Samstag, 10. Dezember 2016

Werkfeuerwehr Möbel Kraft

Möbel Kraft ist in Bad Segeberg (SH) eine Institution. Das Unternehmen verkaufte schon Möbel, als Ikea & Co. noch völlig unbekannt waren. Bereits 1893 gründete Hinrich Kraft eine Möbeltischlerei. Heute beschäftigt das Unternehmen 450 Mitarbeiter. Darunter befinden sich auch die 18 Aktiven der einzigen Möbelhaus-Werkfeuerwehr in Deutschland, die „Werkfeuerwehr Möbel Kraft“.

In der „Kraft-Arena“ fand noch kein Fußballspiel und kein Popkonzert statt. Und wenn nicht gerade Fußball-WM oder -EM ist, wird sie handlich verpackt eingelagert. Im Sommer 2014 allerdings ging es wieder rund in der Arena: Zigtausende hatte Schleswig-Holsteins größtes Möbelhaus auf seinen Parkplatz zum Public-Viewing eingeladen – Hunger- und Durststiller inklusive. Das Angebot ist nur eins von vielen Events, mit dem Kunden zu dem Möbelriesen gelockt werden. Und es ist auch ein ungewöhnliches Tätigkeitsfeld für eine ungewöhnliche Feuerwehr: die Werkfeuerwehr (WF) Möbel Kraft. „Wir sind die einzige anerkannte Werkfeuerwehr eines Möbelhauses in Deutschland“, bestätigt Wehrführer Sven Siever.

Der 44-Jährige leitet die Truppe seit 2004 hauptberuflich als Brandschutzbeauftragter an zwei Tagen die Woche. An den anderen Tagen verkauft er Teppiche im Möbelhaus. Im „richtigen Leben“ lässt ihn die Feuerwehr auch nicht los. Aktuell bekleidet er das Amt eines Zugführers bei der FF Bad Segeberg. Damit ist er einer von acht Werkfeuerwehrleuten, die in ihrer Freizeit in einer FF aktiv sind (fünf in Bad Segeberg, je einer in Schackendorf, Glasau und Ahrensbök). Die restlichen zehn Mitglieder engagieren sich „nur“ in der WF. Dabei ist „engagieren“ genau das richtige Wort – denn geübt wird stets außerhalb der Öffnungszeiten in der Freizeit, ehrenamtlich, ohne Bezahlung!

Alle 14 Tage dienstags ab 20.15 Uhr trifft sich die Wehr im eigenen Gerätehaus, untergebracht in einem 2008 fertiggestellten Anbau des riesigen Möbelhauskomplexes. Um diese Unterkunft dürften viele die Wehr beneiden. Großer moderner Schulungsraum, Wehrführerbüro, Werkstätten und eine zweiständige Fahrzeughalle. „So wertvoll ist uns unser Einsatzfahrzeug, dass wir es sogar mit Sprinklern schützen“, scherzt Siever.

Einsatzfahrzeug auf MAN-Hauber von 1961

In der Tat, das Löschgruppenfahrzeug (LF) 16 lässt die Herzen der Fahrzeugfreaks höher schlagen. Als Fahrgestell dient ein MAN-Hauber vom Typ 415. Gebaut wurde das Fahrzeug 1961 in Berlin von dem Karosseriebaubetrieb Glasenapp. Die Firma gibt es bis heute – allerdings nur noch als KFZ-Reparaturbetrieb. Damals baute die Firma im Stadtteil Wittenau Fahrzeuge für den kommunalen Fuhrpark Berlins – so auch für die Feuerwehr.

Einer, der noch gut weiß, wie das LF einst den Weg nach Bad Segeberg fand, ist Hans-Jürgen Greiser. Der 72-Jährige war Mitte der 1970er Jahre bei Möbel Kraft Leiter der Betriebsorganisation – und damit auch für den materiellen Aufbau der Werkfeuerwehr zuständig. Er selbst bekam von den beiden Kraft-Söhnen Reinhard und Gerhard den Auftrag, auch ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug zu kaufen.

In Berlin wurde Greiser 1974 bei der Berufsfeuerwehr fündig. Ein LF stand dort zum Verkauf. „Das haben wir im Vorwege alles telefonisch geklärt. Internet oder Gebraucht-Fahrzeugbörsen gab´s ja nicht“, so Greiser. Zwar hatte er selbst den Lkw-Führerschein, nahm aber vorsichtshalber den damaligen Werkstattleiter Hans Dose per Flieger mit nach Berlin. In der Wache Siemensstadt konnten sie das LF abholen. Bevor es durch die damalige DDR zurück in den Westen ging, musste das Fahrzeug „durchfahrttauglich“ für den Transit gemacht werden. Blaulicht, Martinhorn und Funk wurden ausgebaut. Kurz vor dem Grenzübergang bei Lauenburg dann der Schreck: Die Tankanzeige stand nahezu bei Null. Wie das?In Berlin war doch vollgetankt worden. Des Rätsels Lösung lieferte Werkstattleiter Dose…

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eDossier: Werkfeuerwehr Möbel Kraft.

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