer eigenen Kollegen und forderten für sie zwei Rettungshubschrauber an. Im Krankenhaus starb der abgestürzte Bergretter aus Cham am Abend. Er wurde 48 Jahre alt.

Um die Unfallursache zu klären, nahmen an der Unfallstelle ein Bergführer der Bayerischen Polizei sowie Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Straubing ihre Ermittlungen auf.

Trauerkerze. Symbolfoto: Thomas Weege

Trauerkerze. Symbolfoto: Thomas Weege

Kommentare

1 Kommentar zu “Bergretter verunglückt bei Übung tödlich”
  1. Hiller sagt:

    Viel zu oft wird vergessen, was die Retter für uns tun.
    Beruflich habe ich viel mit Ausrüstern von Rettungsfahrzeugen zu tun, bin oft in Wachen vor Ort etc.
    Es sind eben nicht Menschen wie „du und ich“, es sind Menschen, die eben etwas mehr tun und dafür schulden wir eben einfach unseren Dank.
    Den Familien der Betroffenen und damit meine ich ausdrücklich auch die Kameradinnen und Kameraden mein Mitgefühl und dies sage ich ausdrücklich im Namen des Unternehmes.
    Jens

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