Donnerstag, 26. Mai 2016

Wärmebildkameras nach US-Standard für die Feuerwehr

In Deutschland gibt es keine Norm für Wärmebildkameras (WBK). Daher orientieren sich viele Hersteller am US-amerikanischen Standard NFPA 1801. Wir informieren über Inhalte dieses Regelwerks und stellen sechs WBK vor, die danach zertifiziert sind oder werden.

In Deutschland ist alles genormt“, sagen viele. Wirklich alles? Nein, Wärmebildkameras für Feuerwehren sind es beispielsweise nicht. „In unseren Gremien wurde noch nie über Probleme mit der Beschaffung oder Anwendung von Wärmebildkameras berichtet“, sagt Dipl.-Ing. Michael Behrens, Projektmanager des DIN-Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW). „Es hat auch noch nie einen Antrag auf Normung gegeben, so dass dies aktuell nicht geplant ist.“

„Es gibt Produkte, die sich am Markt entwickelt haben und dort etabliert sind, für die noch keine nationale Norm existiert“, erklärt Branddirektor Dipl.-Ing. René Schubert, Leiter der Berufsfeuerwehr Ratingen und Mitglied im FNFW.

In den USA sieht die Situation anders aus. Dort hat die National Fire Protection Association (NFPA, deutsch: Nationale Brandschutz- Organisation; siehe Kasten) im Jahr 2010 erstmals einen eigenen Standard zu Wärmebildkameras für Feuerwehren definiert: NFPA 1801 „Standard on Thermal Imagers for the Fire Service“. 2013 folgte eine aktualisierte und bis heute gültige Version.

Mangels europäischer Norm bewerben viele Hersteller auch in Deutschland ihre Wärmebildkameras mit dem Hinweis, dass diese nach NFPA 1801 zertifziert sind – oder den dort formulierten Anforderungen entsprechen. Daher ist es wichtig, dass sich Beschaffer und Anwender mit dem Standard auseinandersetzen. Dieser liegt allerdings ausschließlich in englischer Sprache vor (Bezug: siehe Textende).

Im Unterschied zu EN- beziehungsweise DIN-Regelwerken stellt die NFPA 1801 keine Norm dar, sondern eine Empfehlung. Sie formuliert Anforderungen an Design, Leistung, Prüfung und Zertifizierung von Wärmebildkameras, die von Feuerwehrleuten während Notfall-Einsätzen benutzt werden. Auch für Fertigung und Service der Geräte gibt der Standard Regeln vor.

„Unser Unternehmen wird jährlich zweimal von einer NFPA-akkreditierten Zertifizierungsstelle auditiert (geprüft)“, erzählt Dr. Bernd Spellenberg, Produktmanager für Wärmbildkameras bei Dräger. „Dabei schaut der Auditor, ob unsere Prozesse, Anforderungen und Richtlinien den Anforderungen der NFPA entsprechen. Und einmal jährlich werden unsere Wärmebildkameras zertifiziert. Die Prüfer kommen unangekündigt und nehmen sechs Exemplare pro Modell aus dem Lager, um diese zu testen. Das heißt für uns: Am Ende haben diese Geräte nur noch Schrottwert.“

Zum Prüfungsprogramm gemäß NFPA 1801 gehören (in der Reihenfolge der tatsächlichen Aufzählung):

  • Bilderkennungstest
  • Vibrationtest
  • Falltest
  • Korrosionstest
  • Sichtoberflächen-Abriebtest
  • Hitzewiderstandstest
  • Hitze- und Flammtest
  • Produktschild-Haltbarkeitstest
  • Kabel-Herausziehtest (mit verbindenden Leitungen)
  • Test des effektiven Temperaturbereichs
  • Sichtfeld-Messung
  • Test der thermischen Empfindlichkeit
  • Haltbarkeits-Test

Wärmebildkameras, die nach NFPA 1801 zertifiziert sind, müssen dauerhaft einen Aufkleber tragen, der auf die Einhaltung der Anforderungen mit einem standardisierten Text hinweist.

Grüner Ein-/Aus-Schalter

Im NFPA-Standard werden generelle Anforderungen an die Gestaltung einer Wärmebildkamera aufgeführt. So sollen beispielsweise alle Bedienelemente mit Handschuhen zu betätigen sein. Dazu zählt auch der An-/Aus-Schalter, der – als einziges äußeres Bedienelement – in Grün gehalten sein soll …

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Bild1_eDossier2016_Waermebildkamera

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