Sonntag, 28. Mai 2017

ELW 2 aus Transporter und Abrollbehälter

10. März 2017 von  

Bitburg (RP) – Für den Eifelkreis Bitburg-Prüm fertigte die Firma Hensel einen Einsatzleitwagen (ELW) 2. Höchst ungewöhnlich: Statt eines Lkw-Fahrgestells wählten die Beschaffer die Lösung mit einem Einsatzleitwagen auf Transporter-Fahrgestell, kombiniert mit einem Abrollbehälter für den Führungsraum. Stationiert ist der ELW 2 am Standort in Bitburg. „Unser Ziel war es hauptsächlich, die Aufbauzeiten für den ELW 2 so gering wie möglich zu halten“, sagt Marco Engler, Leiter der Projektgruppe. „Im ELW 2-Technik haben wir mehr Platz als in einer Lkw-Lösung und können zusätzlich einen weiteren IuK-Arbeitsplatz realisieren. Die Idee für den AB-Führung liegt darin, einen Führungsraum schnell zur Verfügung stellen zu können. Die Realität zeigt, dass man derartige Führungsmittel benötigt, jedoch die Aufbauzeiten eines Stabsraumes hier nicht immer im Verhältnis zum Einsatz stehen.“

Statt eines Lkw-Fahrgestells setzt der Eifelkreis Bitburg-Prüm bei seinem ELW 2 auf die Kombination Transporter (VW Crafter 50) und Abrollbehälter.

Gemäß der Norm DIN SPEC 14507-3 „Einsatzleitwagen ELW 2“ dürfen der Kommunikationsraum (Raum B) sowie der Führungsraum (Raum C) auf zwei Fahrzeuge oder auf ein Fahrzeug in Verbindung mit einem Abrollbehälter verteilt sein. Dann ist jedoch auf eine entsprechende fernmeldetechnische Verbindung zu achten. Vorteil: Das Fahrzeug mit dem Kommunikationsraum ist in der Regel kleiner und wendiger und steht damit schnell an der Einsatzstelle zur Verfügung. Dagegen wird der Besprechungsraum nicht immer beziehungsweise erst später im Verlauf des Einsatzes benötigt.

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Vier Arbeitsplätze im ELW 2-Technik

Den Kommunikationsraum richtete die Firma Hensel in einem VW Crafter 50 mit einem Radstand von 4.325 Millimetern und einer zulässige Gesamtmasse von 4.600 Kilogramm ein. Drei Mann Besatzung sind für dieses Fahrzeug vorgesehen. An einem L-förmigen Tisch stehen drei Funkarbeitsplätze mit PC zur Verfügung. Ein vierter Platz entsteht, wenn der Beifahrersitz umgedreht wird. Sie sind ausgestattet mit drei FuG 8b-1, sieben Sepura SRG 3900, drei Funkabfrageeinheiten Major BOS 8V VoIP sowie einer Telefonanlage Tevitel mit drei Telefonen an den Arbeitsplätzen sowie zehn Telefonen im Abrollbehälter. „Wir haben uns für den Major 8V VoiP entschieden, da wir im Abrollbehälter-Führung auch eine Mithöreinrichtung eingebaut haben. Durch dieses Konzept reicht eine einfache Netzwerkverbindung zum AB-Führung, um alle fernmeldetechnischen Verbindung zu realisieren“, erklärt Engler.

Als Rückfallebene ist im Funktisch ein D-Netz-Telefon mit GPRS-Antenne eingebaut. Internetverbindungen sind über mehrere Wege realisiert: LTE-Router (Telekom, Vodafone) sowie eine Internet-Satelliten-Anlage Oyster 85. „Da der Analogfunk im Eifelkreis noch immer der erste Alarmierungsweg ist, haben wir im Funktisch auch einen Alarmgeber der Firma Sonnenburg (S2000) verbaut“, so Engler weiter. Die drei PC-Arbeitsplätze sind an einen Server angeschlossen, der als redundante Dateneinheit in einem 19-Zoll-Schrank eingebaut ist. Der Server selbst ist mit SSD-Festplatten ausgestattet.

An einem L-förmigen Arbeitstisch stehen drei Funkarbeitsplätze zur Verfügung. Ein weiterer entsteht durch das Umdrehen des Beifahrersitzes.

Neben einem Antennenmast mit Aufsteckmöglichkeit für eine Tetra/GPS- sowie Analog-Antenne, Rundumkennleuchte und Dome-Kamera gibt es auch eine Davis-Wetterstation mit Stativ zum Aufstecken. Zudem ist ein Multifunktionsgerät (Scanner, Kopierer, Drucker, Fax) vorhanden. An der Beifahrerseite ist eine Markise mit ansetzbaren Seitenteilen montiert. Für die feuerwehrtechnische Beladung und den Stromerzeuger steht im Heck ein Geräteraum zur Verfügung. Weitere technische Ausstattung: 400-Volt-Einspeisung, Trenntransformator, Zusatzbatterien sowie zwei DBS 4000-Warnbalken von Hänsch als Sondersignalanlage.

Ein Blick in den Führungsraum im Abrollbehälter. Zu sehen sind der Multifunktionstisch mit Sitzbänken und dem Kabelkanal in der Mitte sowie Schränke und zwei Zugänge.

Ergänzung zum ELW 2-Technik: der Abrollbehälter Führung

Der Abrollbehälter-Führung ist 6,5 Meter lang und als Sandwich-Isolierkoffer ausgeführt. Vorne befindet sich ein begehbarer Geräteraum mit Türen auf beiden Seiten. Für einen Stromerzeuger gibt es einen zusätzlichen gekapselten Geräteraum. Die Besonderheit sind die innenliegenden Netzwerk- und Stromanschlüsse, die mittig im Tisch zu den Endgeräten geführt werden können. Ein Multifunktions-Kurzdistanzbeamer ist für die Lagedarstellung eingebaut. „Weiterhin haben wir uns für einen zusätzlichen 32-Zoll-Monitor entschieden, den man entweder als zusätzlichen Monitor oder auch als Fernsehgerät benutzen kann“, erklärt Engler. Auf dem Abrollbehälter ist eine TV-Sat-Anlage angebracht, ein Receiver kann zur Beschallung der Mithöreinrichtung oder zum Übertragen des TV-Programms genutzt werden. Auch der Führungsraum ist vollständig klimatisiert und beheizt.
„Als Besonderheit haben wir zur Ausleuchtung der gesamten Aufbaufläche einen Lichtmaster mit einem Elspro N8LED im Geräteraum verlastet“, ergänzt Engler noch. Weiterhin sind insgesamt vier Bierzeltgarnituren (Tische & Bänke) im Geräteraum verstaut. Auch der Abrollbehälter ist mit 400-Volt-Einspeisung, Trenntransformator sowie Zusatzbatterien ausgerüstet. (Text: Olaf Preuschoff, ID 239)

Kommentare

1 Kommentar zu “ELW 2 aus Transporter und Abrollbehälter”
  1. Tutas Christian sagt:

    Das Vorbild dieser Variante steht bei der Feuerwehr Zweibrücken nur als Mercedes Sprinter.

    Facebook, Fanpage Feuerwehr Zweibrücken
    Gibt es Bilder.

Kommentare

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