Samstag, 10. Dezember 2016

Atemschutz-Notfall: Ursache geklärt

11. November 2014 von  

Schwarzenbek (SH) – Nach dem Atemschutznotfall bei Löscharbeiten in Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) am Montag scheint die Ursache für die plötzlich eingetretene Luftnot des Feuerwehrmannes geklärt zu sein. Der Feuerwehrmann, der bei den Löscharbeiten eine Rauchvergiftung erlitten hatte, konnte das Krankenhaus mittlerweile auch schon wieder verlassen. „Es geht ihm soweit gut“, sagte Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin am Dienstag gegenüber feuerwehrmagazin.de.

Der verletzte Retter hatte während des Einsatzes in dem Gebäudes plötzlich keine Luft mehr über seine Atemmaske bekommen und nahm sich die Atemmaske trotz der Verqualmung auf der Flucht aus dem Haus ab. Bettin berichtet: „Das Ventil, das für die Luftzufuhr an der Atemluftflasche geöffnet sein muss, hat sich aus ungeklärten Gründen während des Einsatzes wohl geschlossen.“ Bei einer Prüfung der technischen Ausrüstung in der Elmenhorster Kreisfeuerwehrzentrale wurde festgestellt, dass die Technik grundsätzlich einwandfrei funktioniert.

Der Feuerwehrmann, der bei einem ausgedehnten Kellerbrand den Notfall hatte, war zunächst über die Drehleiter in das Dachgeschoss des Hauses eingestiegen und hatte dort die Räume überprüft. Möglicherweise kam er auf dem Weg ins Erdgeschoss mit dem Flaschenventil im engen Treppenhaus des Einfamilienhauses zu oft mit dem Rücken an die Wand und betätigte so unbewusst das Ventil, bis die Luftzufuhr unterbrochen war.

Zur insgesamt etwa 20 Kilo schweren Atemschutztechnik der Feuerwehrleute gehören das auf dem Rücken zu tragende Atemschutzgerät, eine Atemschutzmaske und ein Verbindungsschlauch, der an der Atemluftflasche befestigt ist und an die Atemmaske angeschlossen werden kann. 35 dieser Gesamtausrüstungen hat die Feuerwehr in Schwarzenbek zur Verfügung. „Die Ausbildung für den Einsatz mit Atemschutz ist hoch bei uns sehr hoch angesiedelt. Außerdem haben wir ein Notfallkonzept für den Fall, dass genau solche Dinge wie bei dem Einsatz passieren“, erklärt Bettin. Wäre es nötig gewesen, hätte sofort ein Trupp zur Rettung des betroffenen Feuerwehrmannes mit einem Rettungsset in das brennende Haus gehen können.

Atemschutz-Notfall: Ein Feuerwehrmann hatte bei diesem Einsatz ein Problem mit der Luftzufuhr. Foto: Jann

Atemschutz-Notfall: Ein Feuerwehrmann hatte bei diesem Einsatz ein Problem mit der Luftzufuhr. Foto: Jann

Kommentare

11 Kommentare zu “Atemschutz-Notfall: Ursache geklärt”
  1. Stumpf sagt:

    warum hat der Fw.-mann dann nicht auf das Rückzugssignal reagiert? das andeutet das die Luft zu Ende geht. Vermutlich war eine Panik die Ursache, die Maske abzuziehen. Wo war der zweite Fw.-mann? Der hätte im mit seiner Maske im Wechsel herausführen können. Leider ist der 2.Anschluss einer Maske immer noch nicht erlaubt vom Hersteller, hier kann sich ein Trupp oder einer Person die Luft teilen.

  2. Weber T. sagt:

    Herr Stumpf,

    falls Sie mit der Atemschutztechnik vertraut wären würden Sie wissen wie ein geschlossenes Gerät auf einen Atemzug reagiert.
    Falls die Signalpfeife überhaupt die Chance hatte anzuspringen war sie beim nächsten Atemzug wieder aus, da keine Luft mehr nachkommt…
    Und wenn man keinen Bezug zu Atemschutz hat soll sich hier Kommentare dazu sparen, Geräte mit 2. Anschluss sind lange auf dem Markt!!!
    Alles ander sind Mutmaßungen die hier wirklich keinem helfen…

    mfg
    ein erfahrener AGT’ler

  3. Mike sagt:

    Aus genau diesem Grund wurde der Ventil-Griff geändert. Die Ausführung sollte jetzt Dreieckig sein. Somit ist es fast ausgeschlossen, daß sich das Ventil schließt. Leider habe ich auch letztens festgestellt, das weiterhin noch die runden Griffe im Einsatz sind und auch erlaubt sind. Es muss erst ein Unglück passieren, bis hier gehandelt wird. Vielleicht sollten wir uns mal privat ein paar Griffe kaufen!

  4. May Ronny sagt:

    gute besserung an denn Kamaraden ,mehr gibt es da nicht zu sagen !

