Mittwoch, 29. Juni 2016

Zutrittsysteme für die Feuerwehr

Moderne Schließkontrollsysteme kommen meistens ohne Schlüssel aus. Ob mit mechatronischen Schlüsseln, Transponder-Chips oder biometrischen Fingerprint-Lesern: Neue Techniken ersetzen in Feuerwehrhäusern zunehmend mechanische Schließanlagen. Wir stellen die verschiedenen Systeme sowie ihre Vor- und Nachteile vor.

Welches aktive Feuerwehrmitglied kennt nicht diese Situation? Der Erste, der bei einer Alarmierung zum Feuerwehrhaus kommt, will möglichst schnell die Tür öffnen, damit die nachrückenden Kameraden zügig ihre Einsatzkleidung anziehen und die Fahrzeuge ausrücken können. Doch in der Hektik oder bei Dunkelheit findet er nicht sofort den richtigen Schlüssel am Schlüsselbund. Durch die Aufregung – und weil er eventuell zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Feuerwehrhaus gesprintet ist – zittern die Finger beim Aufschließen der Tür und wertvolle Zeit geht verloren.

Noch ist die Mehrheit der Feuerwehrgebäude in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit mechanischen Schließanlagen ausgestattet. Doch die Nachfrage nach neu entwickelten Systemen wird stetig größer. Welches das richtige für eine Feuerwehr ist, hängt von den Anforderungen ab, die die Verantwortlichen an das jeweilige Schließsystem stellen. Soll es beispielsweise funktional und kostengünstig sein oder soll jeder Schließvorgang zusätzlich protokolliert werden und das System zusätzliche Funktionen im Haus übernehmen?

Die Berufsfeuerwehr Minden (NW, Kreis Minden-Lübbecke) beispielsweise setzt derzeit auf ein mechanisches und ein elektronisches Schließsystem. „Die mechanische Anlage ist historisch bei uns verbaut“, erklärt Volker Niemeier von der Abteilung Technik der BF Minden. Mechanische Schließanlagen sind die einfachste Art einer Zutrittskontrolle. Sie sind in der Anschaffung relativ günstig. Jedoch ist die Verwaltung sehr aufwändig, wenn zum Beispiel neue Schließzylinder eingebaut oder neue Schlüssel vergeben werden müssen. Bei günstigen Anlagen hängt es von der Berechtigung ab, wer wo hineinkommt, wie viele Schlüssel ein Funktionsträger mit sich führt. Moderne und teurere Anlagen ermöglichen auch verschiedene Zugangsberechtigungen mit nur einem Schlüssel.

Eine Nutzungsänderung oder eine zeitliche Begrenzung der Berechtigung eines Schlüssels ist nicht möglich. Ist ein Feuerwehrmitglied nicht mehr zutrittsberechtigt, muss es den Schlüssel abgeben. „Bei diesen Systemen gibt es bis auf die geringen Kosten keine Vorteile“, sagt Niemeier. Mechanische Schließzylinder kosten mindestens 220 Euro. Teuer werden diese Anlagen insbesondere, wenn ein Schlüssel verloren geht und mehrere Schlösser sowie Schlüssel (etwa 28 Euro pro Stück) ausgetauscht oder neu beschafft werden müssen.

Mechatronische Zutrittssysteme bei der Feuerwehr

Mechatronische Schließsysteme sind eine Kombination aus konservativen mechanischen Schließsystemen, bestehend aus Schlüssel und Schloss, sowie elektronischen Schließsystemen. Diese umfassen zum Beispiel einen Kartenleser sowie einen angesteuerten Türöffner oder einen eingekoppelten Schließzylinder. Mechatronische Zylinder und Türbeschläge sind teurer. Hier kostet ein Zylinder ab 350 Euro. Die Schlüssel sind mit 10 Euro, etwa bei Verlust, günstiger. Sie haben aber funktionale Vorteile gegenüber der manuellen Schließanlage.

Zunächst gibt es die Unterscheidung in Offline- und Online-Systeme. In Zylindern und Beschlägen von Offline-Systemen ist gespeichert, wem wann und wo Zutritt gewährt wird. Hierfür ist ein gewisser Zeitaufwand nötig, weil die Berechtigung an sämtlichen Türen gespeichert werden muss. Weil die Türen „abgegangen“ werden müssen, wird dieses System auch als Turnschuhnetzwerk bezeichnet. Bei Änderungen der Berechtigung muss der Speichervorgang an jeder Tür wiederholt werden.

Online-Systeme sind direkt mit einer Software verbunden, wodurch Berechtigungen in Echtzeit auf die Beschläge übertragen werden können. Die Verkabelung ist jedoch aufwändig. Der Vorteil von Offline-Beschlägen liegt in der einfachen Nachrüstung ohne Verkabelung. „Bei mechatronischen Anlagen gibt es viele Vorteile“, so Niemeier. Sie können an ein Computer-Netzwerk im Ge- bäude angeschlossen werden, wodurch sich einzelne Schließungen protokollieren lassen. Somit kann nachvollzogen werden, wer wann und wo welche Tür geöffnet hat.

Bei Funksystemen aktiviert ein Handsender einen Funkempfänger, der das Verriegelungselement in der Tür entriegelt. Bei der Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen, kurz RFID-Systeme (Radio Frequency Identifikation), erfolgt die Identifikation kontaktlos. Eine Leseeinheit liest die verschlüsselten Informationen, die auf einem Identifikationsträger gespeichert sind. Dies können Ausweiskarten, Schlüsselanhänger in Chip-Form, Schlüsselkappen oder Klebetransponder (auf beliebige Gegenstände geklebt) sein. Transponder sind Funk-Kommunikationsgeräte …

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FM_eDossier2015_Zutrittsysteme

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