Dienstag, 25. Juli 2017

Tunnellöschfahrzeug für den Erstangriff im Rennsteigtunnel

24. Juni 2016 von  

Suhl (TH) – Für den ersten Angriff bei einem Brand oder einem Unfall in der Tunnelkette am Rennsteig (Autobahn 71) hat die Freiwillige Feuerwehr Suhl ein Kleinlösch-Hilfeleistungsfahrzeug-Thüringen (KLF-Th) für die Tunnelfeuerwehr beschafft. Der Mercedes Sprinter 519 CDI 4×4 fällt dabei nicht nur durch sein markantes Äußeres auf. In dem von Gimaex gebauten KLF-Th sind neben einer Löschanlage auch Geräte zur Menschenrettung sowie zur Technischen Hilfeleistung untergebracht.

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Auf einem Mercedes Sprinter 519 CDI 4×4 fertigte Gimaex das neue KLF-Th für die Tunnelfeuerwehr am Rennsteig. Foto: Feuerwehr/Wiegmann

Wie sein Vorgänger ist das neue Kleinlöschfahrzeug auf einem Mercedes aufgebaut. Sein 3-Liter-6-Zylinder-Dieselmotor leistet 190 PS (140 kW) und überträgt seine Kraft über ein automatisches Getriebe auf alle vier Räder. Für die zwei Mann starke Besatzung stehen in den Rückenlehnen der Sitze Pressluftatmer zur Verfügung. „Wenn es die Situation erfordert, fahren wir mit dem KLF auch unter PA in den Tunnel ein“, erklärt Brandmeister Olaf Wagner, der als Maschinist mit dem KLF unterwegs ist.

Wärmebildkamera an der Stoßstange

Um in einer solchen Situation mit der größtmöglichen Sicherheit in den Tunnel einzufahren, kann an der Front des KLF eine Wärmebildkamera angebracht werden. Sie überträgt ihre Bilder direkt auf einen Monitor in der Fahrzeugkabine. So hat die Besatzung die Chance auch bei schlechter Sicht Hindernisse oder Personen vor dem Fahrzeug zu erkennen. „Dies hat natürlich seine Grenzen“, sagt Daniel Wiegmann, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz. „Ist der Sauerstoffgehalt zu niedrig, um den Fahrzeugmotor zu betrieben, ist für uns Schluss.“ Dann bleibt nur noch die Anfahrt über die Nachbarröhre.

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Der rot lackierte Sprinter ist mit gelben Folienelementen auffällig beklebt. Auch die Stoßsangen sowie die Außenspiegel sind gelb. Am Heck ist eine Warnbeklebung angebracht. Foto: Feuerwehr/Wiegmann

Kernaufgabe bei Brandereignissen ist es, möglichst noch in der Entstehungsphase mit ersten Löschmaßnahmen zu beginnen und eine Ausbreitung zu verhindern. Auch hier wurde zusammen mit der Firma Gimaex, die das KLF-Th ausgebaut hat, eine Veränderung im Vergleich mit dem Vorgänger vorgenommen. Anstelle der eingeschobenen Hochdrucklöschanlage (HDL) ist jetzt eine Pumpe fest eingebaut. Die FPN 6-800 von Gimaex hat eine Leistung von 800 l/min bei einem Nennförderdruck von 6 bar.

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Neben zwei LED-Blaulichtbalken Standby W1 mit Umfeldbeleuchtung sowie Arbeitsscheinwerfern vorn besitzt das Fahrzeug auch Frontblitzer sowie eine Heckwarneinrichtung. Foto: Feuerwehr/Wiegmann

Steigt der Beifahrer aus und öffnet die Schiebetüre auf der rechten Seite, steht er vor den Abgängen für Wasser und Schaum. Auch der Monitor für die Pumpenbedienung ist direkt im Blick. Mit wenigen Einstellungen über das Touchpad kann Wasser gegeben werden. Hierfür liegt ein 30 Meter langer C-Schlauch mit angekuppeltem Hohlstrahlrohr bereit. Dem Löschwasser kann bei Bedarf der Löschmittelzusatz F-500 automatisch zugemischt werden. Die von Gimaex gelieferte Druckzumischanlage OPS 12i ermöglicht Einstellungen zwischen 0,1 und 10 Prozent Zumischrate. Ebenfalls fest eingebaut ist der Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 500 Litern. Ein weiterer Tank ist mit 20 Liter F-500 gefüllt.

Einen ausführlichen Bericht zum KLF-Th der Tunnelfeuerwehr Suhl finden Sie
im Feuerwehr-Magazin 7/2016, welches Sie hier versandkostenfrei bestellen
oder in digitaler Form downloaden können.

Kommentare

1 Kommentar zu “Tunnellöschfahrzeug für den Erstangriff im Rennsteigtunnel”
  1. Ludwig sagt:

    Im Tunnel braucht man vor allem Roboter, die Ferngesteuert arbeiten und nicht ersticken.
    Darüber sollte das Feuerwehr-Magazin mal mehr berichten.

Kommentare

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