  5. Thorsten Wendt sagt:

    Hallo Herr Weber,

    meine volle Zustimmug zu Ihrem Beitrag. Mann stelle sich die Enge des Flures, die Sichtbedingungen (vermutl. gen 0) und die körperlichen Belastungen vor. Dann fällt der Atmer aus, dass heißt die Luft ist weg dazu der Streß unter dem jeder AGT´ler steht.Keine Chance dann in Ruhe den Schlauch des Atmers zu lösen und bei Null Sicht an den Atmer des TM zu befestigen. Selbst das kontrollieren der Flaschenventile kann unter diesen Umständen vergessen werden.
    Für mich als AGT´ler nachvollziehbar

    LG

  6. D. Möhre sagt:

    Auf das Ansprechen der Warnpfeife bei geschlossenem Flaschenventil zu hoffen zeut von absoluter Ahnungslosigkeit! Schon der verwendete Begriff „Rückzugssignal“ sollte zu denken geben. Außerdem ist Kollege „OBERSCHLAU“ wahrscheinlich noch absolut austrainiert was Ausnahmesituationen & Atemschutznotfälle betrifft. Tiefenentspannt erreicht er bei einem Wohnungsbrand gerade mal eine 80er Pulsfrequenz… Zur fehlerfreien Anwendung der deutschen Rechtschreibung hat die Zeit jedenfalls nicht gereicht!
    Anstatt aus solchen Unfällen zu lernen und zu hoffen, dass einem selbst so etwas nie passiert wird heutzutage alles zerredet, möglichst noch in den „sozialen Netzwerken“ – TRAURIG!
    Gruß Möhre!
    (Ausbilder im Atemschutz seit 1994)

  7. Nils sagt:

    Zum ersten Beitrag:
    Kann mich den anderen Kommentaren im Grunde anschließen, der Beitrag scheint von einem etwas „unkundigen“ zu sein und eher Stammtischweisheiten zu entsprechen.
    1.) ist die Warneinrichtung bei geschlossenem Ventil und einem Atemzug schon aus, von daher kann man es schnell bei lauter Umgebung überhören.
    2.) Wieso ist eine 2. Maske am PA nicht erlaubt?
    Also ich kenne keinen Hersteller der nicht einen Z-Anschluss beim PA mit anbietet ( sei es Dräger, Auer, B&R, .. sowohl bei Normal- als auch Überdruck-Technik) .. und genau für den Fall der Kameradenrettung ist der Anschluss ja gedacht.. und nur dafür
    Nur dafür muss man ihn haben, wenn man ihn nicht hat geht’s halt nicht..

    Man sieht wie Wichtig bei der Aus- und Fortbildung der Drillmäßige Griff zum Flaschenventil ist sobald man keine Luft mehr bekommt; nicht erst aufs Manometer schauen, sofort zum Ventil.. muss wirklich Drillmäßig sitzen, nicht überlegen in dem Fall, sofort handeln. Immer wieder üben, in allen Situationen… Nuss wirklich drillmäßig sein..
    Aber man ist eben nur Mensch, und der macht in Extremsituationen leider auch mal Fehler…

    Das derzeit noch runde Ventile für PA-Flaschen im Umlauf sind wundert mich jetzt, weil bei uns alle auf 3-Eckig oder „Oval“ geändert wurden.. Weil es eben bekannt ist mit dem unabsichtlichen zudrehen an Wänden durch z.B. Schlauchziehen

    Wünschen dem AT baldige komplette Genesung, und allen anderen AT´s das sie immer an den lebenswichtigen Griff ans Flaschenventil denken

    Lieben Gruß

    Nils
    Ausbilder AGT

  8. Mbb sagt:

    …genau so, lernt draus!

  9. A. Gütschow sagt:

    Hallo zusammen,

    auf diesen Artikel wurde ich aufgrund seiner scheinbaren Nutzbarkeit aufmerksam gemacht. Und bin heilfroh, diese „Zeitschrift“ nicht abonniert zu haben.

    Wie kann man titeln, wenn man rein gar nichts weiß? Das ist kein Witz, sondern eine Frechheit! Ich lese „Möglicherweise“ und „hat sich aus … wohl geschlossen“.

    Schlimm ist, dass eine solche Veröffentlichung in Ausbildung und Planung Einzug halten könnte. Ich will gar nicht an die Macher apellieren, da das sicher nicht auf fruchtbaren Boden fiele…
    Arnd

  10. David sagt:

    Arnd/A. Gütschow – Deine Kritik kann ich nicht verstehen.

    Woran störst Du Dich? Das Du keinen technisch-wissenschaftlichen Untersuchungsbericht sondern einen Presseartikel gelesen hast? Der Reporter/Schreiberling war wohl kaum hinter dem Trupp im Haus und konnte selbst beobachten was passiert ist. Also ist er auf die Angaben der Feuerwehr (des Wehrführers) angewiesen. Ist es nicht logisch, dass er die Aussagen relativ darstellt? Okay, die Fakten lassen sich nicht bis ins Detail belegen und erfordern eine gewisse Interpretation. Aber sollte deswegen nicht berichtet werden?

    Dieser Vorfall ist für mich ziemlich plausibel – wir hatten das auch mal ähnlich, mit fast abgedrehter Luftzufuhr (wenn auch bei einer Übung in einem Abbruchhaus).

  11. Reinhardt K. Tomek sagt:

    Ich kann mich dem Kommentar bzw. der Stellungnahme von Nils, Ausbilder ATG
    nur 100 % anschließen. Nach meiner Erfahrung wird bei manchen Feuerwehren ein wenig zuwenig mit den ATS-Geräten geübt (gedrillt!!), vor allem mögliche Notfälle im Einsatz. Daher kommt es auch zu Panikreaktionen im Falle des Falles.
    Auch der 2.-Anschluß (Y-Stück) wird oft nicht angenommen.
    Zwar bin ich erst spät auf diese Meldung gestossen, hoffe aber das beste für den betroffenen Kameraden und, dass es anderen Kameraden nie passieren soll.
    Reinhardt K. Tomek, Repräsentant Interspiro Österreich.

Kommentare

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