Freitag, 30. September 2016

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) bei Verkehrsunfällen

Spätestens auf der Anfahrt zu einem Verkehrsunfall ist es Zeit, seine persönliche Ausrüstung und Schutzkleidung durchzuchecken. Warnweste, Schutzbrille, Infektionsschutzhandschue, für die Technische Hilfeleistung Handschuhe, Handlampe, persönliche Werkzeuge – alles da?

Feuerwehrpersonal ist im Einsatz einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Aus diesem Grund ist eine für den Einsatzzweck optimale persönliche Schutzausrüstung erforderlich, die zum Teil der jeweiligen Lage angepasst werden kann. Die Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 1 äußert sich dazu: „Die persönlichen Schutzausrüstungen werden durch Unfallverhütungsvorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger sowie durch landesrechtliche Regelungen der Bundesländer vorgegeben.“

Die verwendete Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sollte unbedingt im Einklang mit den gültigen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes stehen (siehe FwDV 1). Der Beschaffung von PSA sollte eine Gefährdungsbeurteilung vorangestellt sein.

Grundsätzlich gelten für die PSA bei Technischer Hilfeleistung (TH) etwas andere Bedingungen als für Brandeinsätze. Vorrangig sind: Beweglichkeit, mechanischer Schutz, Schutz vor Witterung. Die meisten Feuerwehren werden aus wirtschaftlichen Gründen nur eine PSA ausgeben, die sowohl für Brand als auch THL verwendet wird. In der Praxis ist dies auch vertretbar, da die Einsatzdauer sich zwar möglicherweise über Stunden, in der Regel aber nicht über Tage oder gar länger ziehen wird. Bestimmte Sondereinheiten, beispielsweise solche der Höhenrettung, verfügen über spezielle PSA.

Der Brandschutz an einer Unfallstelle wird über den gesamten Einsatzzeitraum sichergestellt. Der dafür abgestellte Trupp sollte auf jeden Fall für „Brand“ ausgerüstet sein. In manchen Ländern, beispielsweise in Schweden, trägt der entsprechende Feuerwehrangehörige grundsätzlich umluftunabhängigen Atemschutz mit angelegtem Atemanschluss.

Nicht zu vergessen: Bei Unfällen mit Lkw muss zwingend auch die Erkundung der Ladung mit einbezogen werden, unter Umständen wird auch erweiterte PSA, beispielsweise zum Schutz vor Chemikalien oder Radioaktivität, benötigt. In diesem Beitrag beschränken wir uns auf PSA für die eigentlichen Rettungsarbeiten. Zu den unabdingbaren und sehr empfehlenswerten Bestandteilen gehören THL-Handschuhe, Augen- und Geschichtsschutz, Atemschutz sowie persönliche Werkzeuge.

TH-Handschuhe oder Arbeitshandschuhe

Handschuhe für Brandeinsätze (nach EN 659) sind üblicherweise deutlich teurer als Arbeitshandschuhe. Wirtschaftlich betrachtet empfiehlt sich somit die Beschaffung von unterschiedlichen Modellen, die sich auch für die jeweiligen Arbeitsaufgaben besser eignen.

Ein Beispiel für eine Regelung für TH-Handschuhe ist die Empfehlung der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen, veröffentlicht als Info-Blatt „Fw-Schutzhand schuhe – Mechanik“ (www.fuk.de). Darin heißt es: „Für alle Arbeiten mit mechanischen Gefahren (zum Beispiel Abrieb, Schnitt, Durchstich), bei denen thermische Einwirkungen sicher ausgeschlossen werden können, sind Schutzhandschuhe nach DIN 4841, DIN EN 388:2003-12 oder Feuerwehrschutzhandschuhe nach DIN EN 659:1996-02 und DIN EN 659:2003-10 geeignet.“

Arbeitshandschuhe werden mit den Leistungsstufen jeweils für Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Reißfestigkeit sowie Stichfestigkeit versehen und sollten mindestens die Werte 3-2-3-3 aufweisen. Kritisch ist der so genannte Pulsschutz, allerdings stellt die FUK Niedersachsen frei, ob dieser vom Handschuh oder von der Jacke sichergestellt wird.

Für die Auswahl von Handschuhen kann es hilfreich sein, sich konkrete Szenarien vorzustellen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schutz vor scharfen Metallkanten, Glassplittern beziehungsweise Durchstich; Fingerschutz vor Schlägen (zum Beispiel Setzen von Erdnägeln);
  • Aufheben eines Säbelsägenblattes vom Boden; Wechseln eines Säbelsägenblattes;
  • Bedienen von (Elektro-)Geräten;
  • Schutz vor heißen Teilen (Auspuffsystem);
  • Schutz vor Quetschungen.

Grundsätzlich sollten bei entsprechendem Stichwort („Person eingeklemmt“ oder „verletzt“) bereits auf der Anfahrt Infektionsschutzhandschuhe unter den Arbeitshandschuhen angezogen werden. Im weiteren Einsatzverlauf …

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Bild1_FM_eDossier2015_PSA bei Verkehrsunfaellen

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