Samstag, 3. Dezember 2016

Übungsschiff in Dienst gestellt

17. September 2014 von  

Mannheim (BW) – Der Service Départemental d’Incendie et de Secours du Bas-Rhin (SDIS 67) und die deutschen sowie die französischen Kofinanzierungspartner haben die europaweit erste „Mobile Übungsanlage zur Gefahrenabwehr auf Binnenwasserstraßen“ (MÜB) für die Feuerwehren in Mannheim übernommen und werden diese nun in den Ausbildungsbetrieb überführen. Auf insgesamt 1.500 m² Fläche wurden auf einem ehemaligen Tankmotorschiff verschiedenste Übungsmöglichkeiten, Werkstätten und Schulungsräume realisiert. Das Übungsschiff kann über den Wasserweg verschoben werden und wird an den jeweiligen Liegeplätzen in Häfen in Deutschland und Frankreich betrieben.

Die Mobile Übungsanlage zur Gefahrenabwehr auf Binnenwasserstraßen (MÜB) im Hafen von Mannheim. Foto: Matthias Wolf

Die Mobile Übungsanlage zur Gefahrenabwehr auf Binnenwasserstraßen (MÜB) im Hafen von Mannheim. Foto: Matthias Wolf

Diese neue und bisher in Europa einmalige mobile Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse der Ausbildung im Rahmen der Gefahrenabwehr auf dem Rhein ausgerichtet, kann aber auch für die Ausbildung von Feuerwehrangehörigen im Bereich Atemschutz und Heißbrandausbildung genutzt werden. Die Mobile Übungsanlage zur Gefahrenabwehr auf Binnenwasserstraßen (MÜB) ist das Produkt der Kooperation zwischen den französischen Feuerwehren der Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin sowie den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Aufgrund vieler Anfragen ist schon jetzt abzusehen, dass die MÜB vielen Feuerwehrangehörigen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zur realitätsnahen Ausbildung dienen wird.

Lehrgänge auf der MÜB werden an drei Standorten am Oberrhein stattfinden:
– im Mühlauhafen in Mannheim (Baden-Württemberg),
– im Hafen Straßburg (Frankreich) und
– im Hafen Mulhouse-Illzach (Frankreich).

Die ersten Lehrgänge finden bereits in diesem Herbst am Standort Mannheim statt, wo die MÜB derzeit festgemacht hat. Der Präsident des Service Départemental d’Incendie et de Secours du Bas-Rhin (SDIS 67), Guy-Dominique Kennel, hatte in seiner Eigenschaft als Projektträger, Eigentümer und Verwalter der MÜB den Wunsch, die Anlage noch vor deren offizieller Einweihung seinen Kofinanzierungspartnern zur Verfügung zu stellen. Das im Jahr 2012 begonnene Projekt wurde von der Europäischen Union über das INTERREG IV Programm „Oberrhein“ kofinanziert.

Sechs verschiedene Übungsstationen stehen zur Verfügung:
– Abdichtungsmaßnahmen bei „Schiffsleckagen“,
– Übungsbecken „Feuerwehrangehöriger über Bord“,
– „Instabiler Seecontainer“, der in alle Richtungen geneigt werden kann,
– gasbefeuerte „Heißbrandausbildungsanlage“, die einem Passagierschiff nachempfunden ist,
– „Tankmotorschiff“ mit einem Teil der originalen Verrohrung,
– „Laderaum mit Schüttgut“ und
– „Atemschutzstrecke“ mit dem originalen Motorenraum als Zielraum.

Zusätzlich zeigen Teile der MÜB Einblicke in schiffstechnische Aufbauten und die Konstruktionsmerkmale eines Binnenschiffes. Die Verwaltung der MÜB wird durch den SDIS 67 als Eigentümer übernommen. Die Lehrgangsplanung erfolgt über die jeweiligen Landesfeuerwehrschulen. Insgesamt steht die MÜB dem Land Baden-Württemberg für 69 Übungstage, dem Land Rheinland-Pfalz für 35 Übungstage und den beiden Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin für insgesamt 96 Übungstage zur Verfügung. Geplant ist, dass auch andere Länder und Organisationen Lehrgänge auf der MÜB buchen können. Im Frühjahr 2015 wird die MÜB Deutschland verlassen, um zum Hafen Straßburg verschoben zu werden. Dort findet dann die Taufe und die offizielle Einweihung der Lehreinrichtung statt. (Text: Pressestelle IM Baden-Württemberg, Foto: Matthias Wolf)

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